
Am 30. Januar startet in Russland der Film „Was Irene verbirgt?“, der eine Geschichte über unerschütterliche Menschlichkeit inmitten der Schrecken des Krieges erzählt.
1942. Die junge Polin Irene (Sophie Nélisse) irrt entsetzt durch ihre halb zerstörte Heimatstadt und sieht, wie vertraute Straßennamen durch neue deutsche ersetzt werden. Aus ihrer eigenen Wohnung kommt ein Offizier, der erklärt, dass dies nun sein Haus sei und sie besser gehen solle. Weder Verwandte noch Freunde kann das Mädchen finden. Es scheint, als sei das Leben zum Chaos geworden.
Durch einen Zufall wird Irene Haushälterin eines deutschen Majors. Ebenso zufällig erfährt sie, dass ihre jüdischen Schützlinge – insgesamt 11 Personen – bald hingerichtet werden sollen. Irene findet einen Weg, sie zu verstecken, aber das ist erst der Beginn ihrer gemeinsamen Prüfungen vor dem Hintergrund des von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs zerrissenen Polens.

Der Film „Was Irene verbirgt?“ ist keine Geschichte über den Krieg, sondern über die Erforschung der menschlichen Natur unter unkontrollierbaren Umständen. Regisseurin Louise Archambault konzentriert sich auf die Atmosphäre von Angst und Chaos, die in Polen herrscht, das bereits vor Kriegsbeginn von zwei benachbarten Mächten „aufgeteilt“ wurde. Gleichzeitig betont sie die Stärke des menschlichen Geistes, der dem Bösen, so gesichtslos und gnadenlos es auch sein mag, widerstehen kann.
Die Hauptrolle im Film übernahm Sophie Nélisse, die bereits mit ähnlichem Material aus dem Film „Die Bücherdiebin“ vertraut ist, wo sie eine noch jüngere Heldin spielte, die die Schrecken des Geschehens begreift. Hier verkörpert sie eine reale Person – Irena Gut-Opdyke, die lange Jahre nicht über das Erlebte sprach, aber als die Holocaustleugnung an Popularität gewann, beschloss sie dennoch, ihre Geschichte zu teilen, voller Tragik, aber auch Hoffnung, Widerstandskraft und Menschlichkeit. Und Nélisse vermittelt überzeugend alle emotionalen Schwankungen des damals 19-jährigen Mädchens: von Schock und Angst bis zu Entschlossenheit und Mut.

Einige Szenen hier erschrecken durch ihre Grausamkeit, aber die Regisseurin verliert dabei nie das Hauptthema aus den Augen – die Kraft menschlicher Güte und Selbstaufopferung. Der Film wirft wichtige Fragen zu Moral und Mitgefühl auf und regt zum Nachdenken darüber an, was wir bereit sind zu tun, um andere zu retten.
Interessanterweise scheut Archambault auch nicht vor schwierigen Themen zurück, wie etwa der erzwungenen Nähe Irenes zu Major Rügemer (Dougray Scott). Dies ist sowohl ein dramatischer Handlungspunkt als auch ein Versuch, die moralischen Kompromisse zu betrachten, die Menschen in Extremsituationen eingehen können. Der Film vertieft sich jedoch nicht in die Details dieser Beziehung, was ihn feinfühlig und nicht geschmacklos macht.

„Was Irene verbirgt?“ ist ein Film, der auf wahren Begebenheiten beruht und die Geschichte realer Menschen erzählt, daher wäre es töricht, ihn dafür zu kritisieren, dass er weitgehend vorhersehbar ist und den Klischees ähnlicher Filme folgt. Dennoch bleibt das Gefühl, dass einige Aspekte des Films interessanter hätten gestaltet werden können, da es sich schließlich um ein Kunstwerk handelt.
Zum Beispiel werden die Charaktere der versteckten Juden überhaupt nicht entwickelt – sie wurden lediglich mit einigen wenigen Eigenschaften (Asthma, ärztliche Fähigkeiten, Klavierspielen) ausgestattet, um sie voneinander unterscheiden zu können. Auch das Porträt Irenes selbst ist nicht besonders ausgearbeitet, nur beiläufig wird die grenzenlose Güte ihrer Mutter erwähnt.
Doch dem Anschein nach besteht die Absicht der Regisseurin und des gesamten Kreativteams in erster Linie darin, Gedanken über die Kraft der Menschlichkeit selbst in den schwersten Zeiten anzuregen. Eine Geschichte über solche Hoffnung und Widerstandskraft wird sicherlich bei denen Anklang finden, die historische Dramen und heldenhafte Taten schätzen. Solche, dass man nach dem Anschauen nur einen Toast ausbringen möchte: „Lechaim!“
„Was Irene verbirgt?“ ab 30. Januar in allen Kinos.
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