
Wir erzählen, wie das neue Apple TV+-Projekt „Gefährliche Zahlen“ ausgefallen ist, in dem Leo Woodall als genialer Mathematiker eine große Entdeckung macht und versucht, sein Leben zu retten.
Stellen Sie sich ein Videospiel vor, bei dem coole Grafik mit Steuerungsfehlern einhergeht und eine epische Handlung in der dritten Mission auseinanderfällt. „Gefährliche Zahlen“ (im Original Prime Target, das mit der Terminologie der Primzahlen spielt) ist genau so ein Projekt. Die Serie von Apple TV+ versucht, Mathematik (Leo Woodall als Wissenschaftler, der unbeabsichtigt einen Kryptoalgorithmus durch Primzahlen entdeckt), Abenteuer im Stil von „Der Da Vinci Code“ und einen Spionagethriller (und stellenweise sogar einen Actionfilm!) zu kreuzen, aber statt einer gelungenen Mischung ergibt sich eine Ansammlung von Klischees.
Der Protagonist Edward ist ein mathematisches Genie, aber sein emotionaler Bereich ist mit einem Casio-Taschenrechner vergleichbar. Woodall spielt, als ob er sich im Energiesparmodus befände: Selbst wenn der Junge vor Mördern flieht, scheint er im Kopf quadratische Gleichungen zu lösen (oder was auch immer geniale Mathematiker entschlüsseln).

Die Situation wird etwas durch Quintessa Swindell und ihre Figur Taylah, die für die NSA arbeitet und versucht, den Jungen zu retten, verbessert. Ihre Dynamik mit Edward könnte das Projekt idealerweise aus dem Sumpf der Spionagefilm-Klischees ziehen. Aus ihr könnte eine eigenartige Kombination aus „The Big Bang Theory“ und einer unmöglichen „Mission“ mit Tom Cruise werden. Allerdings haben die Macher irgendwie Humor, Chemie und überhaupt eine aktive Interaktion der Figuren vergessen. Die Dialoge der Helden haben meist eine rein funktionale Funktion. Und ihre Charaktere sind nur sehr grob skizziert.
Apropos Klischees: Man kann feststellen, dass die Drehbuchautoren das Setting aus Fragmenten anderer Projekte zusammengesetzt haben: hier der erwähnte „Da Vinci Code“ (Chiffren in historischen Denkmälern, Reisen durch Länder auf der Suche nach der Lösung), „Mr. Robot“ mit seiner Techno-Paranoia und jeder andere Spionagethriller mit einem „unsichtbaren“ Feind. Dabei sind die Antagonisten der Serie – karikaturhafte Schatten der Regierung – so motivationslos, dass es scheint, sie seien von einer KI erschaffen worden, die auf Telegram-Kanälen von Verschwörungstheoretikern trainiert wurde.

Ein weiteres Problem ist, dass die Macher des Projekts anscheinend nicht entschieden haben, was sie überhaupt schaffen wollen. Verschwörungsthriller? Politischer Krimi? Drama über Genialität? Die Serie schwankt zwischen den Genres wie ein Student vor der Prüfung und fällt am Ende durch alle Prüfungen.
Wenn Sie ein Fan von Hintergrundserien beim Kochen sind – vielleicht funktioniert „Gefährliche Zahlen“ wie gewünscht. Aber diejenigen, die einen intellektuellen Thriller auf dem Niveau von „Person of Interest“ suchen, werden hier nichts finden. Nach dem Anschauen möchte man ausrufen: „Beweis falsch. Weiter zur nächsten Aufgabe.“
Trailer:
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