
Im Netz ist der Debüt-Thriller von Zoë Kravitz „Gib ein Zeichen“ erschienen, in dem eine abgelegene Insel zur Quelle des Unheils für die geladenen Gäste wird.
Frieda (Naomi Ackie) und Jess (Alia Shawkat) arbeiten als Kellnerinnen und nehmen noch jede Menge anderer Nebenjobs an, während sie von einem luxuriösen und sorglosen Leben träumen. Frieda hat ein Idol – den reichen IT-Magnaten Slater (Channing Tatum), dem sie in den sozialen Medien folgt. Eines Tages gelingt es Frieda, sich auf eine geschlossene Veranstaltung zu schleichen und ihn persönlich kennenzulernen. Slater lädt Frieda und ihre Freundin auf seine private Insel ein, um sich zu erholen und zu amüsieren. Für Frieda scheint dies das große Los zu sein. Doch auf der Insel angekommen, bemerkt sie beunruhigende Dinge. Aber alle um sie herum versichern ihr, dass alles in Ordnung sei.
Der Debütfilm der Schauspielerin Zoë Kravitz wurde sofort zu einem der am meisten erwarteten Thriller des Jahres, und nach seiner Veröffentlichung wurden die Erwartungen, was selten vorkommt, fast erfüllt. Das Drehbuch des Films „Gib ein Zeichen“ entstand in Zusammenarbeit mit E.T. Feigenbaum, die zuvor an der Handlung der Serie „High Fidelity“ gearbeitet hatte, in der Kravitz selbst die Hauptrolle spielte.
Neben den Hauptstars – Naomi Ackie („Whitney Houston: I Wanna Dance with Somebody“, „The End of the F***ing World“) und Channing Tatum („Dog“, „Fly Me to the Moon“) – umfasst der Film ein beeindruckendes Ensemble von Nebendarstellern. Darunter der unglaublich komische Simon Rex als modischer Chefkoch, Hollywood-Veteran Christian Slater, „The Sixth Sense“-Star Haley Joel Osment und sogar der „verdiente Agent Cooper“ Kyle MacLachlan.

Obwohl die Handlung des Films „Gib ein Zeichen“ voller sozialer Kommentare steckt – angefangen bei der These, dass wohlhabende und einflussreiche weiße Männer nur Probleme bereiten, bis hin zur Kritik an Überarbeitung und der Bedeutung regelmäßiger Erholung – erinnert der Film stellenweise an ein Gleichnis von einer paradiesischen Insel, auf der alle dem Hedonismus huldigen. Dort kann man nicht nur von realen Problemen abschalten, sondern sie sogar ganz vergessen und gesegnet sein. Als ernüchternder Faktor dient Schlangengift, das Illusionen vertreiben kann. Und es wird letztlich eine Schlüsselrolle spielen.
Auf ein solches Motiv weist eine der Szenen des Films „Gib ein Zeichen“ direkt hin, wenn Männer in Lorbeerkränzen und lässig wie Togen umgehängten Laken während einer wilden Party hinter den Gästen der Insel herrennen, genau wie Satyrn in einem Märchenwald. Das alles erreicht irgendwann eine Absurdität, Groteske und wirkt wie eine nicht sehr gekonnte Parodie. Die Männer sind hier generell zu karikiert und verkörpern meist klischeehafte Tätigkeiten und Berufe: ein Milliardär-Partygänger, ein Chefkoch, ein Medienmogul, ein einfacher Hipster und ein sich ihnen anschließender Zoomer.

Sie essen gerne gut, gehen angeln, trinken kräftig, amüsieren sich prächtig und machen sich überhaupt keine Sorgen. „Hast du eine gute Zeit?“, ist die grundlegende Frage, die Kravitz während der ersten zwei Drittel des Films beschäftigt. Und zunächst betrifft sie alle Beteiligten. Vielleicht sollte dies laut Autorenabsicht den Zuschauer sanft in die Irre führen, aber die Wirkung dieser einlullenden Frage ist genau das Gegenteil. Man versteht sofort, dass diese Fürsorge einen offensichtlich auf etwas vorbereitet. Und zwar auf etwas sehr Unangenehmes.
In der Mitte des Films, als ob sie Angst bekäme, dass die altgriechischen Spiele zu deutlich auf der Leinwand hervortreten und bald den Platz des Haupterzählers einnehmen könnten, beginnt Kravitz abrupt, den mythologischen Nebel zu vertreiben und die Richtung zu einem moderneren Horror und dem im Kino derzeit populären Thema der Objektivierung von Frauen zu ändern. Hier kommen leicht erkennbare Anspielungen auf „Get Out“, „The White Lotus“, „Triangle of Sadness“ und ein Dutzend weiterer Filme und Serien, in denen Luxus, Reichtum und Macht eine zweite und dritte Ebene haben, auf die ein normaler Sterblicher besser nicht hinabsteigen sollte, um nicht versehentlich dort seinen eigenen Untergang zu finden.

Das letzte Drittel des Films „Gib ein Zeichen“ glänzt ebenfalls nicht mit Originalität und stammt fast vollständig von Tarantino mit seinem zur Schau gestellten Fokus auf blutige Gewalt. Dazu kommt ein einfaches, aber durchaus spannendes Katz-und-Maus-Spiel. Das Finale jedoch erfindet Kravitz, als ob sie sich an die ursprüngliche Idee erinnert, selbst, ohne sich auf den Nimbus etablierter Meister zu verlassen, und zeigt dabei ihren eigenen nicht schlechten Autorengeschmack. Dabei verfällt sie nicht in schwere Langeweile und verdirbt dem Zuschauer nicht die Stimmung. Der ganze Hintergrund von „Gib ein Zeichen“ konzentriert sich auf den Gedanken, dass weibliche Freundschaft existiert, dass die junge Generation heute oft Geisel eines endlosen Wettlaufs um Erfolg wird. Und die tödliche Gefahr auf der paradiesischen Insel ist nur eine weitere Möglichkeit, die Tristesse endloser Nebenjobs und der verzweifelten Suche nach einem besseren Leben zu vertreiben.
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