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Oh, es fehlen gerade gute Rom-Coms. Aber für Filme wie „Ewigkeit“ kann man auch warten, denn sie entschädigen die Wartezeit mehr als reichlich.

Kurze Handlung

Joan (Elizabeth Olsen) und Larry (Miles Teller) verbrachten 65 Jahre zusammen. Sie kennen sich wie ihre Westentasche. Und nun ist ihre Zeit auf der Erde abgelaufen – jetzt müssen sie wählen, wie genau die Ewigkeit ihres Lebens nach dem Tod aussehen soll.

Die Sache wird dadurch erschwert, dass am Umschlagplatz Joans große Liebe ihrer Jugend auf sie wartet – ihr erster Ehemann, Luke (Callum Turner), der all die Jahre auf sie gewartet hat, um seine Ewigkeit mit ihr zu teilen. Vor ihr steht eine unmögliche Wahl – die verlorene Liebe, die keine Chance hatte zu erblühen, oder die Wiederholung des Familienlebens auch nach dem Tod.

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Wähle deine Ewigkeit

„Ewigkeit“ geht sehr unkonventionell an das Gespräch über das Leben nach dem Tod heran. In diesem Fall zeichnet uns Regisseur David Freyne ein ziemlich trauriges Bild in seiner Komik. Nach dem Tod erwartet uns ein vollständiger und unbestrittener Kapitalismus mit Marktwettbewerb, mit harten und unverständlichen Regeln.

Diese Regeln sind einer der größten Nachteile des Films. Den Kampf verschiedener Werbeagenturen darum, dass die Verstorbenen genau ihre Version der Ewigkeit wählen, zu beobachten, ist ziemlich amüsant. Aber wenn man anfängt, über die Fallstricke nachzudenken, wird einem ganz unwohl.

Die Sache ist die, dass die Hauptfigur nicht nur einen der beiden Männer auswählen muss, sondern auch den Ort, an dem sie für immer bleiben werden. Und wie sehr einen der Gedanke deprimiert, dass die Menschen, selbst wenn sie ihre persönlichen Eigenschaften auch im Jenseits bewahren, keine Möglichkeit haben, es sich anders zu überlegen. Die Berge werden nicht mehr so magisch sein, die Strände nicht mehr so fröhlich, Paris nicht mehr so romantisch. Verbringe mal Hunderttausende von Jahren dort.

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Dafür ist das Werberennen der Ewigkeiten hier die Hauptquelle der Komik. Was für Orte haben sich die Mitarbeiter des Jenseits nur ausgedacht! Da gibt es die Ewigkeit ohne Männer, die Ewigkeit im Krankenhaus für Ärzte, die kosmische Ewigkeit. Dabei bleiben beim Zuschauer leider mehr Fragen als Antworten. Wer hat das Sagen? Wer hat diese dummen Regeln erfunden? Warum sind sie überhaupt nötig?

Dafür gibt es hier die bezaubernden Da'Vine Joy Randolph und John Early, die dazu beitragen, die Spielregeln etwas leichter zu akzeptieren.

Liebesdreieck

Trotz offensichtlicher Logiklücken in der Welt gewinnt der Film eindeutig in Bezug auf die Figuren und Beziehungen.

Besonders gut legt „Ewigkeit“ den Fokus auf die Figur von Miles Teller, Larry. Miles kann eben großartig spielen, wenn er will, denn in ihm ist ein mürrischer, aber gutmütiger alter Mann zu erkennen, der unerwartet für sich selbst verjüngt wurde.

Gleichzeitig liefert Callum Turner ebenfalls eine wunderbare schauspielerische Leistung ab. Und gerade das Konzept seiner Figur ist meiner Meinung nach am interessantesten. Luke wartete auf seine Geliebte, um mit ihr in die Ewigkeit zu gehen, und opferte diesem Warten 67 Jahre Arbeit an einem überfüllten Bahnhof der Verstorbenen.

Vielleicht sticht hier die Figur von Elizabeth Olsen etwas negativ hervor. Verstehen Sie mich nicht falsch, sie spielt wunderbar, aber … Ich habe nie verstanden, was an ihrer Joan so besonders war, dass beide Männer so sehr um die Möglichkeit kämpfen, mit ihr zusammen zu sein. Ja, sie spricht irgendwann selbst dieses heikle Thema an, aber das macht ihre Figur nicht … irgendwie. Bis zum Abspann wissen wir fast so wenig über Joan wie nach den ersten 10 Minuten des Films.

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Fazit

Und dennoch ist „Ewigkeit“ eine bezaubernde Rom-Com, die das Thema Liebe von verschiedenen Seiten erkundet. Denn was ist Liebe? Eine einmalige Welle von Gefühlen, die dich umhaut, oder viele stille, ruhige und offen gesagt langweilige Alltage?

Mir gefällt, dass der Film sich nicht schämt, eine Seite zu wählen. Dass „Ewigkeit“ den Zuschauern viele Argumente „dafür“ und „dagegen“ präsentiert, sie zum Grübeln bringt und dann so handelt, wie Joan ihrer Vorstellung nach gehandelt hätte (wie schade, dass ihre Figur dadurch nicht interessanter wird).

Und man versteht, dass jede ihrer Entscheidungen richtig gewesen wäre. Und das Wichtigste hier ist, was ihr persönlich wahres Glück bringt.

Wenn Sie Rom-Coms und leichte (aber nicht einfache!) Geschichten mögen, dann empfehlen wir Ihnen auf jeden Fall, „Ewigkeit“ anzusehen. Und dann kommen Sie in unsere Kommentare und erzählen Sie uns, welche Ewigkeit Sie wählen würden.