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Im Online-Streaming ist die oldschoolige Actionkomödie „Gefährliches Duo“ von „Blue Beetle“-Schöpfer Angel Manuel Soto mit Dave Bautista und Jason Momoa erschienen. Was hat Alexander Nevsky damit zu tun und warum der Zuschauer der größte Verlierer in...

Marineoffizier James Hale (Dave Bautista) erhält die traurige Nachricht, dass sein Vater, den James aufgrund unklarer Missverständnisse lange nicht gesehen hat, bei einem Unfall auf einer Stadtstraße ums Leben gekommen ist. James‘ Frau Layla (Rhoimatta Fox) ist der Meinung, dass er dies seinem Bruder Johnny (Jason Momoa) mitteilen sollte – einem Polizeibeamten aus einer kleinen Reservation –, doch James drückt sich mit verschiedenen Ausreden. Also ruft Layla heimlich Johnny an und erwischt ihn im ungünstigsten Moment: Seine geliebte Frau Valentina (Morena Baccarin) verlässt ihn.

Trotzdem beginnen die Brüder, als sie sich auf der Beerdigung versammeln, eine Stichelei auf dem Niveau eines Sandkastens direkt am Sterbebett, und erfahren später, dass ihr Vater nicht zufällig starb: Jemand wollte unbedingt verhindern, dass er eine Reihe wichtiger Enthüllungen macht. Daraufhin beginnen die Halbbrüder, ihre gegenseitige Abneigung überwindend, mit ihren eigenen Ermittlungen und geraten in ein Netz aus kriminellen Verschwörungen, bei dem jeder Faden zu ihren eigenen, unausgesprochenen Missverständnissen führt.

„Gefährliches Duo“: Eine Actionkomödie, die mit beiden Händen schießt, aber danebentrifft
Szene aus dem Film „Gefährliches Duo“

So beginnt „Gefährliches Duo“ – der neue Film von Amazon Prime Video, der als ehrlicher, oldschooliger Actionfilm über zwei Hünen positioniert wird, nach den Maßstäben der Videotheken-Ära, als muskulöse Männer, die mit Mafia-Clans abrechneten, besonders angesehen waren. Der Film besetzt selbstbewusst seine Nische im Pantheon des offen machistischen Actions – teuer, prominent, technologisch fortschrittlich, ein Produkt des Hollywood-Fließbands, aber ohne jede Spur einer Autorenhandschrift.

Die Formel ist schmerzhaft vertraut: Aggressives Marketing und die Chemie zwischen den Schauspielern stehen im Vordergrund und überdecken Fragen nach der Originalität des Drehbuchs oder der Tiefe der Charaktere. Regisseur Angel Manuel Soto, der zuvor den soliden, aber angesichts der DC-Universums-Neustrukturierung unbemerkten „Blue Beetle“ drehte, befolgt hier einfach gewissenhaft diese Regeln.

Von den ersten Bildern an ist „Gefährliches Duo“ ein klassisches Buddy-Movie: zwei Antipoden, verbunden durch eine gemeinsame schmerzhafte Vergangenheit, müssen zusammenarbeiten. James – gefasst und diszipliniert, gerade wie ein Bajonett. Johnny – chaotisch, trinkend, eher wie eine verbannte Rockstar-Figur als ein Gesetzeshüter. Ihre Rivalität soll sowohl dramatische Spannung als auch komische Effekte liefern. Während letzteres der Film mal mehr, mal weniger schafft, verfällt das Drama schnell in Klischees. Das Drehbuch gibt sich bald gar nicht mehr Mühe mit psychologischer Glaubwürdigkeit und nutzt einfach bewährte Schemata aus.

„Gefährliches Duo“: Eine Actionkomödie, die mit beiden Händen schießt, aber danebentrifft
Szene aus dem Film „Gefährliches Duo“

Dabei war der Vorschuss, den der Film zu Beginn erhielt, wirklich stark. Die Hauptwette des Projekts ist das Duo Bautista und Momoa. Beide haben eine starke Leinwandpräsenz, die selbst schwaches Material verzeihen lässt. Ihre Interaktion ist der einzig wirklich lebendige und funktionierende Teil von „Gefährliches Duo“. Aber dieses Instrument ist offenbar in die falschen Hände geraten, und wenn man annimmt, dass der Film zum Beispiel von Panos Cosmatos gedreht worden wäre, wäre es besser geworden.

Selbst in der ironischen Ebene, in der der Film ursprünglich angelegt ist und von der man im Grunde keine tiefgründigen Gedanken erwartet, fehlt es dem „Duo“, entschuldigen Sie, an grundlegendem „Fett“, Schärfe, Dreistigkeit und einer gewissen Pfauen-Eitelkeit, um in der B-Kategorie-Nische voll zu glänzen. Doch alles, was Regisseur Soto erreicht hat, ist ein körniges Filmkorn, das nur so tut, als ob es etwas bedeuten würde. Aber das ist leider zu wenig.

Alles andere sind nur blasse Kulissen. Das vielversprechende Geheimnis um Yakuza und Korruption verwandelt sich schnell in einen formalen Vorwand für eine weitere Schießerei oder einen neuen Wortwechsel. Nachdem die Aufmerksamkeit des Zuschauers mit einem ziemlich spektakulären Kampf auf engem Raum gefesselt wurde, bei dem Momoa wie ein Elefant im Porzellanladen kämpft, lässt der Regisseur alles treiben, und selbst für einen einfachen Actionfilm wirkt das hier ziemlich billig und keineswegs wütend. Der Ton des Films schwankt zwischen ironischer Komödie und Familiendrama über brüderliche Liebe, ohne die goldene Mitte zu finden. Witze sind in blutige Auseinandersetzungen eingestreut, das Drama ertrinkt in Farce. Statt eines leichten, dynamischen Abenteuers erhält man etwas Langweiliges und innerlich Widersprüchliches.

Letztendlich ist „Gefährliches Duo“ eine kleine, aber dennoch Katastrophe. Es nervt nicht und begeistert nicht, es existiert einfach als Datei im digitalen Katalog. Für einen Zuschauer, der einen Abend in Gesellschaft vertrauter Klischees ohne unnötige Gedanken verbringen möchte, mag das reichen. Für diejenigen, die vom Kino zumindest einen Schatten von Einfallsreichtum oder emotionaler Resonanz erwarten, nicht. Allerdings hat der Film dennoch einen Pluspunkt: Seine Handlung eignet sich perfekt für ein weiteres Remake, das Alexander Nevsky drehen könnte. Das Niveau ist tatsächlich haargenau dasselbe.