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Auf den Streamingdiensten ist der komödiantische Body-Horror „Nightbitch“ mit Amy Adams als Werwölfin erschienen. Worum es sich handelt und wozu man es isst – mehr in der Rezension.

Mutter (ja, so heißt die Heldin von Amy Adams) war einst eine bekannte Konzeptkünstlerin, aber sie musste ihre geliebte Arbeit während der Schwangerschaft und danach aufgeben. Jetzt verbringt sie ihre Tage zu Hause und kümmert sich um ihren unruhigen Sohn, der ständig beaufsichtigt werden muss. Der Ehemann (Scoot McNairy) ist ständig auf Geschäftsreisen und belastet sich nicht besonders mit der Kindererziehung. Mutter hat keine Freundinnen, und sie will auch keine, da sie der Meinung ist, dass Kinder ein armseliger Vorwand für Freundschaft sind.

Ihr Leben ist voller Schwierigkeiten und Enttäuschungen. Sie macht sich ständig Sorgen, keine gute Mutter zu sein. Eines schicksalhaften Tages bemerkt sie seltsame Vorgänge in ihrem Körper. Zunächst schiebt sie es auf die „Hormone, die verrückt spielen“. Aber die Symptome verschwinden nicht, und dazu kommen noch tierische Instinkte. Bald kommt sie zu dem Schluss, dass sie sich in einen Hund verwandelt.

Standbild aus dem Film „Nightbitch“
Standbild aus dem Film „Nightbitch“

„Nightbitch“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Rachel Yoder, das im Genre des magischen Realismus geschrieben wurde. Sowohl der Film als auch das Originalwerk sind eine gesellschaftlich wichtige Aussage, verpackt in eine allegorische Hülle. Dass es sich um eine Parabel handelt, zeigt schon die Tatsache, dass die Hauptfiguren keine Namen haben – stattdessen werden sie mit ihren sozialen Rollen bezeichnet. Interessanterweise wird Scoot McNairys Figur im Abspann als Ehemann geführt, denn als Vater würde man ihn nicht bezeichnen.

Worin besteht nun die Moral dieser Fabel? Zunächst einmal kann man „Nightbitch“ kaum vorwerfen, ein negatives Bild der Mutterschaft zu zeichnen. Im Gegenteil. Die Hauptkritik richtet sich hier gegen eine Gesellschaft, die zu viel von Frauen verlangt. Der Film zeigt, dass es nicht gut ist, wenn Frauen als Brutmaschinen und nicht als komplexe Persönlichkeiten mit dem Bedürfnis nach Selbstverwirklichung gesehen werden. Gleichzeitig wird in „Nightbitch“ gezeigt, dass die Arbeit von Müttern oft abgewertet und verspottet wird.

Standbild aus dem Film „Nightbitch“
Standbild aus dem Film „Nightbitch“

Der egoistische und etwas einfältige Ehemann rät der Protagonistin, die Betreuung ihres Sohnes wie einen Job zu betrachten, aber er selbst hat sich davon distanziert. Er hält ihren früheren Beruf für sinnlos und verpasst keine Gelegenheit, sie mit der Frage zu sticheln, ob sie sich über die Geburt des Kindes freue. Schließlich kommt McNairys Figur auf die Idee, der Heldin vorzuwerfen, sie habe sich nach der Geburt verändert und sei nicht mehr „das Mädchen, das er geheiratet hat“. Eines der Hauptmotive des Films ist die Angst vor dem Verlust der früheren Attraktivität. Ja, es ist ein feministischer Body-Horror über Selbstakzeptanz, daher sind Vergleiche mit dem viel diskutierten „The Substance“ nicht unbegründet. Während in Coralie Fargeats Film der Komplex der Heldin mit dem Altern zusammenhing, geht es in Marielle Hellers Film um die Schwangerschaft.

Wie Demi Moore scheut sich Amy Adams nicht, ihre „Unvollkommenheit“ auf der Leinwand zu zeigen, weshalb ihre Performance in „Nightbitch“ außergewöhnlich mutig wirkt. Was die körperlichen Schrecken selbst betrifft, so steht der besprochene Film in dieser Hinsicht deutlich hinter „The Substance“ zurück: eine unglaubliche Maskenarbeit werden Sie hier nicht sehen.

Standbild aus dem Film „Nightbitch“
Standbild aus dem Film „Nightbitch“

Damit sind die Mängel jedoch noch nicht zu Ende. „Nightbitch“ ist nur so lange interessant anzusehen, bis der Film in die Sprache der Parolen verfällt und sich in eine Art Manifest oder Predigt verwandelt. Obwohl ein Monolog mit entsprechendem Inhalt und Ton bereits in der ersten Szene vorkommt, wird dies besonders im zweiten Akt deutlich. Hinzu kommt eine wahnsinnige Anhäufung von Rückblenden und Nebenhandlungen, die oft im Kopf der Heldin stattfinden und das Tempo des Films im Keim ersticken.

Zweifellos ist Amy Adams, die auf allen Vieren rennt, an Menschen schnüffelt und rohes Fleisch isst, ein, sagen wir, extravagantes und in gewisser Weise einzigartiges Spektakel. Doch trotz der interessanten schauspielerischen Leistung und der wichtigen Botschaft hat Hellers Film nicht mehr zu bieten. Es ist ein sehr ungleichmäßiger, seltsamer und gelegentlich beschämender Film, in dem Binsenweisheiten lautstark und wie zum ersten Mal verkündet werden. Es gibt genügend gute psychologische Horrorfilme über die Strapazen der Elternschaft, und „Nightbitch“ ist leider keiner davon.

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