Für den modernen Zuschauer ist «Die Vogelscheuche» ein absoluter Klassiker des Kinderkinos, aber vor 40 Jahren löste seine Premiere viele Kontroversen aus. Viele waren nicht bereit für die Härte, die im Film gezeigt wurde, und ahnten nicht einmal, dass seine Handlung auf wahren Begebenheiten beruht. Im Laufe der Jahre wurde jedoch klar: Roland Bykows Film hat nichts von seiner Aktualität verloren, sondern im Gegenteil noch an Bedeutung gewonnen. Es ist eine Geschichte über die Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes, der der Grausamkeit der Welt um ihn herum standhalten konnte. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Sechstklässlerin Lena Bessolzewa, ein gutes, ehrliches und naives Mädchen. Nach dem Umzug in eine neue Stadt stößt sie auf Ablehnung durch ihre Mitschüler. Zuerst wird ihr Großvater verspottet, ein bescheidener und sparsamer Mann, der lieber in Kunst als in neue Kleidung investiert. Dann breitet sich das Mobbing auf Lena selbst aus – wegen ihrer Aufrichtigkeit, Freundlichkeit und ihrem Bestreben, in den Menschen nur das Gute zu sehen. Sie antwortet nicht frech, passt sich nicht den grausamen Regeln der Gruppe an und ist sogar bereit, die Schuld eines anderen auf sich zu nehmen – und genau das macht sie zur Außenseiterin. Der Drehprozess erwies sich als nicht weniger schwierig als die Besetzung der Schauspieler. Der Film wurde im Herbst in Kalinin (heute Twer) gedreht, aber die Natur brachte Korrekturen – es schneite täglich. Um die herbstliche Atmosphäre zu bewahren, musste das Filmteam den Schnee schmelzen und zuvor gesammelte Herbstblätter auf dem Set verteilen. Einige Szenen wurden in der Nachbarstadt Torschok gedreht, deren historische Architektur den visuellen Stil des Films perfekt ergänzte.
Drehorte:
Bank auf der Straße
Im Film

Szene, in der eine Gruppe von Schülern auf einer hölzernen Straßenbank sitzt. Der Himmel ist bewölkt, die Luft ist von herbstlicher Feuchtigkeit durchdrungen. Im Mittelpunkt steht ein kleiner Transistorradio, aus dem Musik ertönt. Es ist nicht nur eine Melodie – es ist ein Teil ihrer Welt, ihr kleiner Ritus, eine Möglichkeit, Zeit miteinander zu verbringen.
In der Realität



Die Szene wurde gedreht am Flussbahnhof in Twer. Der Bahnhof liegt am Ufer der Wolga, nahe der Mündung der Twerza. Das Gebäude selbst ist ein heller Bau mit Säulen, der an sowjetische Architektur erinnert. Heute wirkt es etwas heruntergekommen, mit abblätternder Farbe und Spuren der Zeit, bewahrt aber dennoch ein majestätisches Aussehen.
Lenas Haus
Im Film


Szene, in der der Großvater entsetzt bemerkt, dass Lena auf dem Boden liegt. Als er sie aufhebt, wird ihm klar, dass die Situation noch schlimmer ist – das Gesicht seiner Enkelin ist blutverschmiert, die Haare sind zerzaust und in ihren Augen liegt Schmerz. Ohne weitere Fragen zu stellen, nimmt er das Mädchen an den Schultern und führt sie, fest an sich gedrückt, eilig nach Hause.
In der Realität

Die Szene wurde gedreht im Haus Nr. 47 an der Wolga-Uferstraße in Twer. Es ist ein altes Wohnhaus, vermutlich aus dem späten 19. – frühen 20. Jahrhundert. Seine Fassade ist zur Uferpromenade ausgerichtet, von wo aus man einen Blick auf die Wolga, die Brücken und das gegenüberliegende Ufer hat. Der Baustil des Hauses ist typisch für die Bebauung dieses Teils von Twer: hohe Fenster, massive Wände, dekorative Elemente an der Fassade. In diesem Gebäude wurde das Äußere von Lenas Haus gedreht. Die Innenaufnahmen entstanden auf dem Gelände von Mosfilm.
Schule
Im Film

Szene, in der die Pioniere organisiert die Schule betreten. Einige gehen munter, andere unterhalten sich leise mit einem Kameraden, aber die allgemeine Ordnung wird nicht gestört. Am Eingang steht eine Lehrerin mit Blumen. Die Schüler begrüßen sie nacheinander: „Guten Morgen, Alexandra Wassiljewna!“ Die Lehrerin antwortet mit einem Nicken, manchmal mit einem zurückhaltenden Lächeln.
In der Realität


Die Szene wurde gedreht am Twerer Kinderkrankenhaus. Es ist ein großes Gebäude aus der Sowjetzeit im Stadtzentrum. Seine Fassaden aus hellem Backstein haben ein strenges, funktionales Aussehen und eignen sich perfekt für das äußere Erscheinungsbild einer Bildungseinrichtung.

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