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Netflix hat zu Weihnachten den Actionfilm „Handgepäck“ im Stil von „Stirb langsam“ veröffentlicht, in dem Taron Egerton seine Freundin, die Passagiere und das neue Jahr rettet.

Ethan Kopek (Taron Egerton) ist ein bescheidener Sicherheitsbeamter am Flughafen Los Angeles. Er liebt seinen Job aufrichtig, aber am meisten liebt er seine Freundin Nora (Sofia Carson). Ihre Beziehung ist ziemlich wolkenlos, und Ethan treibt gemächlich im Strom des Lebens, beklagt sich nicht über Probleme und macht sich nicht allzu viele Gedanken über den morgigen Tag. Er unterhält sich gerne mit Kollegen und trifft sich in der Mittagspause mit Nora, die am selben Flughafen arbeitet.

Doch eines Tages, am Heiligabend, teilt sie ihm mit, dass sie schwanger ist. Ethan erkennt sofort die Verantwortung als zukünftiger Vater und bittet seine Vorgesetzten, ihn auf eine besser bezahlte Stelle zu versetzen. Diese Stelle ist die Gepäckkontrolle am Röntgengerät. Ohne es zu wissen, durchkreuzt Ethan jedoch die Pläne eines Auftragskillers (Jason Bateman), dessen Koffer mit einem gefährlichen Gift problemlos von einem anderen Mitarbeiter hätte kontrolliert werden sollen. Der Verbrecher nimmt die ahnungslose Nora als Geisel und beginnt, Ethan zu erpressen.

Ihr Flug wird verschoben: Rezension zum Film „Handgepäck“
Szene aus dem Film „Handgepäck“

Regisseur von „Handgepäck“ ist der Spanier Jaume Collet-Serra, der den Löwenanteil der Actionfilme mit Liam Neeson („Unknown Identity“, „Non-Stop“, „The Commuter“, „Night Run“) gedreht hat. In der Filmografie des Regisseurs gibt es auch einen recht ordentlichen Horrorfilm über ein einsames Mädchen und einen Hai („The Shallows“), und 2022 versuchte sich Collet-Serra im Superhelden-Genre mit „Black Adam“ mit Dwayne Johnson in der Hauptrolle. Und wie es bei vielen seiner Kollegen üblich ist, ziemlich erfolglos. Das mangelnde Erfolgserlebnis auf diesem Gebiet beeinträchtigte jedoch nicht den Wunsch des Regisseurs, weiterzuarbeiten. Und nun, zwei Jahre nach „Black Adam“, kehrt der spanische Regisseur dorthin zurück, wo er sich am sichersten fühlt: in die vertraute Form eines unkomplizierten, aber handwerklich soliden Actionfilms der Kategorie: schlag-renn-schieß.

Die Handlung und der Schauplatz des Films „Handgepäck“ erinnern stark an den zweiten „Stirb langsam“-Film mit Bruce Willis: dieselbe Flughafenkulisse, eine allgegenwärtige, vor den Augen der Öffentlichkeit verborgene Gefahr, die Bedrohung des Lebens eines geliebten Menschen, Heiligabend usw. Aber Collet-Serra ist nicht Renny Harlin, und Egertons Held ist ganz sicher nicht John McClane, dessen markanter Blick natürlich nicht mit Egertons komisch-gerunzelten Augenbrauen mithalten kann.

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Szene aus dem Film „Handgepäck“

Dabei vermeidet „Handgepäck“ bewusst solche Parallelen, trotz der Ähnlichkeiten, und entfernt sich von den maskulinen Actionfilmen der Vergangenheit. Zum Beispiel durch die vorzeitige Reflexion des Protagonisten. Er überdenkt seine Gegenwart und Zukunft nicht erst am Ende des Geschehens, sondern bereits im Laufe der schicksalhaften Ereignisse. Und dabei hilft ihm, seltsamerweise, genau dieser Schurken-Auftragskiller, der durch ein verstecktes Headset zur inneren Stimme des zukünftigen Vaters wird und die Dinge ausspricht, die dieser vergessen oder nie wissen wollte. Irgendwann wird daraus ein seltsamer (angesichts der Ernsthaftigkeit der Situation) und unpassend komödiantischer Buddy-Movie, ähnlich wie der letzte .

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Nikita Margaev
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Dramaturgie ist in einem solchen Film offensichtlich nicht das, was man zuerst erwartet. Aber Collet-Serra stopft sie bewusst in die Handlung, obwohl der Mechanismus des Films auch ohne sie den richtigen Weg findet. Warum solche Komplexitäten in einem durchschnittlichen Actionfilm? Schwer zu sagen. Und der Regisseur wartet auch nicht auf Kommentare. Er stellt einfach eine Tatsache fest: Die Helden der Actionfilme von gestern und die Helden der Actionfilme von heute sind polare Gegensätze. Wäre hier der Lieblingsschauspieler des Regisseurs, Liam Neeson, gewesen, wäre vielleicht alles anders gewesen. Er hätte bestimmt keine Tipps vom Mörder gebraucht, wie man ein Familienleben führt. Ihr Gespräch wäre sehr kurz gewesen.

Ihr Flug wird verschoben: Rezension zum Film „Handgepäck“
Szene aus dem Film „Handgepäck“

Dafür gleicht der Regisseur von „Handgepäck“ all diese Ungeschicklichkeiten leicht durch seine hervorragende Kenntnis der Inszenierung von Actionszenen aus, ohne sich vor modernen Technologien zu scheuen. Die effektivste davon war die Prügelei in einem rasenden Auto, die ohne sichtbare Schnitte gedreht wurde. Ein guter Handwerker ist immer gefragt, und Collet-Serra ist genau einer von denen.

„Handgepäck“ ist kein Paradebeispiel für erstklassige Action. Es hat viele veraltete, unnötige und sogar unnatürliche Dinge (besonders gegen Ende). Dennoch, in der Vorweihnachtszeit wirkt der Film über die erneute Rettung von Weihnachten und Neujahr durchaus genießbar. Jeder von uns glaubt an Wunder. Und der Film setzt sie ohne Scheu auf der Leinwand um und unterhält den Zuschauer, so gut er kann. Und dafür kann man ihm danken.