
Das Virus ist ein RNA-Virus. Diese sind von Natur aus stabilere Viren.
Der Schlüsselrezeptor für das Eindringen pathogener Hantaviren in menschliche Zellen sind β3-Integrine, die auf der Oberfläche von Endothelzellen der Blutgefäße, Thrombozyten und Makrophagen vorkommen.
Man muss jedoch die Virustypen unterscheiden. Man kann sie nach der geografischen Verbreitung ihres natürlichen Vorkommens, den Infektionsmanifestationen und den betroffenen Organen einteilen. Oder man kann das Genom sequenziell ablesen und die Stammzugehörigkeit genau bestimmen.
Hantavirus 1.
In Russland sieht das Bild so aus: Hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) ist die wichtigste bestätigte klinische Form der Hantavirus-Infektion im Land, und die epidemische Situation bleibt in vielen Regionen endemisch. Das heißt, es besteht ein Infektionsrisiko. Für Russland wurden mehrere bedeutende Hantaviren beschrieben: Puumala, Dobrova-Belgrade, Seoul und Hantaan; Puumala gilt als am weitesten verbreitet und verursacht in der Regel einen milderen Verlauf, während andere Varianten schwerere Erkrankungen hervorrufen können. Dies ist wichtig, denn „bestätigtes Hantavirus“ in Alltagsnachrichten bedeutet oft genau bestätigtes HFRS und nicht ein einheitliches universelles Virus. Die Ansteckung erfolgt über Nagetiere, und dafür reicht bereits der Kontakt mit Staub, der Reste von tierischem biologischem Material enthält. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde nicht registriert, daher besteht keine Pandemiegefahr für HFRS.
Beim hämorrhagischen Fieber mit renalem Syndrom treten zunächst allgemeines Unwohlsein und dann zunehmend auf:
• Schmerzen im unteren Rücken, Schweregefühl in der Nierengegend; • verminderte Urinmenge, Urin kann blutig oder deutlich schaumig sein; • erhöhte Kreatininwerte, verminderte Thrombozytenzahl, manchmal Blutungen in Haut und BindehautWas die Zahlen betrifft:
Im Jahr 2023 wurden in der Russischen Föderation 5093 HFRS-Fälle registriert, was 3,47 pro 100.000 Einwohner entspricht; die Erkrankung trat in 7 von 8 Föderationskreisen auf. In derselben Veröffentlichung wird eine Letalität von 0,49% und 25 Todesfälle angegeben.
Die epidemiologisch aktivsten Herde befinden sich im europäischen Teil Russlands, Westsibirien und im Fernen Osten; in verschiedenen Jahren entfielen auf die europäischen Herde 80–95% der Fälle. In den Quellen wird besonders die hohe Inzidenz im Föderationskreis Wolga hervorgehoben.
Hantavirus 2.
Die einzige zuverlässig dokumentierte seltene Übertragung von Mensch zu Mensch ist das Andes-Virus (südamerikanisches Hantavirus) im Rahmen von Ausbrüchen in Argentinien und Chile. Dieser Typ verursacht das Hantavirus-Kardiopulmonale Syndrom (HCPS). Diese Form befällt die Lunge, löst Herzinsuffizienz und Störungen der Thrombozytenfunktion und damit der Blutgerinnung aus.
Genau das passiert bei den Patienten auf dem Schiff und nun auch etwas außerhalb.
Für den Start einer Infektion bei einer anderen Person ist eine große Virusmenge erforderlich, was bei engem Kontakt möglich ist. Geschlossene Räume, wie der Innenraum eines Passagierschiffs oder Flugzeugs, konzentrieren das Virus und erhöhen das Infektionsrisiko.
Das Genom des Hantavirus vom Kreuzfahrtschiff wurde bereits veröffentlicht. Es gibt keine Anzeichen für genetische Insertionen oder Fragmente anderer Viren. Dies bestätigt eindeutig einen nicht-menschlichen, natürlichen Ursprung. Es gibt keine Verschwörung. Auch keine geheimen Labore.
Bislang haben sich 11 Menschen infiziert (nur).
Es besteht keine Pandemiegefahr durch Hantaviren.
@Drakarasev
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