
„The Running Man“ kommt in die Kinos, inszeniert von einem der besten Regisseure der Gegenwart, und sein Name ist Edgar Wright. Zu diesem Anlass erinnern wir uns an seine früheren Werke – und versuchen, sie zu ordnen.
Wie wurde die Liste erstellt? Natürlich durch eine Massenabstimmung! Aufgrund der unterschiedlichen Bewertungen der Teilnehmer blieb die endgültige Liste bis zum letzten Moment unbekannt. Aber es kam, wie es kam – und uns gefällt, was dabei herausgekommen ist.
Leider fand sich in Edgar Wrights Top-Liste kein Platz für sein frühes Werk „Eine Handvoll Finger“, den Dokumentarfilm „Die Sparks-Brüder“ und sogar „“ (was einige unserer Autoren sehr verärgerte). Aber die Liste wurde mit Liebe und Wärme erstellt, also genießt sie!
Platz 5 – „Baby Driver“ (2017)
„Baby Driver“ ist ein fesselnder Kriminalthriller, der sich durch seinen einzigartigen Stil von allen anderen Werken des Regisseurs abhebt. Wright schuf einen Film, in dem Ton und Schnitt synchron mit den Handlungen der Figuren arbeiten, insbesondere mit der Hauptfigur.
Der Film verbindet spannende Actionszenen mit leichtem Humor und berührenden Momenten. Die Musik ist hier nicht nur Hintergrund, sondern wie eine „Figur“, die die Emotionen der Charaktere und die Höhepunkte der Handlung begleitet und eine Atmosphäre von Drive und unaufhaltsamer Zeit schafft.
Dem Zuschauer wird sicherlich Kevin Spacey in der Rolle des einflussreichen kriminellen Anführers in Erinnerung bleiben. Lily James, die Babys Liebesinteresse spielt, bringt eine romantische und helle Note in den Film und schafft einen Kontrast zum kriminellen Hintergrund. Und Jamie Foxx beeindruckt mit Charisma und aggressiver Energie in der Rolle des Komplizen bei Überfällen. Erwähnenswert ist auch der Hauptdarsteller Ansel Elgort, der sicherlich als weiterer Meister am Steuer im Kino in Erinnerung bleiben wird.
Neben der dynamischen Handlung und den lebendigen Charakteren thematisiert der Film Abhängigkeit, den Kampf mit inneren Dämonen und die Hoffnung auf einen Neuanfang. „Baby Driver“ ist also gleichzeitig ein spektakuläres, emotionales und stilvolles Kino, das einen starken Eindruck hinterlässt und definitiv in Wrights Top-Liste stehen sollte.
Platz 4 – „Shaun of the Dead“ (2004)
„Shaun of the Dead“ ist praktisch Edgar Wrights Spielfilmdebüt und gleichzeitig die Quintessenz seines Regiestils: schnelle Schnitte, charakteristische Zoom-Aufnahmen, Liebe zum kleinsten Detail und ein besonderes Flair durch die Kombination von schwarzem Humor und Dynamik. Der Film war der erste wirklich originelle komödiantische Zombie-Horror des neuen Jahrtausends, der organisch mehrere Genres vereinte. Mit der Liebe eines wahren Fans dieses Subgenres spielt Wright mit Handlungstropes und formt eine eigenwillige Trilogie, in der Alltäglichkeit und Außergewöhnliches verschmelzen.
Der Hauptheld ist ein gewöhnlicher Mensch, der das Interesse am Leben verloren hat, aber die Zombie-Apokalpyse wird zum Katalysator seiner inneren Transformation. Shaun kämpft mit den Problemen des „Erwachsenenlebens“ vor dem Hintergrund einer Invasion wandelnder Toter, die hier organisch in die britische kulturelle und humoristische Textur eingewoben sind. Der Film fungiert als Metapher für die Anfälligkeit für Konformismus, den Verlust der Verbindung zu sich selbst, der Individualität und buchstäblich der Lebensenergie, und erzählt eine persönliche Geschichte des Kampfes des Helden gegen Apathie und der Erlangung von Führungsqualitäten im Chaos.
Die Handlung verdünnt nicht nur Horror-Klischees, sondern entwickelt sie durch ein durchdachtes Drehbuch und präzisen Schnitt, die die Dynamik und emotionale Glaubwürdigkeit der Figuren unterstützen, reichhaltig weiter. Trotz manch absurder Situationen resonieren die Charaktere, weil sie echt wirken: unbeholfen, aufrichtig, genau wie wir.
Shauns Weg und der seiner Lieben ist nicht nur eine Geschichte des Überlebenskampfes, sondern auch der Versuch, ein Gefühl von Normalität zurückzugewinnen und in einer auf den Kopf gestellten Welt festen Boden unter den Füßen zu spüren (wie aktuell ist das jetzt). Und natürlich ist es ein echtes kulturelles Phänomen, das das britische Kino auf ein neues Niveau gehoben hat. Als Teil der Wiederbelebungswelle des Zombie-Horrors wurde der Film zu einer wahren Ode an die Freundschaft und den Kampf gegen soziale Ängste, die mit unverwechselbarem Humor und Herzlichkeit präsentiert werden. Sein makelloser Rhythmus, seine Herzlichkeit und seine furchtlose Originalität machen jede Sichtung für viele Fans seit über zwanzig Jahren frisch und fesselnd.
Platz 3 – „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ (2010)
Edgar Wright ist ein Regisseur, der mit relativ großen Budgets arbeitet, aber immer B-Movies dreht. Sein durchgängiger Grindhouse-Stil hat im Laufe seiner Karriere so manche „dunkle Valentinskarte“ und bezaubernde Seltsamkeiten, mehrere Apokalypsen und rhythmisch geordnete Liebesgeschichten, ein paar kurzhaarige Comedians und strubbelige Infantile für den Zuschauer bereitgehalten, die sich gutmütig abwechseln.
Wrights Filme gleichen einer Reise eines wilden Kopfes von einem schrulligen Friseur zum nächsten, wobei der wichtigste Stuhl für „Scott Pilgrim“ reserviert ist – eine freie, aber leicht distanzierte Superheldik der neuesten Generation.
Digitale saure Schlägereien mit Ex-Freunden und analoge Proben einer Jugendrockband – niemand schien den Epochenwechsel so sehr zu durchleben wie Edgar Wright, der seinen Mythos von einem Mädchen mit blau-rosa Haaren und einem Typen mit Gitarre schuf, dem alles egal ist, außer dem Wichtigsten.
Platz 2 – „The World‘s End“ (2013)
Alle namhaften Filmemacher kann man grob in diejenigen unterteilen, die sich hauptsächlich als Regisseure hervorgetan haben, und diejenigen, die eher als Drehbuchautoren erfolgreich waren. Wenn wir über Edgar Wright sprechen, dann müsste man ihn unbedingt der zweiten Kategorie zuordnen, und den Höhepunkt seiner Form als Dramatiker erreichte er im abschließenden Kapitel der „Blood and Ice Cream“-Trilogie. Hinter der äußerlichen Einfachheit der Handlung über fünf Schulfreunde, die nach vielen Jahren beschließen, ihren Alkoholmarathon zu einem Abschluss zu bringen, verbirgt sich ein Mosaik aus kleinen Details und Vorahnungen.
So deuten die Namen und Schilder jeder der Kneipen auf die Ereignisse hin, die sich darin abspielen werden, und die gesamte Handlungslinie in der Gegenwart reproduziert während der gesamten Reise der Helden die Ereignisse der Sauferei von 1992. Edgar hat auch früher nicht mit solchen Mitteln gegeizt und großzügig „Tschechowsche Gewehre“ über die Laufzeit verteilt, aber in diesem Film hat er sich definitiv selbst übertroffen. Bei wiederholtem Anschauen, wenn die Auflösung bereits bekannt ist, erhält der Zuschauer die Möglichkeit, die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, wodurch viele Sätze, die die Figuren wie beiläufig in Dialogen fallen lassen, neue Bedeutungsschattierungen gewinnen. Die hohe „Wiederschauberkeit“ des Films ist wohl der beredteste Indikator für das Können des Drehbuchautors.
Außerdem möchte man zu „The World‘s End“ zurückkehren, weil es ein fantastisch niedliches Dramedy über verspätetes Erwachsenwerden ist. Der „ewige Partygänger“ Gary King verkörpert nicht nur destruktive Nostalgie, sondern auch die Angst vor der Routine und den existenziellen Schrecken des Alterns. Im Gegensatz zu seinen Freunden, die sich niedergelassen haben und ein stabiles Einkommen haben, hat der Held Simon Pegg im Leben nichts erreicht. In Wrights Filmen stehen immer „Verlierer“ im Mittelpunkt der Handlung, aber Gary erinnert mehr als die anderen an einen echten Menschen – vielleicht an einen Bekannten von dir oder sogar an dich selbst!
Platz 1 – „Hot Fuzz“ (2007)
Edgar Wrights „Hot Fuzz“ ist eine respektlose und gleichzeitig geniale Farce. Ein Film, der sich über alle Polizeifilme gleichzeitig lustig macht. Wright nahm alles, woran wir uns aus „Lethal Weapon“, „Bad Boys“ und sogar „Point Break“ erinnern – Schießereien, Explosionen, coole Cops mit schwerer Vergangenheit – und hat das Ganze ins Absurde verarbeitet. Herausgekommen ist nicht nur eine Farce, sondern ein sehr lustiges und kluges Durcheinander, bei dem jedes Klischee des Genres im lächerlichsten Licht dargestellt wird.
Das Beste daran ist der typische Humor des britischen Spötters, den er mit unbewegter Miene zu vermitteln versucht, was es noch lustiger macht. Tief nationalen und stellenweise sogar lokalen Humor absolut jedem Menschen auf dem Planeten verständlich zu machen, ist, wie ihr zugebt, ein Zeichen von großem Talent. In „Hot Fuzz“ verhält sich Wright wie der ideale Begleiter im Kinosaal. Er tut nicht so, als wäre er ein Genie, sondern setzt sich einfach in den Sessel und lacht mit allen über die Missgeschicke der beiden ungeschickten Polizisten und lädt die Zuschauer aufrichtig zu dieser fröhlichen Attraktion ein.
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