„Großes Land“ – ein guter und sehr schöner Film

Selten denkt ein russischer Filmemacher, aus mir unbekannten Gründen, über die visuelle Ästhetik seines Films nach. Meistens wird ein zufälliger düsterer Filter draufgelegt, damit es „filmisch“ aussieht, und das war's. Ungewöhnliche Locations, detailreiche Sets, einfach schöne Bilder – das ist jenseits unseres Kinos (nicht immer, klar, aber in der Masse).

Umso vorteilhafter hebt sich „Großes Land“ ab, wo die Location verdammt attraktiv ist (ein einsamer Leuchtturm auf einer malerischen Insel), und es mit einem Gefühl der Ehrfurcht vor der Natur gefilmt wurde, und der Vibe der Geschichte passt perfekt zu dieser Optik (die Protagonistin verarbeitet im Grunde ein psychologisches Kindheitstrauma an dem Ort, wo es entstanden ist). Die Handlung reißt keine Bäume aus, sie ist einfach und vorhersehbar, aber solide geschrieben und gespielt, sodass sie keine Abneigung hervorruft. Kurzum, Julia Trofimowa (Regisseurin) und Michail Dementjew (Kameramann) – gut gemacht. Danke für die Schönheit.