
Auf der Plattform Premier sind die ersten Episoden des juristischen Procedurals „Plevako“ erschienen, in dem Sergei Besrukow kreativ an den grauen Alltag der Rechtsprechung herangeht.
Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Moskau keinen beliebteren Anwalt als Nikolai Plevako (Sergei Besrukow). Wie er mit Leichtigkeit und kreativer Ader verschiedene Zivil- und Strafsachen löste, erfreute die Öffentlichkeit und ärgerte die Ankläger. Bei Gerichtsverhandlungen war immer ausverkauft, alle warteten gespannt auf die nächste Performance von Plevako.
Natürlich gefällt dieser Stil und die Demokratie des Anwalts nicht jedem. Der Chefankläger von Moskau mit dem sprechenden Namen Pobedonoszew (Igor Gordin) beginnt ihn misstrauisch zu beobachten. Andererseits verliebt sich Plevako unerwartet in die Frau eines reichen Industriellen, Maria (Olga Lerman), was ebenfalls zur Zerstörung von Ehe und Karriere führen kann. Unter diesen Bedingungen ist es nicht einfach, Menschen zu helfen, aber der Anwalt nimmt jeden interessanten Fall an und löst ihn nach bestem Wissen und Talent.
Mit der Version der lustigen Abenteuer von Sherlock Holmes vergleichen viele Kritiker die neue heimische Serie „Plevako“ sofort. Aber das ist ein so offensichtlicher Referenzpunkt, der keine anderen Interpretationen zulässt, dass es schwer ist, dem zu widersprechen. Bedenkt man, dass einige Szenen in ganzen Stücken in die Serie übernommen wurden: von dynamisch gefilmten Straßenkämpfen bis zu Visionen des Protagonisten in Momenten intensiver geistiger Tätigkeit. Aber da es verschiedene Variationen von juristischen Procedurals gibt, warum nicht jetzt einen Versuch wagen und daraus einen völlig modernen Comic machen? Das Material erlaubt es durchaus.
Die Filme von Guy Ritchie haben sich immer von anderen unterschieden. Kameraführung, Dialoge, Soundtrack – alles wird in einem einzigartigen Stil präsentiert, der dem talentierten Briten eigen ist. Selbst Russen auf der Leinwand darzustellen, ist bei
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Die Unterschiede zeigen sich eher im Detail. Zum Beispiel hieß der echte Plevako Fjodor, in der Serie ist er Nikolai. Diese Möglichkeit einer kleinen Distanzierung von der historischen Persönlichkeit gibt Raum für Kreativität. Daher scheint der theatralische Besrukow alle Memes über sich in einer Figur vereint zu haben und lässt Robert Downey Jr. weit hinter sich. Bald spricht er erkennbar tragisch über das Schicksal Russlands, bald drückt er professionell eine Träne heraus, bald flüstert er den Geschworenen sinnlich um Gnade für seine Mandantin, bald tanzt er ausgelassen nach einem weiteren gewonnenen Fall.
Aber eine solche Übertriebenheit war auch dem echten Plevako eigen, also kann man hier wohl von einem genauen Treffer in der Rolle sprechen. Doch bei einem so mächtigen schauspielerischen Spektrum bleiben alle anderen Figuren irgendwo in der Umlaufbahn und sind wenig einprägsam. Andererseits ist diese Aufmerksamkeit durchaus gerechtfertigt: Die Hauptfigur der Serie ist der Anwalt Plevako, von dessen Handlungen das Schicksal derer abhängt, die er zu verteidigen übernommen hat. Er hat, wie man so sagt, das Heft in der Hand.
Und die Karten werden, nebenbei bemerkt, sehr vielfältig sein. Neben der Haupthandlung von Plevako und seiner Geschichte des Aufstiegs zum Olymp des Volksanwalts und unterschätzten Künstlers wird jede Episode der Serie kompakt in einen Fall verpackt sein, den der Anwalt innerhalb der vorgegebenen Laufzeit bewältigen muss.
Alle möglichen Figuren werden um Verteidigung bitten, und Plevako und sein Assistent werden auf der Suche nach der Wahrheit alle Ebenen des vorrevolutionären Moskaus durchlaufen: von den kriminellen Unterschichten in Chitrowka bis zu politischen Intrigen. Einige Fälle aus Plevakos Karriere sind buchstäblich aus der Wikipedia verfilmt. Hier schadet es übrigens nicht, sich auch mit der Rechtsprechung des 19. Jahrhunderts vertraut zu machen, um nicht manchmal einen Schock über das Urteil der Geschworenen und die Methoden des Anwalts selbst zu erleben.

Die ersten Episoden meistern das hervorragend, und das Genre des Detektivs bei der Regisseurin Anna Matison erinnert zwar an Fernsehuntersuchungen mit Leonid Kanewski, ist aber dennoch das Beste, was die Serie neben ihrem künstlerischen Teil zu bieten hat. Dieser ist übrigens mit großer Mühe und dem Fleiß eines Musterschülers gemacht: reiche Ausstattung der Restaurants, das Gewühl der Kneipen, nebelbedeckte Gässchen, üppige Kleider der Frauen, malerisch gestaltete Bärte der Männer, Gold der Epauletten, Walzer von Schubert und das Knacken französischer Brötchen. Kurzum, alles, womit man in die Epoche buchstäblich auf Knopfdruck eintauchen kann. Nur der steife Kragen des schneeweißen Vorhemds hindert Plevako manchmal daran, den Kopf richtig zu drehen. Aber das sind Kleinigkeiten.
Der einzige, wahrscheinlich große Minuspunkt, der all das oben Genannte zunichtemachen könnte, ist, dass die Serie im Großen und Ganzen auch ohne den Zuschauer auskommen kann. Sie existiert wunderbar für sich allein und bewundert ihre eigene Verkörperung auf dem Bildschirm. Wenn man also ein paar Episoden der Serie auslässt, wird es niemandem besonders schlechter gehen. Und „Plevako“ wird es nicht einmal bemerken.
Trailer:
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