
Die Fantastischen Vier – so etwas wie der Batman des Marvel-Universums, der mehrere Reinkarnationen durchgemacht hat, während die Verfilmungsrechte von Studio zu Studio weitergereicht wurden. Die Erzählstile und die Stimmung änderten sich, aber selbs...
„Fantastische Vier: Erste Schritte“ bemüht sich nicht erneut, den Prozess des Erwerbs von Superkräften durch das Team zu zeigen, da fast jeder mit der Überlieferung vertraut ist. Aus einem Ausschnitt einer Fernsehsendung erfährt der Zuschauer, dass das Team bereits seit vier Jahren existiert. Sie haben nicht einen Schurken besiegt, mit einigen sogar Frieden geschlossen, und jetzt widmet sich jeder einer Herzensangelegenheit. Aber die Hauptsache ist, dass Reed Richards (Pedro Pascal) und Sue Storm (Vanessa Kirby) versuchen, ein Kind zu bekommen. Und als der ersehnte Plusstreifen erscheint, stellt sich heraus, dass das lang ersehnte Glück auch Unglück heraufbeschwört: Galactus kommt auf die Erde, um den Planeten zu verschlingen, und ist auch an dem Kind interessiert.

Überraschenderweise hat der auf moderne Trends ausgerichtete Film wieder den Platz eines Botschafters traditioneller Werte eingenommen. Sue Storm vertieft sich so sehr in die Mutterschaft, dass sie als Teammitglied im gesamten Film kaum zu sehen ist. Selbst bei Gruppenkonferenzen steht sie abseits und nimmt die wichtigere Rolle ein – die der Mutter.
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Open materialSo sehr man auch versucht, die Charaktere weiser darzustellen, keiner von ihnen hat seit 2005 große Veränderungen durchgemacht, daher half das gewählte Erzählthema, die Helden etwas anders zu enthüllen. Johnny Storm (Joseph Quinn) läuft zwar immer noch Röcken hinterher, zeigt aber in diesem Fall nur Interesse an einem; das Ding (Ebon Moss-Bachrach) betrachtet zwar sein Spiegelbild in Schaufenstern mit einer Prise Selbstmitleid, scheint sich aber insgesamt nicht sehr für sein Aussehen zu schämen, lässt sich sogar einen Bart wachsen; und Reed Richards, obwohl er auf die Wissenschaft fixiert ist, erkennt irgendwann doch seine Rolle als Vater.

Tun wir nicht so, als hätte Marvel das Thema nicht absichtlich aufgegriffen, so wie sie einst den dritten Teil der „Guardians of the Galaxy“ als Haken für die Herzen der Fans nutzten. Aber es ist auch schon wieder langweilig zuzusehen, wie ein böser Bösewicht die Erde angreift, nur weil die Erde ein Objekt der Begierde ist. Also, auch wenn Galactus immer noch ein unausgereifter Antagonist ist, muss man jetzt nicht nur die globale Welt retten, sondern auch seine eigene persönliche Welt – das Kind. Ist das eine Manipulation der Gefühle des Zuschauers durch die Macher? Ja. Ist es eine schlechte Manipulation? Nein. Elternschaft schafft Raum für moralische Fragen, und das Hauptmotiv der Geschichte ist die Angst vor der Veränderung des Lebens mit dem Erscheinen eines Kindes.
Zu den Pluspunkten des Films gehört die visuelle Komponente. „Fantastische Vier: Erste Schritte“ sieht nicht aus wie etwas Luxuriöses, das pompös die sechste Phase des Filmuniversums eröffnen soll, aber es ist in sich stimmig. Der Film beginnt mit einem Retro-Intro in den blau-weißen Farben des Teams, ebenso gedämpft wie die Zeiten, in denen tadellos lackierte Frisuren nicht nur Mode, sondern Alltagsnorm waren. Der Retro-Futurismus packt einen; das Setting der Sechzigerjahre zu sehen, in dem Autos fliegen, Damen schlichte Handtaschen tragen, Männer in makellos geschnittenen Mänteln gehen und die Gesellschaft sich scheinbar zurückhaltender und verständnisvoller verhält, ist visuell und emotional angenehm. Schließlich gibt es für diejenigen, die die moderne Ästhetik nicht loslassen können, einen Roboter, dem man für gute Arbeit auch mal den Kopf tätscheln kann.
Die Spezialisten für visuelle Effekte haben auch an Galactus‘ Hülle gearbeitet. Nicht ohne Mängel, aber insgesamt sieht sie grafisch recht detailliert aus. Galactus erinnert nicht an eine Parodie seiner selbst, die an Halloween um Süßigkeiten betteln geht. Er ist ein Bösewicht, der mit seinem violetten Blick zumindest Unbehagen, wenn nicht sogar Entsetzen verbreiten kann. Vielleicht würde er nicht so sehr fesseln, wenn nicht sein Ziel wäre. Beim Zuschauen verbindet man sich auf menschlicher Ebene mit dem Konflikt. Übrigens, wenn Sie „Fast & Furious“ vermisst haben, in dem auch Vanessa Kirby mitspielte, dann sollten Sie „Fantastische Vier“ als Variation des Themas „Familie geht vor“ betrachten.

Ja, das ethische Dilemma ist etwas unbeholfen konstruiert, und alles wird ausschließlich durch eine laute Rede von einem Podest gelöst, was ziemlich absurd ist, denn buchstäblich ein paar Worte können alle Supermächte über Nacht dazu bringen, Konflikte zu beenden, um sich gegen einen gemeinsamen Feind zu vereinen. Aber wir haben schon so viele märchenhafte Entwicklungen gesehen, dass die jetzige nicht einmal mehr fremd im Rahmen dieses Universums wirkt, und man ist dem Film dafür nicht einmal böse, denn das wäre gleichbedeutend damit, einem Kind böse zu sein, das auf seiner Wahrnehmungsebene mit dir spricht.
Man akzeptiert einfach die Tatsache, dass einem zumindest auf emotionaler und visueller Ebene etwas durchaus Anständiges geboten wird. Und es ist nicht klar, ob wir diese Charaktere so sehr vermisst haben, dass wir bereit sind, vieles zu verzeihen, oder ob unsere Ansprüche an Superheldenfilme so stark gesunken sind, dass ein relativ stimmiger Inhalt bereits einen Schub positiver Emotionen auslöst.
Man schaut einfach auf diese Familie, die füreinander durchs Feuer geht, und erlebt dabei einen Schub von Verständnis und Akzeptanz, sodass selbst die gravierendsten Mängel (z. B. eine schwangere Frau im Weltraum) zwar irritieren, aber im Gesamteindruck des Films untergehen.

„Fantastische Vier“ muss in den folgenden Filmen ein neues Niveau erreichen, aber im Rahmen dieses einen, der zu Recht „Erste Schritte“ heißt, nimmt man ihn so, wie er ist, und ist sogar bereit, ihm seine wohlwollende Zustimmung zu geben.
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