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Wenn Sie jemals davon geträumt haben, am Steuer eines knallroten Plymouth Duster zu sitzen, über die staubigen Straßen Arizonas zu rasen und sich nebenbei in Auseinandersetzungen mit dem örtlichen „Paten“ zu verwickeln – die neue Serie von J.J. Abram...

„Duster“ von HBO Max verspricht dem Zuschauer von Anfang an eine stilvolle Krimi-Dramaserie im Setting des Amerika der 70er Jahre und ein echtes adrenalingeladenes Roadmovie, bei dem jeder Halt eine Chance ist, in ein neues Abenteuer zu geraten.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Jim Ellis (Josh Holloway), ein charismatischer Fahrer im Dienst des Mafiabosses Ezra Saxton (Keith David). Jim ist kein typischer Schläger, sondern eher ein „Mann mit einem Kodex“, der zwischen Pflicht, Gewissen und der Notwendigkeit zu überleben feststeckt. Sein Leben ändert sich, als in der örtlichen FBI-Dienststelle Nina Hayes (Rachel Hilson) auftaucht – die erste schwarze Agentin, die täglich ihr Recht beweisen muss, „eine von ihnen“ zu sein, in einer Zeit, in der Rassismus und Misogynie zum Alltag gehören. Gemeinsam versuchen sie, Saxtons Imperium von innen zu untergraben, während sie zwischen Verrat, Rache und ihren eigenen Dämonen balancieren.

Duster Serie
Szene aus der Serie „Duster“

„Duster“ ist eine Art Zeitmaschine, die Sie in die Ära der Schlaghosen, Afros und Vinylplatten entführt. Jede Einstellung ist durchdrungen vom Geist der 70er: von den auf Hochglanz polierten Autos bis zum Soundtrack, in dem James Brown neben Elvis Presley steht. Sogar die Wüste Arizonas wird hier zu einem eigenständigen Charakter, der der Handlung Staub, Hitze und ein Gefühl der Ausweglosigkeit verleiht.

Josh Holloway, der breiten Öffentlichkeit bekannt durch seine Rolle als Sawyer in „Lost“, scheint endlich eine Rolle bekommen zu haben, in der sein markantes Grinsen und seine innere Zerrissenheit voll zur Geltung kommen. Sein Jim ist ein charmanter „Bösewicht“, der verzweifelt einen Ausweg aus der Falle sucht, die nicht nur die Mafia, sondern auch sein eigenes Gewissen gestellt hat (der Held wird vom Tod seines Bruders durch seinen Chef geplagt). Rachel Hilson hält das Niveau, obwohl ihrer Figur manchmal die Tiefe fehlt – die Drehbuchautoren sprechen soziale Themen manchmal zu direkt aus (als ob wir nicht merken würden, dass hier überall Rassismus durchscheint), anstatt der Schauspielerin zu erlauben, mit Nuancen zu spielen.

Duster 2025
Szene aus der Serie „Duster“

Abrams und Morgan scheuen sich nicht vor Absurdem: Es gibt Verfolgungsjagden, Schlägereien und sogar eine „Mission“ zum Diebstahl von Elvis‘ blauen Wildlederschuhen. Die Serie balanciert auf der Grenze zwischen ernstem Drama und leichter Selbstironie, mit Verbeugungen vor Tarantino und Blaxploitation.

Irgendwo in der Mitte der Staffel verliert die Serie etwas an Schärfe: Die Handlungsstränge weiten sich aus, und der Fokus verschiebt sich von der Hauptintrige auf die Nebenabenteuer des Protagonisten. Manchmal hat man das Gefühl, dass die Autoren selbst nicht sicher sind, wohin dieser rote „Duster“ sie führt – entweder zu einem Finale im Stil von „Butch Cassidy“ oder zu einer weiteren Looney-Tunes-Verfolgungsjagd.

Nicht alle Charaktere haben genug Bildschirmzeit bekommen, um sich zu entfalten. Es hat den Anschein, dass die Besetzung mit großem Aufwand zusammengestellt wurde, aber nicht alle die Chance bekamen, sich voll zu zeigen.

Duster ansehen
Szene aus der Serie „Duster“

„Duster“ ist nicht perfekt, aber in seiner Unvollkommenheit liegt ein besonderer Charme. Es ist ein stilvoller, schwungvoller und stellenweise sehr herzlicher Gruß aus der Vergangenheit. Er versucht nicht, das Genre neu zu erfinden, sondern sammelt liebevoll und ironisch alle besten Details von Krimidramen, Roadmovies und Serien über „kleine Leute“ gegen das große System.

Wenn Sie Atmosphäre, die Charisma der Schauspieler schätzen und gerne ein wenig mit einem Soundtrack aus dem goldenen Zeitalter des Vinyls nostalgieren – diese Serie ist genau das Richtige für Sie. Ja, manchmal stockt sie, und das Drehbuch gerät ins Schleudern, aber insgesamt ist es einer dieser Fälle, in denen man den Gurt anlegen, Bourbon einschenken und sich auf den Weg machen möchte – selbst in Begleitung nicht ganz gesetzestreuer Mitreisender.