



Biber macht Revolution. Mabel, eine junge Naturschützerin, studiert an einem College, wo man eine Methode entwickelt hat, menschliches Bewusstsein in robotische Tierchen zu übertragen. Ohne Erlaubnis nutzt sie die Technologie und schlüpft in einen Roboter-Biber, um die Waldbewohner gegen den Bürgermeister aufzubringen, der eine Autobahn mitten durch ihren Hain bauen will. Ein flotter, geschickt zusammengebauter und für Pixar überraschend bissiger Animationsfilm. Wie „Toy Story“, nur dass die Spielzeuge sich gegenseitig fressen wollen.
Für wen: alle, die Pixar vermisst haben, das keine Angst hatte, seltsam zu sein.
Mortal Kombat II / Tödlicher Kampf 2
Baraka macht wusch-wusch. Die Champions des Erdenreichs versammeln sich, um Shao Kahn und seinem Gefolge in der Außenwelt endgültig den Garaus zu machen; unterwegs macht Johnny Cage Witze, Kitana wedelt mit dem Fächer, Kung Lao wedelt mit dem Hut, und Johnny Cage macht wieder Witze. Die Geschichte wiederholt sich umgekehrt: MK-95 bekam seinerzeit eine sehr lahme Fortsetzung, während der jetzige Reboot den umgekehrten Weg geht – der erste Pfannkuchen misslingt, der zweite ist ein Volltreffer. Ein lauter, blutiger und angenehm dummer Actionfilm, der endlich verstanden hat, dass bei einer Filmadaption eines Prügelspiels das Prügeln das Wichtigste ist. Wie Paul Andersons „Mortal Kombat“, nur gedreht nach fünf Energy-Drinks.
Für wen: alle, die noch wissen, was „runter – vor – zurück – Block“ bedeutet.
Over Your Dead Body / Gefährliche Beziehungen
Der Zuschauer macht Facepalm. Der gescheiterte Regisseur Dan und die gescheiterte Schauspielerin Lisa fahren in ein Landhaus, um ihre Beziehung zu reparieren (beide planen heimlich, sich dort gegenseitig umzubringen). Eine böse, fleischige und stellenweise witzige schwarze Komödie mit einem flotten Drehbuch, aber einem misslungenen Schauspielerduo: Zwischen den Figuren von Jason Segel und Samara Weaving gibt es keinerlei Chemie. Hassen diese beiden einander wirklich so sehr, dass sie bereit sind zu würgen, zu schießen und zu zerstückeln? Bruder, was soll das? Wie „Die Familie Rose“, nur mit übermäßigen Wendungen und mangelhafter schauspielerischer Leistung.
Für wen: diejenigen, die ein Date mit einer nicht sehr interessanten Person planen.
Die My Love / Stirb, meine Liebe
Der Regisseur tut weh. Eine junge Familie zieht von New York in die Wildnis von Montana, bekommt ein Kind und verliert langsam den Verstand – jeder auf seine Weise. Und hier gibt es so viel Chemie, dass man nach dem Film das Abitur ablegen könnte. Die Beziehungen zwischen den Figuren sind so aufgeheizt, dass weder das Kind noch die ländliche Landschaft noch der gesunde Menschenverstand hineinpassen. Mit so einem Temperament sollten diese beiden Banken im ganzen Mittleren Westen ausrauben, statt sich in einer gottverlassenen Hütte mit Windeln abzumühen. Wie „Der Leuchtturm“, nur ohne Leuchtturm.
Für wen: Liebhaber von Filmen über tierische, körperliche und nervöse Beziehungen am Rande der Psychose.
#habe_einen_Film_gesehen
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