
„Hinter den Kulissen der Realität“ ist der Debüt-Horror von A24 und dem begabten 20-jährigen Regisseur Kane Parsons, entstanden aus der Kult-Webserie über gelbe Gänge. Wie gut alles gelungen ist, analysieren wir in dieser Rezension.
Ein gescheiterter Architekt (der seiner Ex-Frau ständig die Schuld dafür gibt) und Inhaber eines Möbelladens, Clark (Chiwetel Ejiofor), versucht verzweifelt, sein sterbendes Geschäft zu retten, und besucht regelmäßig eine Psychologin mit traurigen Augen – Mary (Renate Reinsve), die selbst auch einen Fachmann bräuchte. Eines Nachts übernachtet Clark in seinem eigenen Laden und entdeckt hinter der Wand seltsame, hastig verlassene Büroräume in einem beunruhigenden Gelb. Von der Entdeckung fasziniert, verschwindet Clark immer häufiger in einer anderen Dimension und bald ganz für immer. Die besorgte Mary macht sich auf die Suche nach ihm und gerät ebenfalls in die Falle.
Der neue Horrorfilm von A24 über liminale Räume, „Hinter den Kulissen der Realität“, kann im Prinzip fesseln, wenn man günstige und atmosphärische Spiele durch verlassene, unheimliche Korridore mag. Aber das kann man kaum als Meisterwerk bezeichnen, obwohl es natürlich auch kein kompletter Misserfolg ist (gemessen an den Einspielergebnissen, der Fangemeinde und dem großartigen Mundpropaganda).

Ein leicht überbewerteter Horrorfilm im Quest-Format, den man aber nur schwer als Horror bezeichnen kann. Das Interessanteste ist, wie lange die Autoren den fast zweistündigen Lauf durch einen eintönigen Raum durchhalten, der wie aus den filmischen Träumen von Michel Gondry zu stammen scheint. Spoiler: Manchmal reichen die Kräfte nicht, aber es gelang scheinbar, erfolgreich ins Ziel zu kommen.
Der Debütregisseur Kane Parsons, der eigentlich die berühmte Webserie The Backrooms über das geheimnisvolle gelbe Zimmer erschaffen hat, fiel dem Studio A24 auf, dessen phänomenales Gespür für junge Talente bereits kosmische Ausmaße erreicht hat. Aber nicht nur für Talente. Die Studio-Bosse erkannten schnell, dass das Format der urbanen Legenden und der urbane Folklore gut in der aktuellen Zeit des kollektiven Traumas ankommen. Denn Spukschlösser und Puppen mit Messern sind längst Vergangenheit. Heute machen uns sterile Büroräume Angst (oder gemütlich aussehende Wohnzimmer mit weichem Licht, wie im mystischen „Halbtöne“), und die Dunkelheit der Keller wirkt weit weniger bedrohlich als dieses totenstille, gleichmäßige, von nirgendwo her kommende künstliche Licht.
Und der auf diesem Boden geschaffene Trend traf fast perfekt im Jahr 2026 ein. Parsons, der ein Budget, einen guten Drehbuchautors Will Suddick () und zwei preisgekrönte Schauspieler aus dem ernsten Kino bekam – den Oscar-Nominierten für „12 Years a Slave“ Chiwetel Ejiofor und die kürzlich mit Gold in Cannes ausgezeichnete Renate Reinsve – machte sich eifrig an die Arbeit. Allerdings, so scheint es, war der gesamte Drehplan bereits im Voraus erdacht, da Parsons in letzter Zeit die langlebige Webserie genau beobachtet hatte und wusste, was und wohin er setzen musste.
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Daher rührt diese Präzision der Bewegungen, die unheimlichen Großaufnahmen und die plötzlichen Übergänge zur Handkamera, kombiniert mit dem Geschick im Umgang mit Farbkorrektur und Beleuchtung. Parsons liefert buchstäblich eine konzeptionelle Grundlage, und diejenigen, die mit der Mythologie von The Backrooms vertraut sind, können ein bekanntes Zittern in den Knien spüren. Aber diejenigen, die zum ersten Mal davon hören, werden höchstwahrscheinlich verwirrt zurückbleiben. Denn die Handlung des Films ist billig, und die Macher haben es sich wie gewohnt nicht angewöhnt, etwas zu erklären. Sie sagen: Lest selbst. Grabt nach.
Gelegentlich wechselt Parsons zu einem VHS-Bild, was idealerweise die Nähe zum Original, auf dem „Hinter den Kulissen der Realität“ basiert, maximieren soll, aber das zitternde Bild ist ehrlich gesagt nur ermüdend. Zum Glück übertreibt es der Regisseur nicht. Und wenn alles wieder an seinen Platz rückt, wird es etwas langweilig, weil die Autoren sofort anfangen, die Psychoanalyse auszuschlachten, um ihr Werk tiefer zu machen, als es tatsächlich ist, und stur das Gesicht dem bereits abgedroschenen Trend des „High Horror“ zuwenden.

Kindheitstraumata? Ja, das hatten wir schon oft. Beziehungskrise? Gab es auch. Auf der Stelle rennen in der Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft? Dazu haben sich viele lange vor dem Erscheinen von „Hinter den Kulissen“ geäußert. Im Grunde bietet der Horrorfilm nichts Neues. Und letztendlich nervt er nur mit den langsamen und vorsichtigen Bewegungen der Helden durch gelbe Räume und den ständigen Klagen über verpasste Chancen.
Die Therapie wird hier wieder zu einem dramaturgischen Krückstock, der metaphorisch Clark angelegt wird, wenn er unbeholfen humpelnd sein lebloses Geschäft bewirbt.
Irgendwann wird das alles zu einer vergeblichen Erwartung, dass die Autoren endlich „Leben einhauchen“ und hinter der nächsten gelben Wand etwas wirklich Spannendes auf uns wartet. Aber nein. Die interessantesten Momente aus Horror-Sicht sind die letzten 10-15 Minuten des Films, wenn die Heldin von Reinsve zu einem hektischen Lauf durch einen zugemüllten Raum vor einem gruseligen hölzernen Monster in Gestalt von John Silver aufbricht.
Hier kann man sich über die Fantasie der Autoren freuen: Die Kamera zuckt, das Licht flackert, und das Monster, das wie aus Büromöbelbruchstücken zusammengesetzt ist, macht wirklich Angst. Manchmal wird es unheimlich. Schade, dass man zu lange braucht, um hierher zu gelangen.
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