Data is the new oil shit 💩

Bin auf einen fantastischen Thread auf Reddit gestoßen. Ein Entwickler hat eine App in der Kategorie Body-Tracking in den Stores veröffentlicht (ähnlich wie der Dienst Tuute, der ernsthaft Furze trackt – ja, das gibt es auch). Die Nutzer sollten ihre, ähm, Fäkalien fotografieren. Die App gab ihnen eine grundlegende Analyse, aber unter der Haube wurde alles in einer Datenbank gespeichert.

Ergebnis: Der Typ hat einen Datensatz mit 150.000 gekennzeichneten und klassifizierten (!) Fotos von Scheiße von 25.000 einzigartigen Nutzern.

Und jetzt sitzt er auf diesem Haufen (im wahrsten Sinne des Wortes) und beschwert sich, dass er keine Käufer für seinen Datensatz findet.

Man muss verstehen: Reddit, GitHub und Wikipedia wurden bereits von den Giganten abgesaugt. Ihr werdet den Wettbewerb bei Texten, Katzen oder Open Source nicht gewinnen. Der echte Mehrwert liegt in schwer zugänglichen, schmutzigen und spezifischen Nischen.
Ein gekennzeichneter medizinischer Datensatz mit 150k Bildern in diesem Bereich ist eine Goldmine. Hersteller von intelligenten Toiletten (die bereits Kameras einbauen, die Ihren Stuhl in Echtzeit analysieren) oder Pharmaunternehmen, die Darmerkrankungen erforschen, geben Jahre und Millionen von Dollar für klinische Sammlungen dieses Umfangs aus.

Aber der Typ hat Gold gesammelt, ohne über die Monetarisierung nachzudenken.
Große Unternehmen werden niemals einen Datensatz von einem Niemand kaufen, sie brauchen rechtliche Reinheit. Und der Verkauf von biometrischen/medizinischen Daten (auch angeblich anonymisierten), die über die Nutzungsbedingungen einer mobilen App gesammelt wurden, ist ein direkter Weg vor Gericht.

Der einzige praktikable Ausweg für ihn ist jetzt, nicht den Datensatz selbst zu verkaufen, sondern das gesamte Unternehmen. Oder sein eigenes CV-Modell zu trainieren und B2B-Kunden Zugang zur API zu verkaufen.

Moral: Wenn ihr irgendeine Scheiße macht, denkt zuerst darüber nach, wie ihr diese Scheiße verkaufen werdet. ☝️