
In den breiten Kinos läuft „MaXXXin“, der abschließende Teil der Trilogie über ein mutiges und zielstrebiges Mädchen, dem weder Krokodile in Texas noch Maniacs in Hollywood etwas anhaben können.
Die einzige Überlebende des blutigen Massakers in Texas am Set eines Arthouse-Pornos, Maxine Minx (Mia Goth), lebt seit sechs Jahren in Los Angeles und versucht hartnäckig, Hollywood zu erobern, was ihr bisher nicht gelingt. Um in der Großstadt einigermaßen normal zu leben, scheut Maxine keine Arbeit (aber es ist immer die Sexindustrie, das, was sie am besten kann). Eines schönen Moments klappt es, und Maxine beeindruckt mit ihrem Spiel die ehrgeizige und kühne Britin Elizabeth Bender (Elizabeth Debicki), die Regisseurin des vielbeachteten Horrorfilms „The Innocents“.
Sie plant eine Fortsetzung und nimmt Maxine ohne Zögern für die Hauptrolle. Das Ziel ist erreicht, das Mädchen ist endlich in das trübe Wasser des Bohème-Lebens eingetaucht, wo es auch seine Krokodile gibt, und sogar schlimmere als in Texas. Aber Maxine ist das egal. Eine Pistole in der Handtasche, ein selbstbewusster und leicht frecher Blick. Die Party auf der Jacht eines reichen Oligarchen wird sie definitiv verpassen, denn morgen früh muss sie zur Maske. Und in den nächtlichen Straßen der Stadt der Engel treibt ein mysteriöser Mörder mit dem Spitznamen Night Stalker sein Unwesen, und es scheint, dass Maxine eines seiner Ziele ist.

„MaXXXin“ ist natürlich nicht, aber der X-Faktor, also der Erfolgsfaktor, wird gewissermaßen zum gemeinsamen Nenner dieser beiden Filme. Dominic Toretto und Goths Heldin gehen ihm buchstäblich über Leichen, und beide wählen radikale Mittel, um das begehrte Ziel zu erreichen. Aber während Dominic alles für die Familie tat, tut die Hedonistin Maxine alles ausschließlich für ihren eigenen Komfort im Rampenlicht. Dafür wird sie bis zu blutigen Schwielen schuften. Auch Analogien zu Vera Alentovas Heldin in „Moskau glaubt den Tränen nicht“ drängen sich hartnäckig auf. Dieselbe Großstadt, dieselben Ambitionen, Provinzialität und dasselbe Bedürfnis zu sein, nicht zu scheinen. Aber diese Vergleiche sind eindeutig nicht zu Maxines Gunsten.
In den weltweiten Kinos startete „Fast & Furious 10“, angekündigt als erster Teil des aus zwei oder drei Filmen bestehenden Finales der Abenteuer der Familie Toretto. Darüber, wie die Franchise
Open materialÜberhaupt ist Maxines Arbeitsfähigkeit in Zeiten von aus verschiedenen Gründen reflektierenden Helden bei Ti West einfach phänomenal, und das unterscheidet sie vorteilhaft von ihren Kollegen. Wie kann sich ein Mädchen fühlen, das alle ihre nahen Kollegen bei jenem Massaker im ersten Teil der Trilogie verloren hat? Nun, eigentlich ganz gut, wenn man den dritten Teil betrachtet. Sie ist zielstrebig, im guten (und wenn nötig auch im schlechten) Sinne böse und hungrig nach Ruhm und Geld, ringt nicht die Hände, sondern denkt einen Schritt voraus. Und keine Traumata, auch keine psychologischen, werden sie daran hindern, sich ihr Stück vom Gewünschten zu holen. Und die bewusst filmischen Maniacs aus den Giallo-Horrorfilmen sind erst recht ein Kinderspiel.

„MaXXXin“ steht den beiden vorherigen Teilen der Trilogie in nichts nach, obwohl die Perle dieses Projekts zu Recht „Pearl“ ist. Es sind gleichermaßen prägnante, lustige, geschickte, stilvolle anderthalb Stunden liebevoller Verhöhnung der Nischengenres der 70er und 80er Jahre. Die Zeiten änderten sich, die Epochen und Präsidenten änderten sich, daher stützte sich West in jedem Film in erster Linie auf die aktuelle Situation. Die Welt des dritten Films ist die Welt der Neon-80er (die bei West viel besser aussehen als die echten), der ersten Parental-Advisory-Aufkleber, des Heavy Metal, des Beginns der VHS-Ära, als Regisseure Filme direkt in die Videotheken brachten und die große Leinwand umgingen. Ihre Namen versanken dann in der Vergessenheit, aber sie wurden von Quentin Tarantino liebevoll wieder angesehen, für den West eine besondere Zuneigung zu haben scheint.
Und diese Zuneigung hat er am deutlichsten in „MaXXXin“ zum Ausdruck gebracht, indem er praktisch das allgemeine Setting von „Once Upon a Time in Hollywood“ wiederholte. Und wenn am Ende des Films ein gealterter Rick Dalton mit einem Flammenwerfer aufgetaucht wäre, hätte sich wahrscheinlich niemand gewundert. Sogar die Kulissen des Hollywood-Westerns, in denen die Heldin vor einem gerissenen Detective (dem großartigen Kevin Bacon) flieht, scheinen genau von dort zu stammen. Ebenso wie die Hommagen an Grindhouse und Giallo. Wenn man West dies vorwerfen kann, dann wäre es wohl der einzige Vorwurf. Außer vielleicht, dass der Regisseur im dritten Teil irgendwie ernster geworden ist und aufgehört hat, offen Spaß zu haben.

Auch das direkte Handwerk hat West nicht vergessen: Es gibt ein paar einfallsreiche Horrorszenen, die einem unheimlich werden lassen. Kurz gesagt, übermäßige Prahlerei kann man West bisher nicht vorwerfen. Aber er hat noch alles vor sich. Überhaupt bleibt das Zentrum aller drei Filme die großartige Mia Goth, die endlich verdient eine Durchbruchsrolle bekommen hat. Eigentlich ist sie all diese Filme. Für die neue Scream Queen spielt sie so, dass die Funken fliegen. Und ihr Gang im Prolog zu ZZ Top wird sicherlich zum Klassiker.
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