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In den russischen Kinos läuft das Regiedebüt der Schauspielerin Anna Kendrick über einen der berüchtigtsten Serienmörder der Geschichte. Darüber, worin der Film „Date with a Monster“ erfolgreich ist und wo er viel besser hätte sein können – in unsere...

1978. Los Angeles. Cheryl (Anna Kendrick) ist eine aufstrebende Schauspielerin, die sich die Miete kaum leisten kann. Ihre finanziellen Schwierigkeiten sind auf fehlende Rollen zurückzuführen. Sie besucht regelmäßig Castings, wird aber immer wieder abgelehnt. Eines Tages gelingt es ihrem Agenten, einen Platz für sie in der Fernsehshow „The Dating Game“ zu ergattern.

Das Prinzip der Sendung: Ein Mädchen stellt nacheinander drei hinter einem Paravent versteckten Junggesellen Fragen und wählt dann anhand ihrer Antworten einen aus. Eine wichtige Bedingung: Sie darf nicht nach Alter, Namen oder Beruf ihres Auserwählten fragen. Einer der Teilnehmer hinter der Trennwand ist der Serienmörder Rodney Alcala (Daniel Zovatto), dessen Verbrechen natürlich noch nicht aufgeklärt sind.

Szene aus dem Film „Date with a Monster“
Szene aus dem Film „Date with a Monster“

„Date with a Monster“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie man keine Thriller schreibt. Die Haupthandlung wird immer wieder von kurzen Einschüben über Rodneys Verbrechen unterbrochen, die vor und, was noch wichtiger ist, nach den Ereignissen der romantischen Show stattfanden. Daher dreht sich die Hauptspannung des Films (für alle außer eingefleischten True-Crime-Podcast-Fans) um das Schicksal der Protagonistin – ob sie der ihr zugedachten Falle entkommen oder ein weiteres Opfer des Mörders werden wird.

Einerseits ist dies ein origineller Kunstgriff, der den Zuschauer in Atem halten soll. Andererseits gibt es davon zu viel, und ein guter Teil dieser Fragmente trägt nichts zur Geschichte bei. Idealerweise sollte dies die Spannung in der Haupthandlung verstärken, aber in Wirklichkeit zerstreut es nur die Aufmerksamkeit und senkt, seltsamerweise, die Spannung.

Eigentlich hätte der Film mit nur einer einzigen Nebenhandlung über ein anderes Opfer von Rodney auskommen können – genau der, zu der er im Finale zurückkehrt. Das Gezeigte spielt ein Jahr nach seiner Teilnahme an der Fernsehshow. Dies hätte die Spannung weitaus effektiver aufrechterhalten.

Interessanterweise bleiben die Verbrechen selbst außerhalb des Bildes – der Regisseur möchte aus offensichtlichen Gründen keine Gewalt und Misshandlungen von Mädchen auskosten (das ist nicht !). Daher bleibt dem Zuschauer nur zu erraten, was der Mörder seinen armen Opfern angetan hat.

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Szene aus dem Film „Date with a Monster“
Szene aus dem Film „Date with a Monster“

Allerdings zerfällt auch die Haupthandlung mit der Show in einzelne Handlungsstränge. Eine der Zuschauerinnen im Saal ist das Mädchen Laura (Nicolette Robinson), die Rodney in der Nacht gesehen hat, als ihre beste Freundin vergewaltigt und ermordet wurde. Sie bekommt eine Panikattacke. Dann rennt sie aus dem Saal und geht zum Produzenten der Show (interessant, warum nicht gleich zur Polizei). Ihre Funktion in der Geschichte ist das „Damoklesschwert“, das über dem Kopf des Antagonisten schwebt. Sobald Laura auf der Leinwand erscheint, entsteht die schwache Hoffnung, dass der Bösewicht entlarvt wird, bevor er Cheryl mit seinem Charme umgarnen kann.

Szene aus dem Film „Date with a Monster“
Szene aus dem Film „Date with a Monster“

Die Protagonistin selbst ist eine der stärksten Komponenten des Films. Vor Beginn der Show rät ihr der Moderator, weniger klug zu sein und mehr zu lächeln (und wie wir aus wissen, sollen hübsche Mädchen immer lächeln!). Aber Cheryl beschließt, nicht nach den Regeln zu spielen und ergreift bald die Initiative. Sie ersetzt die banalen Fragen mit sexuellem Unterton durch eigene, die eine Falle enthalten und für jeden Teilnehmer einzigartig sind.

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Szene aus dem Film „Date with a Monster“
Szene aus dem Film „Date with a Monster“

Anna Kendricks Figur scheint zu klug, um in Alcalas Bann zu geraten, aber als der Zuschauer beginnt zu verstehen, dass genau das passiert, wird einem sehr bange um sie. Besonders gelungen im Hinblick auf den Spannungsaufbau sind die Szene des Abendessens im Restaurant und das anschließende Gespräch auf dem Parkplatz.

Natürlich möchte man den Film für seinen emotionalen Höhepunkt loben, aber gleichzeitig sollte man anmerken, dass die Wirkung viel stärker gewesen wäre, wenn die Geschichte zuvor ein Monolith ohne herausfallende Episoden gewesen wäre. Wenn der Zuschauer bis zum Finale nicht gesehen hätte, wie Rodney handelt, wie er im Handumdrehen von einem charmanten Lächeln zu einer erschreckenden Ernsthaftigkeit übergeht, dann wären die erwähnten Szenen gruseliger gewesen, da eine solche Veränderung im Bild einen gewissen Überraschungsfaktor gehabt hätte.

Szene aus dem Film „Date with a Monster“
Szene aus dem Film „Date with a Monster“

Zum Vergleich kann man „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“ mit Zac Efron in der Rolle des Ted Bundy heranziehen. Dessen Name scheint allgemein bekannt zu sein, nicht nur bei Fans von True-Crime-Inhalten. Dennoch ist die Dramaturgie in diesem Film so aufgebaut, dass man versehentlich wirklich an die Unschuld des berüchtigten Mörders glauben kann. Dort durchbrachen das finale Gespräch der Figuren bei einem Gefängnisbesuch und der Rückblick mit der Säge starke Emotionen beim Zuschauer; denn bis dahin erschien uns Efrons Figur charmant und in den Fluchtszenen sogar komisch.

Dennoch muss man dem Film zugutehalten – Daniel Zovatto liefert einen denkwürdigen Kinomörder ab. Tatsächlich geht der Film recht detailliert auf seine Biografie ein. Er tut dies in genau diesen Einschüben. Aus einem davon erfährt der Zuschauer, dass er als Fotoreporter für die Zeitung Los Angeles Times arbeitete. In anderen Fragmenten, wenn er versucht, das Vertrauen seiner Opfer zu gewinnen, erwähnt der Mörder beiläufig eine seiner Errungenschaften. Zum Beispiel, dass er an der Filmschule bei Roman Polanski studiert hat. Und das Paradoxe daran: Alles, was er sagt, ist wahr. Alcala lügt nur, wenn es um seinen Namen geht, und selbst das nicht immer.

Szene aus dem Film „Date with a Monster“
Szene aus dem Film „Date with a Monster“

„Date with a Monster“ hinterlässt nach dem Anschauen gemischte Gefühle. Es ist ein nicht schlechtes Debüt mit bemerkenswerten schauspielerischen Leistungen. Aber seine hinkende Dramaturgie und der nicht sehr gut aufgebaute Spannungsbogen beeinträchtigen den Gesamteindruck. Anna Kendricks Film würde viel besser aussehen, wenn es keine ablenkenden Mordszenen gäbe und die Ereignisse von Anfang bis Ende am Set stattfinden würden, wie in dem kürzlich erschienenen der Brüder Kern.</p>

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