
79 Zeichen: Archaismus oder Ingenieurs-Zen?
Jeder, der schon einmal gesehen hat, wie ein Linter (oder ein Kollege mit Pförtner-Syndrom) das 80. Zeichen rot markiert, hat sich gefragt: leben wir immer noch in den 1970ern?
Spoiler: Teilweise ja.
👻 Geister der Vergangenheit
IBM-Lochkarten mit 80 Spalten – das ist "Legacy" in Reinform. Wir stanzen schon lange keine Löcher mehr in Pappe, aber unsere Werkzeuge leben immer noch in diesen Grenzen. Ein Fall, bei dem die Form den Inhalt für Jahrzehnte bestimmt hat.
🛠 Warum das immer noch relevant ist:
1. Side-by-side-Diffs. Wenn Sie zwei Dateien nebeneinander in der IDE (oder auf GitHub/GitLab) öffnen, ermöglichen schmale Zeilen, den Code ohne ständiges horizontales Scrollen zu sehen. Wenn Sie eine "Wurst" mit 200 Zeichen haben, wird es unbequem.
2. Kognitive Belastung. Schmale Codeblöcke lassen sich schneller lesen. Das Auge springt weniger entlang der Zeile. Ein aufmerksamer Entwickler erkennt einen Fehler schneller, wenn der Code nicht über die Breite Ihres 32-Zoll-Monitors "verschmiert" ist.
In der Realität ist es pragmatischer:
🔵Wenn Sie Black verwenden (und das sollten Sie), setzt es standardmäßig 88. Das ist der goldene Mittelweg zwischen "Klassik" und der Realität moderner Monitore.
🔵Wenn Sie in einem Team arbeiten, in dem in den flake8-Konfigurationen 120 Zeichen festgelegt sind – okay, stellen Sie 120 ein. Hauptsache, es ist einheitlich.
Kurz gesagt: Schwärmen Sie nicht um der 79 Zeichen willen von 79 Zeichen. Aber schreiben Sie auch keine Würste über anderthalb Bildschirme. Guter Code sollte lesbar sein, nicht lang.
#so_hat_sich_das_ergeben
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