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Wenn Sie dachten, Orlando Bloom sei für immer in der Rolle eines Elfen mit perfekter Frisur gefangen, beweist „Deep Cover“: Selbst Legolas möchte manchmal etwas völlig Verrücktes spielen – und das, verdammt noch mal, funktioniert.

In letzter Zeit verfallen Komödien oft in trübselige Selbstwiederholungen und die Angst, jemanden zu beleidigen, während Streaming-Neuheiten gleichzeitig mit prominenten Namen und innerer Leere gefüllt sind. „Deep Cover“, eine Komödie von Amazon Prime Video, bricht mit dieser Gewohnheit und beschert den Zuschauern einen wirklich lustigen und stilvollen Film. Als hätte der frühe Guy Ritchie beschlossen, sich selbst zu parodieren, aber das Drehbuch einem Duo britischer Comedians anvertraut und Orlando Bloom am Rande eines Nervenzusammenbruchs zur Besetzung hinzugefügt.

Die Handlung: Drei erfolglose Improvisationsschauspieler (Bryce Dallas Howard, Nick Mohammed und Orlando Bloom) werden in eine Polizeioperation verwickelt. Ihre Aufgabe: Sie sollen mit ihren zweifelhaften Talenten in die Londoner Unterwelt eindringen. Natürlich verwandelt sich das harmlose „Experiment“ schnell in einen komödiantischen Albtraum mit Verfolgungsjagden, Morden und absurden Situationen, in denen die Improvisationsregel „Ja, und …“ gegen die Helden selbst arbeitet. Je weiter, desto mehr verstricken sich die Figuren in einer Welt, in der die Grenze zwischen Spiel und realer Gefahr vor den Augen verschwimmt.

Deep Cover 2025
Szene aus dem Film „Deep Cover“

In erster Linie nutzt „Deep Cover“ die Möglichkeiten seines Schauspielensembles voll aus. Nick Mohammed als Hugh ist die Verkörperung von Unbeholfenheit, dem man gleichzeitig mitfühlen und ins Gesicht lachen möchte. Die Figur ähnelt in vielerlei Hinsicht seiner Rolle aus „Ted Lasso“, jedoch mit Nuancen, wie dem Fehlen der Verwandlung in einen selbstbewussten Flegel. Bryce Dallas Howard hält die Balance zwischen einer verzweifelten Improvisationslehrerin und einer Person, die selbst nicht versteht, wie sie hierher gekommen ist.

Die eigentliche Überraschung ist jedoch Orlando Bloom. Sein Marlon ist ein Versager mit den Ambitionen eines Daniel Day-Lewis und Robert De Niro, der in eine solche Farce abdriftet, dass man zeitweise denkt: Gleich holt er einen Bogen (oder einen Piratensäbel) heraus und sorgt für Aufruhr, stattdessen liefert er Monologe auf dem Niveau eines „Psychopathen beim Vorsprechen“ und parodiert meisterhaft sich selbst und Schauspieler im Allgemeinen.

Der Humor liegt hier nicht nur in den Dialogen, sondern auch in der Situation selbst: Menschen, die es gewohnt sind, spontan zu agieren, finden sich plötzlich in einer Welt wieder, in der jeder Fehler tödlich sein kann. Die Ironie besteht darin, dass ihre Improvisation sie nur noch tiefer in das kriminelle Netz zieht. Das Drehbuch bleibt nicht stehen: Die Witze kommen wie aus einem Maschinengewehr, und die Handlung rast von einer absurden Szene zur nächsten. Besonders erfreulich ist, dass die Macher keine Angst vor Absurdität haben und nicht in banale Parodie verfallen – alles funktioniert durch die Chemie zwischen den Figuren und ihre aufrichtige Verwirrung.

Deep Cover Film
Szene aus dem Film „Deep Cover“

Die Nebenrollen sind ein eigenes Fest. Sean Bean als harter Polizist und Paddy Considine mit Ian McShane als Gangster verleihen dem Film diesen typisch britischen Schrullenfaktor, der das Geschehen noch schmackhafter macht.

Nicht alles ist perfekt: Wenn Sie von dem Film eine komplexe Handlung oder dramatische Enthüllungen erwarten, wird „Deep Cover“ enttäuschen. Nach der Mitte beginnt das Drehbuch, dieselben Gags zu wiederholen – die Helden geraten in Gefahr, winden sich heraus, geraten erneut in Schwierigkeiten. Aber ehrlich gesagt, wenn auf der Leinwand ein solches Ensemble agiert und die Witze in solcher Häufigkeit kommen, fällt es leicht, dieses „Karussell“ zu verzeihen.

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Szene aus dem Film „Deep Cover“

Der Film erhebt keinen Anspruch auf Tiefe – es ist ein bewusst leichtes, fast eskapistisches Spektakel, bei dem die Hauptfreude darin besteht, zuzusehen, wie große Stars mit Geschmack und Selbstironie herumalbern.

„Deep Cover“ ist dieser seltene Fall, bei dem eine Streaming-Premiere nicht den Wunsch weckt, nach zwanzig Minuten auszuschalten. Hier gibt es alles, was man für einen perfekten Abend braucht: Witz, Dynamik, Schauspieler, die das Geschehen genießen, und Orlando Bloom, der endlich gezeigt hat, dass er nicht nur schön, sondern auch wirklich lustig sein kann. Wenn Sie müde von eintönigen Komödien sind und sehen wollen, wie die britische Improvisationsschule auf Hollywood-Glamour trifft, ist dieser Film genau das Richtige. Erwarten Sie keine Revolution, aber bereiten Sie sich darauf vor, zu lachen und sich zu wundern. Manchmal ist das mehr als genug.