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„Der perfekte Lügner“ folgt den modischen Trends der Kritik an Klassenungleichheit, aber wie gut ihm das gelingt, erfahren Sie in unserer Rezension.

Joseph Schuman und Austin Stark haben eine Satire über Klassenungleichheit während der Spanischen Grippe-Pandemie zu Beginn des 20. Jahrhunderts gedreht. Im Mittelpunkt steht der Konflikt zwischen dem betrügerischen Koch Floyd Monk (Peter Sarsgaard) und seinem Arbeitgeber, dem bekannten, in die Politik strebenden Journalisten Jay Horton (Billy Magnussen). Hat es der Film geschafft, die Messlatte zu halten, die etwa Bong Joon-ho und andere gesetzt haben, und muss er das überhaupt?

„Triangle of Sadness“ als lustigste unpolitisch korrekte Karikatur des Jahres 2022
Nadeschda Wassiljewa
„Triangle of Sadness“ als lustigste unpolitisch korrekte Karikatur des Jahres 2022

In einem Zeitalter der Zensur nach dem Prinzip der Toleranz in allen erdenklichen und unerdenklichen Parametern wird ein von Vorurteilen freies, in seiner Komik und Offenheit leichtes Kino mit Gold aufgewogen.

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Man kann immer Filme nebeneinanderstellen, die ein gemeinsames Thema erforschen. Sie sind wie eine Sammlung von Elefanten im Regal: Alle haben große Ohren, vier Beine und einen Rüssel (und das auch nicht immer), aber jeder hat seine eigene Geschichte.

„Der perfekte Lügner“ ist definitiv kein Elefant im Porzellanladen, auch wenn er ziemlich primitiv, aber dennoch charmant die Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen Bauer und Dame zeigt. Und in diesem Schachspiel wird der Bauer sehr schnell zur Dame.

Der perfekte Lügner ansehen
Szene aus dem Film „Der perfekte Lügner“

Dazu trägt die Situation des erzwungenen Lockdowns bei, in der der auf den ersten Blick progressive Reiche Horton einfach nirgendwo hingehen kann. Die Figur von Billy Magnussen ist hier genauso widerlich wie im relativ aktuellen „Road House“, wenn nicht noch schlimmer: In „Coup!“ (Originaltitel des Films) entpuppt sich Horton als doppelzüngiger Feigling, der angeblich von der Front gefälschte liberale Nachrichten schreibt, während er sich in einer luxuriösen Villa auf einer Insel versteckt. Und selbst damit stößt der Held den Zuschauer zunächst nicht ab, obwohl er mit jeder Wendung der Handlung Knochen an seine kannibalische Halskette reiht und sich und anderen gleichzeitig einredet, er sei Vegetarier.

Und was ist mit Floyd Monk? Die Eröffnungsszene des Films macht sofort klar, dass er ein Schurke ist, dessen Charme fast niemand widerstehen kann. Und so verliebt Monk spielerisch fast alle Bewohner des reichen Anwesens und auch die Zuschauer in sich. Das Ambiente und die Körpersprache von Jack Sparrow, plus der Charme der Figur und von Sarsgaard selbst, lassen Horton keine Chance, diesen Kampf zu gewinnen.

Der perfekte Lügner 2024
Szene aus dem Film „Der perfekte Lügner“

Sarah Gadon, die nicht nur die Ehefrau von Jay Horton, sondern auch seinen moralischen Kompass spielt, dem er leider nicht folgt, konnte zudem einen interessanten weiblichen Charakter zeigen. Auch sie hat, wie Monk und Horton, eine zweite Ebene. Und wenn der Koch der Auffälligste ist, kann auch die Frau des echten Diebes dem Charme des Ersteren nicht widerstehen.

Natürlich ist klar, auf wessen Seite die Autoren stehen und wem sie sympathisieren. Allerdings gibt es keine Gerechtigkeit in dieser Welt, was das Ende von „Der perfekte Lügner“ eindringlich erzählt, indem es wieder einmal alles auf den Kopf stellt, aber darin liegt die wahre Ironie des Films, die eine Bitterkeit unerfüllter Hoffnungen hinterlässt.

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