
In ausgewählten Kinos des Landes haben bereits die Preview-Vorführungen von „Ochi“, dem ersten Familien-Fantasy-Film von A24, begonnen. Nächste Woche kommt der Film von Isaiah Saxon offiziell in die russischen Kinos. Was für ein unbekanntes Tierchen...
Im Zentrum der Handlung steht die Teenagerin Yuraia (Helena Zengel), die auf dem Inselstaat Karpathia lebt. Ihr Vater Maxim (Willem Dafoe) führt eine kleine Gruppe von Jungen an, die gegen die Ochi kämpfen – sagenhafte Tiere, die den geheimnisvollen Wald bewohnen. Während eines solchen Ausflugs in ihr Gebiet wird ein Jungtier verletzt, das in eine Falle geraten ist. Am nächsten Tag nimmt Yuraia das Tier auf und beschließt, es zu seiner Mutter zurückzubringen. Bald finden das Mädchen und das kleine Ochi eine gemeinsame Sprache und werden beste Freunde, während der Vater, besorgt über das Verschwinden seiner Tochter, sich mit seiner Truppe auf die Suche nach ihr macht. Der Mann hat mit den pelzigen Kreaturen noch eine Rechnung offen: Wegen ihnen hat er sich von seiner Frau (Emily Watson) scheiden lassen.

Nun ist der Tag gekommen, an dem das unabhängige Studio A24 beschlossen hat, sich in das Segment der familienfreundlichen Unterhaltungsfilme zu begeben. Wenn man darüber nachdenkt, ist dieses Ereignis nicht so außergewöhnlich, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Bereits vor zwei Jahren gaben Vertreter des Unternehmens bekannt, dass sie in Zukunft verstärkt auf Massenprodukte setzen wollen, nicht nur auf erhabene Horrorfilme und Arthouse-Dramen. Einerseits ist dies eine logische Folge ihres wachsenden Einflusses in der Branche, andererseits ein ziemlich riskantes Unterfangen, denn wenn man den Weg der Kommerzialisierung einschlägt, besteht eine große Gefahr, die eigene Einzigartigkeit zu verlieren.
Doch gleich vorweg: Diese Befürchtungen haben sich bisher nicht bestätigt. Auch wenn „Ochi“ auf eine viel breitere Zielgruppe abzielt als andere Projekte des Studios, ist er immer noch zu seltsam (im positiven Sinne), um in eine Reihe mit „Minecraft im Film“ gestellt zu werden. Bereits von den ersten Minuten an wird klar, dass niemand außer den Abenteurern von A24 Geld für ein so skurriles Märchen bereitgestellt hätte.
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Open materialDie Tatsache, dass der Debütfilm von Isaiah Saxon keine Vorlage hat, zeigt, dass wir es mit einem seltenen, fast schon roten Buch-Tier im Genre des Familien-Fantasy zu tun haben. Wohin man auch blickt – überall nur Adaptionen und Neuinterpretationen, während originelle Geschichten kaum zu finden sind. Um ehrlich zu sein, kann auch die Neuheit nicht mit bahnbrechenden Ideen aufwarten, aber mangels besserer Alternativen wirkt sie äußerst exotisch.

Trotzdem wird Sie während des Anschauens wahrscheinlich eine ganz bestimmte Analogie verfolgen. Es ist schwer, den Gedanken loszuwerden, dass die Handlung von „Ochi“ an eine freie Nacherzählung des ersten Teils von „Drachenzähmen leicht gemacht“ erinnert. Urteilen Sie selbst: Auf einer Insel, auf der Menschen und Fantasy-Wesen seit jeher verfeindet sind, freundet sich ein kindlicher Protagonist mit einem verletzten Tier an, was seinem Vater, einem Krieger, gar nicht gefällt. Damit Sie endgültig von der Berechtigung dieses Vergleichs überzeugt sind, fügen wir hinzu, dass sich die Höhle der Tiere in einem Höhlensystem befindet. Allerdings sollten Sie kein ebenso episches Finale wie im Meisterwerk von Dean DeBlois erwarten.
Gleichzeitig gibt es auch genügend Unterschiede, und der wichtigste ist natürlich das Setting. Während die Handlung des Kult-Trickfilms von Dreamworks im mittelalterlichen Skandinavien spielt, findet sie im besprochenen Film in einem fiktiven osteuropäischen Land statt. In der Welt von „Ochi“ fahren die Charaktere einen riesigen Geländewagen, hören Radio und kaufen in den Filialen der Einzelhandelskette „Kurkamarkt“ ein. Kurz ist sogar eine orthodoxe Kirche zu sehen.

Paradoxerweise steckt in diesem amerikanischen Film mehr slawisches Flair als in den Märchen-Blockbustern aus heimischer Produktion. Unsere Zuschauer werden garantiert lächeln, wenn sie Willem Dafoe (nebenbei bemerkt ein bekannter Liebhaber russischer Sprichwörter!) in Kettenhemd, Rüstung und Helm sehen, als ob sie von den Dreharbeiten zu „Der letzte Bogatyr“ ausgeliehen wären. Und der erwachsene Finn Wolfhard könnte man versehentlich für unseren Mark Eidelstein halten, was auch, wie man so sagt, „plus Vibe Activity“ ist.
Doch selbst die herzerwärmenden Bilder und Melodien können nicht mit dem Haupt-Herzensbrecher mithalten – dem Ochi-Jungtier. Diese skurrile Mischung aus Sichuan-Affe, Grogu aus „The Mandalorian“ und Mogwai aus „Gremlins“ mit den Manieren von Spielbergs E.T. kann beim Publikum einfach keine andere Reaktion als Rührung hervorrufen. Wir wissen nicht, ob A24 bereits Plüschtiere davon in Produktion gegeben hat, aber es würde ihnen sicherlich einen ordentlichen Gewinn einbringen.
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Man muss dem Film zugutehalten: Trotz all seiner Extravaganz und gleichzeitigen Schlichtheit fand sich darin auch Platz für lehrreiche Ermahnungen, die eher für Erwachsene als für Kinder gedacht sind. Die Eltern der Protagonistin konnten ihre Ehe nicht retten, weil sie verschiedene Sprachen sprachen, aber als ihre Tochter in Gefahr geriet, waren Worte gar nicht nötig, um einander zu verstehen. Außerdem gibt es in „Ochi“ eine noch offensichtlichere Botschaft gegen die Diskriminierung jeglicher „Andersartigkeit“, was zwar banal ist, aber nie überflüssig ist.
Trailer:
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