Beispiele aus Texten von Anfängern:
– „Hält bis zur letzten Sekunde in Spannung“ – okay, wie genau? Wodurch?
– „Lässt einen über Wichtiges nachdenken“ – worüber konkret?
– „Die Schauspieler sind vollständig in ihre Rollen eingetaucht“ – was bedeutet das?
– „Der Film wird niemanden unberührt lassen“ – das gilt für jeden Film, auch für schlechte.
– „Die Atmosphäre ist buchstäblich greifbar“ – schön, aber was ist der Sinn?
– „Eine würdige Fortsetzung“ / „nicht schlechter als das Original“ – ein Vergleich ohne Kriterium.
Zum Beispiel kann man statt „die Atmosphäre ist buchstäblich greifbar“ in Jarmuschs „Only Lovers Left Alive“ schreiben:
„Jarmusch filmt Tanger so, als ob das Licht hier ein ungebetener Gast wäre: Die Straßen sind in der Dunkelheit kaum zu erkennen, und das beunruhigt nicht, sondern beruhigt. Eine gute Umgebung für diejenigen, die seit dem 13. Jahrhundert nicht schlafen.“
Wie wird man dumme Klischees los?
Reißen Sie die fragliche Phrase aus dem Text und fügen Sie sie in eine beliebige andere Rezension ein. Passt sie? Dann ist es ein Klischee – streichen Sie es.
Klischees tauchen meist dort auf, wo der Autor selbst nicht ganz verstanden hat, was er sagen wollte. Wenn Sie feststecken – schreiben Sie nicht schön, formulieren Sie zuerst den Gedanken in eigenen Worten, dann gestalten Sie ihn aus.
Halten Sie Ihre persönliche „Stopp-Liste“ bereit. Fügen Sie nach jedem Text die Phrasen hinzu, die Sie schreiben wollten, aber unterdrückt haben. Mit der Zeit wird ihr „Töten“ zum Reflex.
#СоветыРедактора@the_rrated
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