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„Flug 7500 – Sie sind nicht allein“ – der neue Film von Mel Gibson, der es in die breite Kinoauswertung geschafft hat. Ein billiger, aber wütender Actionfilm über einen Flug über Alaska in Begleitung eines kahlköpfigen und bösen Mark Wahlberg.

Die Bundesmarschallin Madolyn (Michelle Dockery) verhaftet in Alaska den untergetauchten Mafiabuchhalter Winston (Topher Grace). Er willigt ein zu kooperieren, und nun muss Madolyn den wichtigen Zeugen aus einem abgelegenen Dorf nach New York bringen. Dies ist nur mit einem kleinen Motorflugzeug möglich, in dem zusammen mit den Passagieren ein unverschämter und geschwätziger Pilot (Mark Wahlberg) fliegt. Bereits in der Luft erkennt Madolyn schnell, dass der Pilot nicht der ist, der er vorgibt zu sein, und das Leben des Zeugen ist direkt in der Luft in Gefahr.

Vor etwa zehn Jahren hätten die Namen Mark Wahlberg und Mel Gibson auf dem Plakat automatisch gute Einnahmen und möglicherweise gute Presse garantiert (aber das ist nicht sicher). Aber die Zeiten haben sich geändert. Auch Gibson selbst hat sich geändert, der die Cancel Culture durchgemacht hat. Nachdem er seinen letzten Film 2016 gedreht hatte und offenbar entschied, dass man irgendwo anfangen muss, spuckte er hin und wählte blind das erstbeste Drehbuch aus. Dann stellte er schnell ein Team zusammen und schaffte es sogar, Mark Wahlberg zu überreden, die Rolle des Antagonisten zu übernehmen.

Flug normal: Rezension zum Film „Flug 7500 – Sie sind nicht allein“
Standbild aus dem Film „Flug 7500 – Sie sind nicht allein“

Übrigens hat Gibson mit ihm ins Schwarze getroffen. Wahlberg mit seiner spießigen Glatze stiehlt die ganze Aufmerksamkeit und kaschiert leicht die Mängel in Grafik und Drehbuch. Und das unerwartetste und auffälligste Element des Films ist seltsamerweise genau seine bewusst künstliche Frisur. Sie ruft mal Lachen, mal Ärger hervor, mal zusammen mit dem Grinsen des Schauspielers eine unerklärliche Unruhe. Kurz gesagt, der Schläger von Wahlberg ist echt und lebendig geworden. Und wenn er dieses Image öfter ausnutzen würde (nur ohne die lächerlich rasierte Glatze), dann würde die Filmwelt einen weiteren großartigen Bösewicht bekommen.

In der Regel erhalten solche Filme, die hastig gedreht und geschrieben wurden, bereits in der Produktionsphase automatisch die entsprechende Kategorie und werden direkt zu den Streamingdiensten geschickt. Allerdings spielte die Situation im Fall von „Flug 7500 – Sie sind nicht allein“ in beide Richtungen, und der Film bekam doch noch einen breiten Kinostart und spielte sogar etwas Geld ein, trotz der demütigenden 29 % auf den „Tomaten“ der Kritiker.

Dafür gefiel der Film den normalen Zuschauern ungleich besser, und sie ließen ihn nicht ganz untergehen, indem sie vor allem Wahlberg und die wenn auch bescheidene, aber dennoch vorhandene Regie von Gibson lobten, der immerhin „Die Passion Christi“ und „Braveheart“ inszeniert hatte. Vielleicht war dies eine Art Vorschuss für den Meister, der bereit ist, ins große Kino zurückzukehren, und später wird „Flug 7500 – Sie sind nicht allein“ als genretypisches Aufwärmen vor einem ernsthaften Lauf wahrgenommen werden.

Flug normal: Rezension zum Film „Flug 7500 – Sie sind nicht allein“
Standbild aus dem Film „Flug 7500 – Sie sind nicht allein“

Insgesamt ist „Flug 7500“ nicht ohne Nischencharme. Trotz offensichtlicher Handlungsschwächen und längst verknöcherter Drehbuchwendungen spürt man in Gibsons Arbeit einen Puls, und er erfüllt den Flugauftrag klar, ohne vom Kurs abzukommen. Ihm reichen der enge Raum und die geringe Höhe, um ohne große Details eine fesselnde Geschichte über drei Verlierer zu erzählen, die zufällig an Bord eines Flugzeugs gelandet sind, eine kleine Intrige aufrechtzuerhalten und ausgiebig mit den Gefühlen des Zuschauers zu jonglieren, indem er abwechselnd die Initiative im Kampf den Figuren von Wahlberg und Dockery überlässt.

Automatisch aus dieser Gleichung ausgeschlossen wird allerdings der Schauspieler Topher Grace, der fast bis zum Finale an seinen Sitz gefesselt ist. Ihm bleibt nur, unbeholfene Witze zu machen und die vorgeschriebenen Zeilen zu rufen. Der Humor ist übrigens der einzige Teil des Films, den Gibson nicht kaschieren konnte. Diese Szenen rufen im Allgemeinen nichts außer einem sardonischen Lächeln hervor. Die einzige Ausnahme ist die Figur des Fluglotsen am Boden, der versucht, Michelle anzumachen, während sie lernt, das Flugzeug zu steuern. Aber hier wird jedem klar, dass er auf diese Weise einfach die Marschallin beruhigen wollte, die zum ersten Mal am Steuer saß. Aber es war lustig.

„Flug 7500 – Sie sind nicht allein“ besticht trotz Produktionsbeschränkungen und kleinem Budget vor allem durch Theatralik und Effekthascherei (besonders Wahlberg, dessen Überlebensfähigkeit im Film alle Rekorde bricht). Diese Mischung aus Absurdität und Wahnsinn, die an die „Airplane!“-Dilogie erinnert, fügt sich dennoch zu einem stimmigen Werk zusammen, das aus den üblichen dramaturgischen Mustern ausbrechen und sogar ein gewisses Vergnügen bereiten kann, aber eher ein nostalgisches. Gibson versteht das gut und verlangt aufrichtig nicht mehr. Daher ist die beste Entscheidung beim Anschauen seines Films, sich einfach zu entspannen.