Kollegen, in letzter Zeit höre ich in Beratungen nur noch einen „genialen“ Plan. Unternehmer, die sich 2026 rapide der kritischen Einkommensgrenze nähern, argumentieren etwa so: „Ich schließe mein Einzelunternehmen, warte eine Woche, eröffne es neu und … voilà – die Limits sind zurückgesetzt, neue Patente, die Mehrwertsteuer vergessen!“.

Viele Unternehmer glauben fälschlicherweise, dass eine neue OGRNIP-Nummer ihre steuerliche Vergangenheit vollständig löscht. In der Praxis führt diese Logik im Jahr 2026 jedoch direkt zu enormen Nachzahlungen und Gerichtsverfahren. Und hier wird es interessant. Seit dem 1. Januar 2026 gilt für das Patentsteuersystem und die Mehrwertsteuerbefreiung eine Einkommensgrenze von 20 Millionen Rubel. Die Steuerkampagne dieses Jahres zielt genau darauf ab, Versuche zu unterbinden, diesen Zähler durch eine Neuregistrierung „zurückzusetzen“. Lassen Sie uns analysieren, warum der „Trick“ mit der Schließung nicht mehr funktioniert.

🤫 Das Hauptgeheimnis, das Sie übersehen

Bei einer erneuten Registrierung erhalten Sie zwar neue Dokumente, aber Ihre persönliche Steueridentifikationsnummer (INN) bleibt gleich. Für das Finanzamt sind Sie dieselbe Person, und Ihre Tätigkeit innerhalb eines Kalenderjahres wird als untrennbar betrachtet. Hier gibt es eine wichtige Nuance: Die russische Steuerbehörde (FNS) hat ihre Position bereits in offiziellen Schreiben festgelegt. Wenn ein Einzelunternehmer im Laufe des Jahres schließt und wieder eröffnet, werden alle Einkünfte des gesamten Kalenderjahres summiert, um die Limits für Patent und vereinfachtes Steuersystem zu prüfen.

Das bedeutet: Wenn Sie vor der Schließung 18 Millionen Rubel verdient haben und nach der Neueröffnung weitere 3 Millionen, addiert das Finanzamt einfach diese Zahlen. Ergebnis: Das Limit von 20 Millionen wird überschritten, das Patent wird annulliert, und Ihnen droht eine Nachzahlung nach dem allgemeinen System oder nach dem vereinfachten System und der Mehrwertsteuer.

💸 Versteckte Fallstricke, die Unternehmen nicht ahnen

Die technische Schließung eines Einzelunternehmens trifft den Geldbeutel viel härter, als es auf den ersten Blick scheint.
Probleme mit Kassen
Die Steuerbehörden melden die Kasse bei Schließung des Einzelunternehmens automatisch ab. Bei einer Neuregistrierung muss ein neues Speichermodul gekauft werden, da das alte nur eine Registrierungsnummer speichert.

Verlust von Ausgaben
Wenn Sie Waren beim „alten“ Einzelunternehmen gekauft, aber beim „neuen“ verkauft haben, verbietet das Finanzministerium, die Steuer um diese Kosten zu mindern. Ihre Ausgaben aus dem „alten“ Einzelunternehmen können nicht berücksichtigt werden, und Sie zahlen Steuern auf den vollen Umsatz.

Doppelte Beiträge
Eine erneute Registrierung schafft einen „neuen“ Beitragszahler. Das bedeutet, dass die Verpflichtung, 1 % auf Einkünfte über 300.000 Rubel zu zahlen, erneut entsteht, selbst wenn Sie bereits vor der Schließung den Höchstbetrag gezahlt haben.

Kontosperrungen
Ihre alten Schulden und nicht eingereichten Meldungen verschwinden nicht. Alte Steuerrückstände werden sofort zur Ursache für eine Kontosperrung Ihres „neuen“ Einzelunternehmens, da die Schuldnerdatenbank an die INN gebunden ist.


🗺 Migration und Steuerferien

Viele versuchen, ihr Einzelunternehmen zu schließen, um in eine Region mit ermäßigtem Steuersatz „umzuziehen“ oder erneut Steuerferien zu 0 % zu erhalten. Die Rechtsprechung der Jahre 2025–2026 ist hier unerbittlich. Wenn Sie bereits während der Gültigkeit der Vergünstigung ein Unternehmen betrieben haben, macht Sie eine Neueröffnung nicht zu einem „erstmals Registrierten“. Und wenn Sie in der neuen Region kein echtes Büro und keine Mitarbeiter haben, kann das Finanzamt leicht die Scheinhaftigkeit des Umzugs nachweisen.

In solchen Fällen werden Sie garantiert der absichtlichen Aufspaltung des Unternehmens zur Steuervermeidung beschuldigt. Die Folgen sind die Einziehung aller eingesparten Steuern zuzüglich einer Geldstrafe in Höhe von 40 % des Steuerrückstands.

🎯 Welches Fazit?

Ein Einzelunternehmen zu schließen und neu zu eröffnen ist möglich, wenn Sie einen echten geschäftlichen Grund haben: Branchenwechsel, Familienumzug oder Wechsel in eine Anstellung. Aber wenn Ihr einziges Ziel darin besteht, der Mehrwertsteuer zu entgehen oder ein Patent zu behalten, wissen Sie: Die Risiken sind heute deutlich höher als die potenzielle Ersparnis.

Manchmal ist es günstiger, die Arbeit mit der Mehrwertsteuer zu kalkulieren oder legal das Steuersystem zu wechseln, als zu versuchen, das System durch eine „technische Schließung“ zu betrügen. Treffen Sie Entscheidungen mit kühlem Kopf!

Wenn Sie unsicher sind, wie Ihr aktuelles Geschäftsmodell aus Sicht des Steuersystems aussieht, ist es besser, dies vorab zu prüfen. Im Rahmen einer persönlichen Beratung analysiere ich Ihre Situation im Detail, zeige versteckte Risiken auf und finde die optimale Lösung für Sie.

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