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Der König des Absurden, Quentin Dupieux, ist in letzter Zeit fruchtbar mit neuen Meisterwerken. Keine Ausnahme ist der Film „Der Klavierfall“, der getrost als Benefizvorstellung von Adèle Exarchopoulos bezeichnet werden kann. Der Film kam am 21. Augu...

Magali Moreau (oder Megachars) gespielt von Adèle Exarchopoulos ist eine berühmte Influencerin, die durch ihre Gabe (oder ihren Fluch) berühmt wurde, keinen Schmerz zu empfinden. Die Unempfindlichkeit gegenüber körperlichem Schmerz reimt sich gut mit dem Mangel an Empathie im Charakter der Heldin. Fast sofort sieht der Zuschauer eine arrogante, jeder humanitären Prinzipien beraubte junge Frau, die sogar ihren persönlichen Assistenten und Produzenten mit Verachtung behandelt.

Adèle ist in Dupieux‘ Filmen immer anders und skurril und versteht es, in jeder ihrer Heldinnen etwas Besonderes zu finden, das den Charakter der Figur entweder so delikat oder im Gegenteil so extravagant unterstreicht, dass man ihr buchstäblich von den ersten Sekunden an bedingungslos glaubt.

Der Klavierfall 2025
Standbild aus dem Film „Der Klavierfall“

Ein seltsames Lachen, ähnlich einem verstimmten Klavier, ein müder und schwerer Gang, der auf die Schwere der Last hinweist, die die Heldin trägt, und schließlich eine Zahnspange, die die Gesichtszüge leicht verändert. Ähnelt sie einem Vogel, der mit hoher Geschwindigkeit gegen die Windschutzscheibe prallt und dessen lebloser Körper noch von den eingeschalteten Scheibenwischern hin und her geworfen wird? Natürlich, ja. Eine Metapher direkt auf die Stirn, aber wie wunderbar sie funktioniert.

Ein scheinbar völliger Gegensatz zu Magali ist die Journalistin Simone Herzog (Sandrine Kiberlain), der es fast peinlich ist, den Internetstar zu erpressen, um ein Interview zu bekommen. Trotz all ihrer Empathie und Höflichkeit sowie ihres Bemühens, in die Tiefen der Seele einer alles andere als angenehmen Gesprächspartnerin zu blicken, verfolgt Simone dennoch eigennützige Ziele. Natürlich kann man die Heldinnen grob in Licht und Dunkelheit einteilen, aber das Licht dient hier eher dazu, die Schwärze von Magalis Seele besser zu erkennen.

Der Klavierfall Rezension
Standbild aus dem Film „Der Klavierfall“

Die Heldin selbst und ihr nicht allzu zahlreiches Umfeld leben in einem konsumorientierten Paradigma. Dem Regisseur gelingt es, dies im Film „Der Klavierfall“ wertfrei zu zeigen, weshalb es ziemlich beängstigend und traurig ist, dies zu beobachten, obwohl das komödiantische Genre etwas anderes vermuten lässt. Im Herzen und in der Seele bleiben gemischte Gefühle zurück, und im Kopf bleibt Stoff zum Nachdenken. Ob sich dieser als leerer, geschmackloser Joghurt oder als etwas Interessanteres entpuppt, muss der Zuschauer entscheiden.