Messer und Armbrüste rausholen. Die kammerspielartige Geschichte einer „roten Hochzeit“ wächst zu globalen Ausmaßen: Die Welt wird von einigen Familien mit schlechtem Geschmack und guten Anwälten regiert, und alle jagen nun die überlebende Braut aus dem ersten Teil (und gleichzeitig ihre Schwester). Eine bissige, schnelle und im positiven Sinne absurde Horror-Komödie mit böser Ironie, einfallsreicher Action und Samara Weaving, die jede Einstellung voll auskostet. Wie „John Wick 2“, nur mit einem anderen Hohen Rat.

Für wen: Fans des Genres „Mädchen zerlegen alle zu Salat“.


They Will Kill You - Sie werden dich töten

Die Russen kommen. Regisseur Kirill Sokolov ist nach Übersee gezogen und hat einen Horror-Actionfilm über eine Ex-Sträfling gedreht, die als Haushälterin in einem New Yorker Hochhaus anheuert. Überraschung, Überraschung – ihre Arbeitgeber entpuppen sich als satanischer Kult, der das Gebäude seit Jahrzehnten beherrscht und sie opfern will. Ein blutiges Orgie mit Fantasie, typischem schwarzem Humor und einer Choreografie der Kämpfe, die selbst Koreaner erschaudern lässt. Wie „The Raid“ oder „Dredd“, nur statt einer Spezialeinheit eine barfüßige Frau mit einem großen Vorrat an Wut.

Für wen: Liebhaber von „The Raid“, „Dredd“ und den Filmen von Kirill Sokolov (insbesondere „Papa, stirb“).


Balls Up - Eier hoch

Sich in Rio verstecken. Ein Trottel erfindet ein innovatives Kondom, ein anderer versucht, es als offizielles Merchandise der Fußball-WM zu verkaufen, und am Ende werden beide zu Feinden eines ganzen Landes. Ein ausgelassener Roadtrip mit der Unberechenbarkeit eines tollwütigen Hundes, ohne Notbremsen und mit einem großartigen Auftritt von Sacha Baron Cohen als Drogenbaron (Baron spielt Baron, alles logisch). Wie „Dumm und Dümmer“, nur noch dümmer.

Für wen: Liebhaber einfacher Komödien, bei denen alle Handlungslöcher mit Explosionen und Witzen über Penisse geflickt werden.


Spaceman - Der Astronaut

Interstellarer Sandler. Ein tschechischer Astronaut auf einer Solo-Mission zum Jupiter versucht zu verstehen, warum seine Ehe schneller auseinanderbricht als die Außenhülle des Raumschiffs. Die Therapiesitzungen für den Astronauten leitet eine riesige Spinne, die nur in seiner Vorstellung zu existieren scheint. Ein langsames, melancholisches und überraschend berührendes Sci-Fi-Drama über den Versuch, vor alltäglichen Problemen am Rande des Universums zu fliehen – aber vor sich selbst kann man nicht einmal mit der ersten kosmischen Geschwindigkeit davonlaufen. Wie „Solaris“, nur ohne Tarkowski und mit Adam Sandler.

Für wen: Alle, die nach Project Hail Mary Lust auf weitere Geschichten über seltsame Freundschaften im Weltraum haben.


Party Girl - Das Partygirl

Eine junge Frau auf dem Trockenen. Mary, ein Flittchen mit einer beeindruckenden Sammlung bunter Strumpfhosen, veranstaltet illegale Rave-Partys und belästigt einen Straßenverkäufer von Falafel. Eine weitere Party wird von der Polizei gestürmt, und um ihre Schulden abzuarbeiten, nimmt Mary einen Job als Angestellte in einer Bibliothek an. Eine nette und gemütliche, aber stellenweise zu banale Komödie über die Zähmung einer Widerspenstigen – im Grunde eine Verfilmung des Memes „Mädchen hebt ein Buch hoch“. Wie „Frühstück bei Tiffany“, nur ohne Katze und Klunker.

Für wen: Diejenigen, die nostalgisch an die Party-Indie-Komödien der Neunziger zurückdenken – „200 Cigarettes“, „High and Confused“ und all das.

#gesehen_im_kino