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Die komödiantische Dramödie von Nina Volova „Feuerwerke am Tag“ gewann die Auszeichnung in der Kategorie „Bestes Debüt“ beim Filmfestival „Majak“. Lesen Sie in unserem Artikel über einen der größten Schätze des in Gelendschik stattgefundenen Festival...

Laut der Handlung von „Feuerwerke am Tag“ bringt das Geschäft von Viktor (Alexander Robak) mit dem Verkauf von Kronleuchtern und Lampen den Aktionären schon lange keinen Gewinn mehr. Um die investierten Mittel zu retten und das Unternehmen vor dem Ruin zu bewahren, fliegt sein Geschäftspartner Weihong (Wang Bing) aus China nach Russland. Nach einer realistischen Einschätzung der Lage erkennt der Ausländer, dass der einzige Ausweg aus der Situation die Beschlagnahmung von Viktors Haus zur Schuldentilgung ist. Mit dieser Entwicklung sind jedoch dessen Töchter nicht einverstanden – die Russisch-Nachhilfelehrerin Olya (Daria Konyzheva), die Lebefrau Lena (Masha Raskina) und die Beatmakerin Toma (Vera Engalycheva).

Feuerwerke am Tag 2025
Standbild aus dem Film „Feuerwerke am Tag“

Unter der großen Anzahl von Filmen, deren Leitmotiv der Zusammenprall verschiedener Mentalitäten ist, zeichnet sich „Feuerwerke am Tag“ vor allem dadurch aus, dass die Regisseurin stereotype Darstellungen sowohl von Chinesen als auch von Russen vermieden hat. Nina Volova ist ein tschechowisch lakonisches, treffsicheres, aber absolut wohlwollendes Feuilleton gelungen, das von leichter Ironie durchdrungen ist und sich gegen niemanden richtet. Im Gegensatz zu „Besonderheiten der nationalen Jagd“ von Alexander Rogoschkin, wo der absurde Alkoholwahn Hand in Hand mit einer fast dokumentarischen Erforschung der Identität ging, gibt es in der Dramödie mit Robak weder das eine noch das andere. Dennoch enthält der Film eine Reihe recht treffender Beobachtungen über den Kontrast zwischen den Weltanschauungen der Figuren.

Während der Chinese Weihong, gespielt von Wang Bing (zweifellos die größte Entdeckung des letzten „Majak“-Festivals unter den Schauspielern), äußerst rational und pragmatisch ist, scheint der einheimische Pechvogel-Unternehmer Viktor grundsätzlich nicht auf hohe Ergebnisse aus zu sein. Obwohl seine Firma kurz vor der Pleite steht und er selbst bis über beide Ohren verschuldet ist, behält er weiterhin Mitarbeiter, die ihre Arbeit nicht gewissenhaft erledigen oder längst das Rentenalter überschritten haben. Sein Unternehmen ist unrentabel, auch weil es auf Ehrenwort, freundschaftlichen Beziehungen und dem berühmten russischen „Vielleicht“ beruht. Und das alles ist weniger Ausdruck von Humanismus oder Seelenweite, sondern eher von Vetternwirtschaft und der Weigerung, etwas zu ändern.

Filmkritik „Feuerwerke am Tag“
Standbild aus dem Film „Feuerwerke am Tag“

Gleichzeitig versucht Alexander Robaks Figur trotz der desolaten finanziellen Lage immer noch, auf großem Fuß zu leben und seine Töchter und Geliebten großzügig mit Geld zu beschenken. Die Umstände zwingen ihn zwar allmählich, sich von den Attributen des früheren Luxus zu trennen, was er auch tut, bis die Frage des Hausverkaufs aufkommt, die einen Zerwürfnis in der Familie auslöst. Man kommt nicht umhin zu denken, dass „Feuerwerke am Tag“ eine aktualisierte Paraphrase von „Der Kirschgarten“ ist, in dem der Krisenmanager Weihong eine Reinkarnation des fortschrittlichen Kaufmanns Lopachin ist. Allerdings mit dem Unterschied, dass bei Anton Pawlowitsch der Generationenkonflikt diametral entgegengesetzt war: Die Alten sträubten sich gegen den Verkauf, während die Jugend keinen Sinn in der Erhaltung des Adelsnestes sah. Übrigens war Volovas Film, genau wie Tschechows Stück, aus persönlichen Erinnerungen der Autorin gewoben.

Feuerwerke am Tag ansehen
Standbild aus dem Film „Feuerwerke am Tag“

Das Beste an „Feuerwerke am Tag“ ist die fulminante (Verzeihung, der Autor konnte sich das Wortspiel nicht verkneifen) Ausarbeitung der Figurencharaktere, was für ein Langfilmdebüt eine große Seltenheit ist. Die Porträts aller handelnden Personen, einschließlich der Nebenfiguren, sind nicht mit breiten Pinselstrichen gemalt, sondern jeder von ihnen erhält unverwechselbare individuelle Züge. Was soll man sagen, wenn sogar der Geliebten des Vaters, die zunächst den Eindruck einer dummen und auf sozialen Status bedachten jungen Dame macht, die Möglichkeit gegeben wird, über das gängige Klischee hinauszuwachsen und sich von einer unerwartet edlen Seite zu zeigen. Darin liegt wohl der Hauptreiz des Films: Es gibt keine Figuren, für die der Zuschauer nicht Sympathie empfindet.

Gelegentlich erlaubt sich die Debütantin Volova, von der eleganten tschechowschen Ironie abzuweichen und Pointen einzuflechten, die eher typisch für populäre Unterhaltungskomödien sind als für Autorenkino. So landet der geschiedene Weihong durch die Fügung des Schicksals auf einem Date mit einer Frau, die die Bekanntschaft mit finanziellen Forderungen an den Partner beginnt, woraufhin der verlegene Chinese ihr sagt, er habe noch nie die Dienste von Escort-Damen in Anspruch genommen. Daraufhin hält die über diesen Vergleich empörte Dame dem Gast aus dem Reich der Mitte einen Minivortrag darüber, dass Sexarbeit und Unterhaltung keineswegs identische Begriffe seien. Dieser Sketch ist zwar verständlicherweise überflüssig und abgedroschen, aber nicht zu fremdartig, um das Gesamtbild zu verderben.

Standbild aus dem Film „Feuerwerke am Tag“
Standbild aus dem Film „Feuerwerke am Tag“

Gegen Ende tritt Wang Bings Figur in den Hintergrund, und mit ihr der spöttische Ton, die unvermeidlichen grotesken Anklänge und die Optik des Ausländers, der über die für uns alltäglichen Dinge und Situationen staunt. Der Fokus verlagert sich auf die drei Schwestern, die sich gegen ihren eigenen Vater stellen, um das Haus zu verteidigen, in dem sie aufgewachsen sind. Die Leidenschaften heizen sich allmählich auf: Der Familienpatriarch leert zur Bestrafung der rebellischen Kinder den Pool (füllt ihn aber später wieder, diesmal für seine Angebetete), während die Mädchen versuchen, wirtschaftliche Freiheit zu erlangen, indem sie Papas Geschenke zum Verkauf anbieten.

Doch als die Temperatur bereits unerträglich wird und die Flamme des Konflikts die Verwandten beinahe für immer trennt, löscht Nina Volova sie folgerichtig mit Wasser. Den Figuren wird klar, dass ein Haus mehr ist als vier Wände, ein Dach, ein Billardzimmer, eine Sauna und ein Pool. Anstelle des fernen, wie vom Himmel fallenden Klangs einer gerissenen Saite, mit dem Tschechows epochales Stück endete, hört der Zuschauer das Donnern von Feuerwerken, die natürlich am helllichten Tag gezündet werden.