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Am 1. Oktober startet im Online-Kino KION das Abenteuer-Action-Drama „Amura“ mit Aljona Michailowa und Juri Kolokolnikow. Über die für heimische Projekte exotischen Eindrücke in den ersten Episoden – in unserem Artikel.

Ferner Osten. Ein Mädchen mit zerbrechlichem Äußeren einer Herrscherin von Westeros jobbt im Seehafen. Sie ist konzentriert und schweigsam. Sie reagiert nicht auf das Flirten der Kollegen. Der Grund: Am Abend muss sie in den Ring, um an einem Mixed-Martial-Arts-Kampf teilzunehmen. Und für diesen Kampf wird ihr angeboten, ihn gegen Geld zu „versenken“.

Amura 2024
Szene aus der Serie „Amura“

Aber das ist bei weitem nicht das einzige und nicht einmal das Hauptproblem von Anna, die unter dem Pseudonym „Amura“ bekannt ist (Aljona Michailowa). Sie erhält eine Nachricht von ihrer Zwillingsschwester Nadja, die kürzlich nach Japan gereist ist. Aus dieser Nachricht wird klar, dass sie in Schwierigkeiten steckt und nur ihre kampferprobte Schwester aus Russland mit Hilfe ihres Ex-Freundes (Juri Kolokolnikow) sie retten kann.

Die Serie „Amura“ greift geschickt den allgemeinen Trend zu allem Japanischen auf (vor nicht allzu langer Zeit waren „Shōgun“, „Tokyo Vice“, „Sunny“ in aller Munde). Für mehr Authentizität wurden Elemente von Manga und Anime eingewoben – nicht nur im Vorspann, sondern auch in Episoden, die die Vergangenheit der Schwestern erzählen. Dabei ist es großartig, dass ein Teil der Dreharbeiten tatsächlich in Asien mit ausländischen Schauspielern stattfand, ein internationales Expertenteam für die Inszenierung von Action und Stunts verantwortlich war und parallel zur Serie ein echter Manga basierend auf der Serie erscheint.

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Szene aus der Serie „Amura“

Regie führten Andrei Dschunkowski und Ilja Owsenew, das Duo, das uns eines der besten Projekte des letzten Jahres bescherte – die Serie „Alices Träume“. Von dort wanderte die erneut strenge Jekaterina Wilkowa in „Amura“ ein, ebenso wie die angenehme Arbeit mit der Optik. Kein Wunder, denn Owsenew ist in erster Linie Kameramann. Neben den Animationseinlagen dominieren im Bild stereotyp, aber nicht unbegründet, Neonfarbtöne, die in die Atmosphäre des urbanen Japans eintauchen lassen.

Für das traditionelle Japan hingegen ist die Yakuza zuständig, denn eine Serie über das Land der aufgehenden Sonne ohne die kriminelle Seite ist schwer vorstellbar, und warum auch?! Daher wird es bereits in den ersten Episoden Schießereien, Verfolgungsjagden und abgeschnittene Zungen geben, gemischt mit Witzen über fehlende Finger als Erkennungszeichen der Mafia. Die Rollen der Yakuza wurden von japanischen Schauspielern gespielt – Yuta Koga, Izumi Sano, Ken Takigawa und Kenzo Shirahama. Daher gibt es keine Probleme mit dem Kolorit.

Neben der Dynamik und dem für das heimische Kino exotischen Setting ist es in der Serie interessant, die neue Performance von Aljona Michailowa zu beobachten. Die Schauspielerin, die traditionell wenn nicht Opfer, so doch schwache Heldinnen in jeder Hinsicht darstellt, hat sich diesmal nicht nur „verdoppelt“, sondern spielt in einer der Rollen das komplette Gegenteil ihrer Filmografie – sie nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand, selbst wenn sie dafür ein paar Yakuza-Gesichtern eine Abreibung verpassen muss. Es wirkt etwas seltsam, ungewohnt und nicht zu 100 % überzeugend, aber es hat etwas. Wir werden weitersehen.

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