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Liebhaber von Kostümdramen, freut euch. Denn „Die andere Schwester Bennet“ gibt euch all das, was ihr liebt.

Kurz zur Handlung

Es waren einmal Mr. und Mrs. Bennet. Sie hatten fünf Töchter. Die Geschichte von Elizabeth Bennet mag Ihnen bekannt sein, durch sie lernten wir Jane und Lydia kennen (und ein bisschen Kitty), aber Mary (Ella Bruccoleri) blieb am Rande unserer Aufmerksamkeit. Bis heute.

Was tut ein einfaches Mädchen, das weder mit Schönheit, noch mit Scharfsinn, noch mit einer reichen Mitgift glänzen kann? Wie handelt man, wenn man sich im eigenen Haus wie ein schwarzes Schaf fühlt? Und wie verpasst man nicht seine Chance, wenn sie an die Tür klopft?

„Die andere Schwester Bennet“ präsentiert uns viele Ideen und beleuchtet ihre Gegensätze. Versuchen wir, sie ein wenig genauer zu analysieren.

Verstand VS Gefühl

Hehe, was für eine tolle Anspielung auf Austen habe ich mir da ausgedacht. Na, verstanden?

Eigentlich scherze ich nicht. Die Serie stellt oft rationale, möglichst vorteilhafte Entscheidungen dem Ruf des Herzens gegenüber. Natürlich ist es genau das, was wir an Kostümdramen lieben, besonders an Werken im Austen-Stil.

Denn der Verstand kann für uns und gegen uns spielen. „Die andere Schwester Bennet“ zeigt uns, dass Rationalität oft nicht zum Glück führt. Was dir hilft, in der High Society das Gesicht zu wahren, kann zu Kummer und seelischen Qualen führen. Manchmal jedoch ist ein bloßer Impuls des rechten Fußes es nicht wert, seinen guten Namen zu beschmutzen. In dieser Hinsicht wahrt die Serie eine wunderbare Balance und lässt uns die Vorzüge beider Seiten sehen.

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Überhaupt hat so eine Art von Drama etwas unheimlich Anziehendes, denn einerseits umgeben einen überall Regeln und Einschränkungen. Andererseits – ich kann mich nicht erinnern, wann Szenen, in denen Männer ihre Ärmel hochkrempeln, jemals so erotisch dargestellt wurden. Das Herz hüpft vor allem aus dem Bewusstsein heraus, wie wenig wir eigentlich zum Glück brauchen in einer Zeit voller Tabus.

Bennets VS Gardiners

Irgendwo hier müssten empörte Stimmen laut werden. Denn die Serie verändert mitunter stark die Geschichten und Charaktere von „Stolz und Vorurteil“. Insbesondere Mrs. Bennet ( Ruth Jones ) wurde am stärksten verändert.

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Ivan Kilyakov
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War sie im Original nur einfältig und taktlos, wird sie in der Serie zu einer vollwertigen Antagonistin. Ihre Vernachlässigung und oft sogar Verachtung gegenüber der mittleren Tochter, untermauert durch die völlige Gleichgültigkeit des Ehemanns (Richard E. Grant), wirken geradezu grausam.

Ich bin jedoch kein Purist – wenn etwas gut für die Erzählung funktioniert, ist das doch wunderbar! Zudem sagt Mary Bennet in der Serie selbst zu ihrer Schwester Lizzie, dass ihre Erfahrungen trotz der Erziehung in derselben Familie grundlegend unterschiedlich sind. In „Stolz und Vorurteil“ wurde uns die Familie durch Lizzies Augen gezeigt, die trotz allem geliebt wurde. „Die andere Schwester Bennet“ erzählt die Sichtweise von Mary, der eine ganz andere Behandlung zuteilwurde.

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Plus spielt dies hervorragend mit dem Kontrast zur Familie Gardiner, insbesondere zu Mrs. Gardiner (Indira Varma), die Mary die Freiheit gibt, sich selbst zu entfalten und sich so zu lieben, wie sie ist. Das anzuziehen, was sie möchte. Ihre Talente dort zu zeigen, wo sie es nie für möglich gehalten hätte. Und all das führt zu einer enormen Zufriedenheit beim Zuschauer.

Mr. Ryder VS Mr. Hayward

Und was wäre ein Kostümdrama ohne Liebesinteresse? Zumal man uns gleich zwei davon serviert.

An die Stelle des Tsundere Mr. Darcy treten ein lockerer Erbe und ein tollpatschiger Anwalt.

Ich möchte nicht zu viel spoilern, um Ihnen das Vergnügen nicht zu verderben, aber Laurie Davidson und Dónall Finn glänzen in der Serie einfach.

Mr. Ryder (Davidson) ist die Personifikation eines Golden Retrievers. Leuchtende Augen, unermüdliche Energie, Liebe zu den Freuden des Lebens.

Mr. Hayward (Finn) ist eher eine Art graue Katze. Stimmungsschwankungen, die Fähigkeit, sich in einem Moment tadellos zu präsentieren, gepaart mit völliger Tollpatschigkeit im nächsten. Und ja, solche Augenringe kann nur jemand haben, der viel und gerne lächelt.

Kurzum, ich habe unter ihnen einen klaren Favoriten, bei dem das Herz schmilzt und die Knie weich werden. Aber in der Geschichte kommt es nicht darauf an, was ich denke, sondern darauf, welche Wahl Mary trifft. Und die Wahl ist nicht einfach.

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Okay, okay, ich bevorzuge Dónall Finn, ich prophezeie ihm eine große Zukunft. Er kann auch wie ein Engel singen, wusstet ihr das?

Gedanken und Fazit

Lustig, im ganzen Artikel habe ich kein einziges Mal geschrieben, wie wunderbar Ella Bruccoleri in ihrer Rolle ist. Dabei ist ihre Mary Bennet genau der Hauptgrund, warum die Serie eindeutig großartig ist und eine Empfehlung verdient.

Wir sehen ein nettes und angenehmes Mädchen, dem man eingeredet hat, dass es nicht das verdient, was andere verdienen. Dies zeigt sich in nervösen Tics, in unbeholfenen Gesprächen und in lustigen Situationen. Und Ella spielt sowohl die Nervosität als auch das selbstbewusste Verteidigen der eigenen Grenzen einfach grandios. Und das meisterhaft. Man glaubt ihr einfach.

Oft fehlen uns auf der Leinwand genau solche Heldinnen. Die keine makellosen Supermodels oder „feministischen“ Ikonen sind, die jeden dummen Kerl in die Schranken weisen. Einfache, zweifelnde, fehlerhafte, aber unendlich berührende. Solche, denen man von ganzem Herzen das Beste wünscht.

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Die Geschichte von Mary Bennet ist genau das, was mir seit dem Erscheinen von „Emma“ gefehlt hat. Eine schöne Geschichte über die Schwierigkeiten des Lebens und Menschen, die ihre Umstände überwinden und lernen, sich selbst zu lieben. Daher verdient „Die andere Schwester Bennet“ alle möglichen Empfehlungen für Liebhaber des Genres. Ganz klar.

Wenn ihr sie noch nicht gesehen habt – ich beneide euch. Ich würde sie auch gerne noch einmal zum ersten Mal sehen.