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Im Kino: „Modi: Drei Tage auf den Flügeln des Wahnsinns“, Johnny Depps neue Regiearbeit über das Leben des berühmten italienischen Rebellenkünstlers, die trotz aller Helligkeit kaum als gelungen bezeichnet werden kann.

„Modi: Drei Tage auf den Flügeln des Wahnsinns“ ist ein Film, der selbst nicht zu wissen scheint, was er sein will: ein kühnes Arthouse-Drama oder eine chaotische Komödie über den Wahnsinn eines kreativen Genies. Johnny Depp, der nach 27 Jahren auf den Regiestuhl zurückgekehrt ist, scheint ein filmisches Experiment veranstalten zu wollen: Absinth, Dekadenz und ein wenig Theaterfarce vermischen. Doch statt eines berauschenden Cocktails entsteht ein undurchsichtiger Brei.

Paris, Absinth und drei Tage Chaos

Der Film versetzt uns in das Paris von 1916, wo der italienische Künstler Amedeo Modigliani (Riccardo Scamarcio) drei turbulente Tage seines Lebens erlebt. Er trinkt, streitet, flieht vor der Polizei und philosophiert über die Natur der Kunst.

Szene aus dem Film „Modi: Drei Tage auf den Flügeln des Wahnsinns“
Szene aus dem Film „Modi: Drei Tage auf den Flügeln des Wahnsinns“

Sein Umfeld ist eine Galerie exzentrischer Figuren: vom neurotischen Chaïm Soutine (Ryan McParland) bis zur mutigen und sarkastischen Beatrice Hastings (Antonia Desplat). Irgendwann taucht der Sammler Maurice Gangnat (Al Pacino) auf, um diesen Wirbel des Wahnsinns noch zu verstärken.

Johnny Depp und alle, alle, alle

Depp ließ sich offenbar von der Idee inspirieren, Modigliani als Rockstar seiner Zeit darzustellen – einen Rebellen, der schnell und intensiv lebte (live fast, die young, wie die Klassiker es lehrten). Vielleicht wollte er dem Künstler sogar einen Teil seines eigenen rebellischen „Ich“ verleihen. Die stilistische Eklektik des Films verwirrt jedoch. Schwarz-Weiß-Szenen im Stummfilmstil wechseln mit anarchischen Dialogen über „Pilze“, und dramatische Momente brechen unter dem Gewicht der karikaturhaften Figuren zusammen. Es erinnert an den Versuch, die Ästhetik von Baz Luhrmanns „Moulin Rouge“ und Danny Boyles „Trainspotting“ zu verbinden, jedoch ohne klares Verständnis, warum.

Film „Modi: Drei Tage auf den Flügeln des Wahnsinns“
Szene aus dem Film „Modi: Drei Tage auf den Flügeln des Wahnsinns“

Riccardo Scamarcio bemüht sich, Modigliani Tiefe zu verleihen, aber sein Spiel balanciert zwischen theatralischer Expression und melodramatischer Zerrissenheit. Das ist nicht verwunderlich, denn der Film basiert auf einem Theaterstück von Dennis McIntyre.

Al Pacino als Sammler Gangnat ist der einzige Lichtblick des Films. Sein Auftritt ist eine Demonstration von Meisterschaft im hiesigen Chaos: Ein intensiver Dialog über den Preis der Kunst und des Stolzes lässt den Zuschauer für einen Moment die Ungereimtheiten des Drehbuchs vergessen.

„Modi: Drei Tage auf den Flügeln des Wahnsinns“ 2025
Szene aus dem Film „Modi: Drei Tage auf den Flügeln des Wahnsinns“

„Modi“ hätte eine kraftvolle Aussage über die Natur der Kreativität und Selbstzerstörung sein können. Stattdessen ertrinkt der Film in Klischees und stilistischer Inkonsistenz. Wenn Sie Al Pacino in seiner besten Form der letzten Jahre sehen wollen, schauen Sie sich diesen Film an. Aber wenn Sie eine inspirierende Künstlergeschichte suchen, widmen Sie sich lieber „Downtown 81“, wo Jean-Michel Basquiat ähnlich wie Modigliani durch die Stadt streift, Bekannte trifft und ein Gefühl völliger Freiheit vermittelt.

Letztendlich ist „Modi“ eher eine Skizze als ein vollendetes Gemälde. Vielleicht hätte Johnny Depp nicht zur Regie zurückkehren, sondern sich darauf konzentrieren sollen, was er am besten kann: seltsame und charismatische Figuren zu spielen. Wir vermissen dich, Johnny.

Trailer: