
Renny Harlin startet das „Kult-Franchise“ der Slasher über maskierte Psychopathen „The Strangers“ neu, aber im Jahr 2024 interessiert das niemanden mehr.
Im Zentrum der Handlung des Films „The Strangers: Chapter 1“ steht ein junges Paar – Maya (Madelaine Petsch) und Ryan (Froy Gutierrez), die auf einer Reise quer durchs Land von New York an die Pazifikküste sind. Durch die Fügungen des Schicksals verschlägt es sie in die Provinzstadt Venus in Oregon, wo ihr Auto unter mysteriösen Umständen eine Panne hat. Sie sind gezwungen, die Nacht in einem Haus im Wald zu verbringen, und Gesellschaft (gegen ihren Willen, versteht sich) leisten ihnen drei Fremde in Masken.

Überhaupt ist der Begriff „Kult-Franchise“ im Rahmen der Promo-Kampagne des Films eine ziemliche Täuschung. Ja, es gab einen flotten Slasher von 2008 mit Liv Tyler in der Hauptrolle, der an den Kinokassen erfolgreich war und sogar Stephen King gefiel, aber später von lauteren Vertretern des Genres der Nullerjahre in den Schatten gestellt wurde. Dann, zehn Jahre später, erschien eine Fortsetzung mit dem Untertitel „Prey at Night“, die ihr Budget wieder einspielte, aber nicht mehr so überwältigend erfolgreich war. Und jetzt hielt es jemand für nötig, diese Filmreihe neu zu starten. Gleich eine ganze Trilogie war geplant!
Am Ruder der neuen „Strangers“ steht Renny Harlin, mehrfacher Nominierter für die Goldene Himbeere, in dessen Filmografie zwar einige beliebte Werke wie „Stirb langsam 2“ und „Deep Blue Sea“ zu finden sind, aber vor allem offensichtliche Flops und B-Movie-Schund überwiegen. Was die Wahl des Regisseurs bestimmte, ist unklar.
Das Hauptproblem der neuen „Strangers“ ist, dass sie das Original in keiner Weise neu interpretieren. Es ist dieselbe Geschichte über maskierte Psychopathen, die ein verliebtes Paar jagen. Die Unterschiede in der Handlung sind buchstäblich kosmetischer Natur, wodurch jeder künstlerische Wert des Remakes verloren geht. Zum Beispiel spielte die Handlung in der Version von 2008 in einem Landhaus des Vaters des Protagonisten, während sie in der Version von 2024 in einem über Airbnb gemieteten Cottage spielt. Modernisiert, so modernisiert! Und weiter wurden nur die Namen geändert; selbst die Chronologie der Konfrontation mit den ungebetenen Gästen blieb dieselbe.

Allerdings wird es nicht nur Fans des alten Films langweilig sein, „The Strangers: Chapter 1“ zu sehen, sondern auch neuen Zuschauern. Der Film ist furchtbar vorhersehbar und banal, als wäre er nach einem vorgefertigten Handbuch aus gängigen Klischees und Stereotypen gemacht. Wenn sich die Helden zum Beispiel leise an den Antagonisten vorbeischleichen, wird sich bestimmt einer von ihnen die Handfläche mit einem Nagel durchbohren. Und man weiß, dass es passieren wird, noch bevor es geschieht. Auch die Figuren selbst verhalten sich nach alter Genre-Tradition manchmal äußerst unlogisch.
Im Zeitalter des Post-Horrors sind solche Filme, die zu sozialem Subtext, postmoderner Ironie oder Dekonstruktion nicht fähig sind, per Definition marginal. Seien wir ehrlich: Bereits 2008 wirkten „The Strangers“ äußerst gewöhnlich und abgedroschen, und das den Film berühmt machende Motiv der Täter („Weil du hier bist!“) war von Michael Hanekes „Funny Games“ entlehnt. Aber dieser Film hatte einen unbestreitbaren Pluspunkt: Es gelang ihm, während der gesamten Laufzeit allmählich eine solche Spannung aufzubauen und dann aufrechtzuerhalten, dass jedes Knarren und Klopfen Entsetzen auslöste. Harlins Remake hingegen ist einfach langweilig anzusehen, was für einen Horrorfilm bereits ein Todesurteil ist.
Bei der Erwähnung des Wortes „Slasher“ fallen einem kultige Psychopathen wie Freddy Krueger und kreatives Zerhacken dummer Figuren ein. Wir erzählen, woher diese Formel stammt, wer die Haupt
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