
Charlize Theron und Uma Thurman treffen im Bild aufeinander, aber statt eines epischen Duells bekommen wir eine in die Länge gezogene Serie mit einem Cliffhanger, der nicht Neugier, sondern Müdigkeit hervorruft. Mehr zum Film „The Old Guard 2“ in uns...
Es gibt Filme, nach denen man länger leben möchte. Und es gibt solche, nach denen man die Endlichkeit des Lebens besonders schätzt – nur um nicht sinnlose Fortsetzungen sehen zu müssen. „The Old Guard 2“ gehört zur zweiten Kategorie.
Im ersten Film mischte Netflix munter antike Skizzen mit moderner Action, und im Mittelpunkt stand die unerschütterliche, aber lebensmüde Andromache – eine Frau, die mit einem einzigen Blick klarmachen konnte, dass Unsterblichkeit kein Geschenk, sondern ewige Zwangsarbeit ist. Damals wirkte der Film frisch, wenn auch nicht ohne Macken, worüber ich in meiner Kritik schrieb. Fünf Jahre später kommt der zweite Teil heraus – und hier scheint sich die Ewigkeit besonders in die Länge zu ziehen.
Andromache (auch Andy, immer noch gespielt von der charismatischen Charlize Theron) und ihr Team von Unsterblichen müssen wieder einmal die Menschheit retten – diesmal vor einer Bedrohung, die nach allen Genre-Regeln die „gefährlichste“ sein soll. Zu den alten Bekannten gesellen sich neue Gesichter: der mysteriöse Tua (Henry Golding) und die nicht minder mysteriöse Discord (Uma Thurman), und aus den Tiefen des Ozeans kehrt Quynh (Veronica Ngo) zurück – die Freundin, die 500 Jahre lang in einer eisernen Jungfrau eingesperrt und allein auf dem Meeresgrund versenkt wurde.
Dieses Mal steht nicht der Kampf gegen einen Feind im Mittelpunkt, sondern interne Auseinandersetzungen: Wer hat wen verraten, wer schuldet wem was, was tun, wenn ein ehemaliger Freund zum Feind wird und Unsterblichkeit etwas ist, das man verlieren und wiedererlangen kann. Irgendwann artet alles in ein tristes „Wer ist unsterblicher als wer“ aus.

„The Old Guard 2“ fühlt sich an wie eine lange, aber nicht besonders interessante Folge vor dem Finale einer Serie. Der Anfang ist schwungvoll, aber zur Mitte hin wird klar, dass es kein Finale geben wird – nur das Versprechen eines weiteren Teils. Netflix, genug mit diesen „Teasern“ für eine Fortsetzung, Filme sollten einen Anfang und ein Ende haben, selbst wenn ihr eine Trilogie plant!
Action gibt es zwar, aber irgendwie... langsam. Als ob alle müde wären und aus Pflichtgefühl kämpfen. Wackelige Kamera und Schnitt bringen keinen Schwung. In Zeiten, in denen man parallel , wirkt solche Kampfchoreografie wie ein Hohn.
Am 5. Juni wurde im russischen Verleih ein Spin-off der „John Wick“-Reihe gesichtet – der mysteriöse Film „Ballerina“. Wir berichten, wie Len Wiseman Chad Stahelski ersetzte und warum die Bösewichte im Kampf
Open materialSogar Charlize Theron, die normalerweise jeden Actionfilm rettet, wirkt hier, als würde sie die Tage bis zum Drehende zählen. Die anderen verschwinden entweder für einen halben Film oder tauchen im Hintergrund auf – nur damit man ihre Existenz nicht vergisst.

Und Discord – das ist ein Witz auf dem Niveau des Namens und gleichzeitig ein Antagonist der Kategorie „Mir ist einfach langweilig, also bin ich böse“. Motivation? Nie gehört. Charisma? Irgendwo zwischen den Takes verloren gegangen. Und selbst die Szene, in der Uma Thurman wieder ein Katana in die Hand gedrückt bekommt, wirkt nicht wie eine Offenbarung: Eher wie ein faules Zwinkern an die Zuschauer, so nach dem Motto „Seht her, wir erinnern uns“.
Den ersten Teil habe ich verhalten gelobt für seine solide Genrehaftigkeit. Aber die Macher der Fortsetzung haben offenbar beschlossen, dass man dem Zuschauer das Gleiche vorsetzen kann, nur ohne Feuer. Anstatt das Thema Unsterblichkeit von einer neuen Seite zu beleuchten (oder es zumindest in Actionszenen auszuspielen), tritt der Film auf der Stelle. Dramatik? Ja, aber auf dem Niveau „Ich bin nicht mehr unsterblich, jetzt bin ich einfach nur müde“. Existenzielle Fragen? Höchstens beim Zuschauer: „Warum sehe ich mir das an?“
Mögt ihr Filme mit offenem Ende und dem Versprechen eines dritten Teils (den ihr wahrscheinlich nicht sehen wollt)? Dann ist diese Fortsetzung etwas für euch. Bevorzugt ihr Dynamik und frische Ideen – dann schaut euch lieber den ersten Teil noch einmal an. Da gab es Schwung und Helden, denen man gerne folgte.
Kommentare
0Noch keine Kommentare.
Melde dich an, um mitzudiskutieren.