IT ist nicht mehr eine Branche "ohne Grenzen"

Zwei scheinbar unzusammenhängende Nachrichten der letzten Woche, die sich perfekt zu einem Puzzle der aktuellen Realität zusammenfügen.

1️⃣ Seit dem 5. Mai zeigen Diagramme unabhängiger Überwachungen (wie OONI) einen Anstieg von Anomalien beim Zugriff auf GitHub aus Russland. Die Beschwerden sind typisch: Herunterladen von Releases bricht ab, technische Domains sind nicht erreichbar, git clone und git pull hängen.

Offiziell erklärt die russische Medienaufsicht (RKN), dass die Ressource nicht eingeschränkt wird. Und technisch gesehen lügen sie wahrscheinlich nicht. In der Praxis beobachten wir die klassischen Folgen von Flächenbombardements: Beim Versuch, weitere Subnetze oder CDNs (wie Fastly) zu blockieren, wird die Infrastruktur der Plattform einfach durch Querschläger getroffen.

2️⃣ Während die Entwickler die Verbindung zu den Repos reparieren, „repariert“ die Wirtschaft die Einstellungsprozesse. Der Anteil der Unternehmen, die bereit sind, Relokanten einzustellen, ist von 9 % auf 4 % geschrumpft (laut Gazeta.ru). Gleichzeitig ist die allgemeine Konkurrenz auf 9,6 Lebensläufe pro Stelle gestiegen.

Warum?
Erstens haben der öffentliche Sektor und Fintech (derzeit die Hauptstaubsauger für Personal) einen stillen, aber strengen Filter für „Zuverlässigkeit“ eingeführt. Zweitens der Steuerstatus. Personalabteilungen und Buchhaltung haben keinen Bock darauf, Ihre Einkommensteuer zu verwalten und herauszufinden, ob Sie heute ansässig sind oder nicht, wenn in der Schlange noch fünf andere Kandidaten der gewünschten Stufe mit klarem Wohnsitz warten.

Wenn Sie nur ein ganz guter Spezialist aus dem fiktiven Tiflis sind, sind Sie für ein russisches Unternehmen kein „digitaler Nomade“ mehr. Sie sind ein zusätzliches steuerliches und infrastrukturelles Risiko mit überhöhtem Preis. Es ist einfacher, jemanden aus einer Region innerhalb Russlands zu nehmen, der morgen ohne Ping-Probleme erreichbar ist.

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