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Der Dienst Apple TV+ hat einen neuen Film von Doug Liman, „The Instigators“, veröffentlicht. Was diese Kriminalkomödie charmant macht – in unserer Rezension.

Nach der Handlung des Films „The Instigators“ stimmen zwei traurige Männer mit ironisch fröhlichen Namen, Cobby (Casey Affleck) und Rory (Matt Damon), einem von einem kleinen kriminellen Boss aus Boston (der Schauspieler Michael Stuhlbarg, der dem Künstler Semjon Strugatschow verblüffend ähnelt) geplanten Raubüberfall zu.

Beide werden keine andere Chance mehr haben, schnell viel Geld zu bekommen. Rory arbeitet in der Produktion und schuldet seinem Sohn eine große Summe Unterhalt. Wenn man sein derzeitiges Leben in zwei Worten beschreiben müsste, würde das alte Internet-Meme über den traurigen Mann im Katzenkostüm, der „niemandem mehr vertraut und nichts mehr erwartet“, perfekt passen. Rory geht zu einem Psychologen (Hong Chau) im Rahmen eines Programms für ehemalige Marines, aber besondere Ergebnisse bringt das nicht, und er wird immer trüber.

Cobby ist ein etwas weniger trauriger Mann, vorübergehend (also dauerhaft) arbeitslos und ständig dabei, die Alkoholsperre seines Motorrads mit Hilfe zufälliger Passanten zu überlisten. Aber Cobby hofft im Gegensatz zu Rory noch auf etwas, und ein beißender, sarkastischer Blick auf alles, was ihn umgibt, hilft ihm, einen relativ gesunden Optimismus zu bewahren.

„The Instigators“: eine lustige Komödie über traurige Männer mittleren Alters
Szene aus dem Film „The Instigators“

Der Raubplan ist einfach und zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk: Am Vorabend der Bürgermeisterwahl (markant) seinen Safe mit einer großen Summe Schmiergelder, Bestechungsgelder usw. leeren. Nach kurzen Wortgefechten über den Anteil jedes Einzelnen und einer kleinen Vorbereitung im Stil des Story-Raubüberfalls in GTA V machen sich die frischgebackenen Freunde an die Umsetzung. Es kommt jedoch zu einem unerwarteten Zwischenfall. Der amtierende Bürgermeister verliert gegen einen jüngeren, vielversprechenden Kandidaten der Demokraten, und in denselben Safe legt niemand etwas hinein. Alles geht sofort schief. Schüsse fallen, es gibt Opfer, und schon werden Cobby und Rory von der gesamten Bostoner Polizei und lokalen Gangstern gejagt.

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Doug Liman ist ein bekannter Action-Regisseur, zu dessen Filmen der Kultfilm „Die Bourne Identität“ mit demselben Damon in der Hauptrolle, der bekannte „Edge of Tomorrow“ mit Tom Cruise und kleinere Hits wie „Lockdown“ oder das kürzliche Remake eines 80er-Jahre-Klassikers gehören. Und wenn Liman die effektvollen Actionszenen in seinen Filmen bereits perfektioniert hat, wollte er sich in „The Instigators“ in einem etwas anderen Bereich zeigen: lyrisch, sentimental und sogar komödiantisch. „The Instigators“ nimmt souverän einen Platz irgendwo zwischen „Die Sopranos“ und Steven Soderberghs „Logan Lucky“ ein.

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Vom ersteren gibt es den obligatorischen Psychotherapeuten, der sich nicht damit begnügt, den Klienten in der Praxis zu empfangen. Liman geht weiter. Hong Chaus Figur ist mutiger und professioneller als Lorraine Braccos Figur, also macht sie sich unverzüglich auf die Verfolgung der erfolglosen Räuber und leistet dabei sowohl medizinische als auch psychologische Hilfe. Kurz gesagt, ein treuer Helfer-Waffenträger mit einem Harvard-Diplom in Psychotherapie. Don Quijote hätte von so einem nur träumen können.

Von „Logan Lucky“ stammen die absurden und lustigen Situationen, in die einfache Männer von den heruntergekommenen, kalten und unwirtlichen Straßen Bostons geraten, die noch nie zuvor Raubüberfälle begangen haben, aber verzweifelt aus dem Teufelskreis ewiger Geldprobleme ausbrechen wollen.

„The Instigators“: eine lustige Komödie über traurige Männer mittleren Alters
Szene aus dem Film „The Instigators“

Dies sind kleine, aber bedeutsame punktierte Linien, die Limans Fähigkeit umreißen, sich nicht nur strikt an den unverwechselbaren Stil zu halten und die Form zu wahren (ein paar ordentliche Actionszenen sind hier natürlich vorhanden). Für ihn ist auch der Inhalt nicht weniger wichtig – fast unscheinbare, aber nette Details wie Rory, der den Raubplan akribisch in ein Notizbuch schreibt, oder Cobby, der sich in dem Moment, als er verwundet wird, rührend an seine Kindheit erinnert. Das Ensemble der Figuren von Damon und Affleck, ihr gutmütiges Gezänk und leeres Geplapper in den entscheidendsten Szenen – das ist das Herz des Films, der nicht gerade mit szenischer Originalität glänzt.

Hier kann man ohne Zögern auch den Titel des besten Leinwandduos der letzten Jahre anstreben, denn der Haupteffekt des Films „The Instigators“ liegt darin, dass man seine traurigen, aber charmanten Helden etwas länger beobachten möchte, als die anderthalb Stunden Filmlänge. Darin bestand Limans raffinierter Plan, der wusste, wo er richtig Druck ausüben musste. Denn Cobby und Rory rennen nicht vor der Polizei oder Gangstern davon. Sie rennen vor dem Leben davon, über das beide längst ein dickes Kreuz gemacht haben. Darin steckt wohl etwas Persönliches vom Regisseur, der gezeigt hat, dass eine Geschichte über männlichen Kummer und triste Einsamkeit zu einem paradoxerweise niedlichen und lustigen Film werden kann.

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