
Am 21. November startete der Film „Zu dritt“ in den Kinos, in dem Irina Starshenbaum auf der Suche nach sich selbst durch die Region Perm reist.
Im Zentrum der Handlung des Films „Zu dritt“ steht Dascha (Irina Starschenbaum), eine Mitarbeiterin des Kulturministeriums, die anstatt in die neue, von ihrem Verlobten geschenkte Wohnung einzuziehen, auf eine Dienstreise in die Region Perm aufbricht. Begleitet wird sie von Sergej (Sergej Kusnezow), den sie zufällig in einer Bar kennengelernt hat. Gemeinsam sollen sie durch Städte und Dörfer reisen, um nicht nur Daschas Arbeit zu erledigen, sondern auch sich selbst besser kennenzulernen.

Im russischen Kino setzt sich der erfreuliche Trend fort, über die zwei Hauptstädte hinauszugehen, um das Leben der Menschen in anderen Regionen sowie die Naturschönheiten dieser Orte zu zeigen. Auch hier hat die Regisseurin Alexandra Sarana, für die „Zu dritt“ das Debüt im Spielfilmbereich ist, die Region Perm als Schauplatz gewählt. Und das Genre Roadmovie ist die ideale Lösung, um möglichst viele Punkte auf der ausgewählten Karte zu zeigen.
Aber bereits in dieser Phase beginnt der Film zu stocken. Die Natur der Region wird steril und ohne besondere Einfallsreichtum oder auch nur einen Hauch von Liebe gezeigt. Den Zuschauern werden immer wieder Panoramen von Wäldern, Flüssen, Wiesen und anderem gezeigt, aber das fesselt das Auge nicht. Vielleicht aufgrund der tristen Farbkorrektur, vielleicht aufgrund der trägen, einfallslosen Kameraperspektiven. Ja, die Natur ist an sich schön, aber man muss sie auch entsprechend zeigen.

An Fantasielosigkeit leidet auch die Handlung des Films. Obwohl die Idee an sich, dass das Schicksal Ihnen unerwartet den richtigen Menschen genau im entscheidenden Moment in Ihr Leben werfen kann, durchaus ein brauchbares Feld zum Nachdenken ist.
Aber anstatt diesen Gedanken weiterzuentwickeln, beobachten wir anderthalb Stunden lang unbeholfene und angestrengte Wortwechsel schwach gezeichneter Charaktere. Während es bei der Figur von Starschenbaum noch mehr oder weniger gut läuft (sie fühlt sich in ihrem scheinbar perfekten Leben nicht wohl und versucht, eine Krise zu überwinden), ist ihr Partner so oberflächlich beschrieben, wie es nur geht (er verliebt sich einfach auf den ersten Blick, glaubt einfach an das Schicksal, existiert einfach im Bild, damit es einen gibt).

Und dennoch kann man „Zu dritt“ nicht als offensichtlichen Misserfolg bezeichnen. Die Schauspieler sind charmant und wirken organisch, einzelne Episoden mit Landbewohnern sind von genau jener Liebe durchdrungen, die in der Kameraführung so schmerzlich fehlt, und die helle Botschaft des Films ist ansteckend. Glück kann man fernab der städtischen Hektik finden, und allgemeine Ideale müssen nicht zwangsläufig die eigenen Ideale sein. Hauptsache, der richtige Mensch ist an Ihrer Seite und die geliebte Tätigkeit bereitet Freude. Und allein dafür kann man der Debütantin Sarana alle Mängel verzeihen.
Trailer:
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