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Im breiten Kinostart ist noch der klassische Noir von Adam Cooper zu sehen – „Schlafende Hunde“. Warum dieser einfache, aber stilvolle Film hoffnungslos veraltet ist, erfahren Sie in unserer Rezension.

In der Akademiestadt wird der örtliche Professor Joseph Videll (Márton Csókás), der Psychologie und Selbstanalyse lehrte, ermordet. Der Mord wurde mit besonderer Grausamkeit begangen. Der einzige Verdächtige in diesem Fall, Isaac Samuel (Pacharo Mzembe), legte damals ein Geständnis ab und wartet nun in der Todeszelle auf seine Hinrichtung. Zehn Jahre später tauchen plötzlich neue Umstände auf, woraufhin der verurteilte Isaac sein Geständnis widerruft und darum bittet, mit dem Detective Roy Freeman (Russell Crowe) in Verbindung gebracht zu werden, der damals den Fall bearbeitete und aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand ging. Freeman leidet an fortschreitender Alzheimer-Krankheit, erinnert sich kaum an sein früheres Leben, nimmt sich aber auf Anraten seines Arztes vor, den Ermittlungsverlauf zu rekonstruieren. Schon allein, um sein Gehirn zu stimulieren und die positive Dynamik der Behandlung zu fördern.

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Als Freeman die Umstände des Falles praktisch neu entdeckt, stößt er auf viele weiße Flecken und erkennt, dass jemand nicht gewillt war, die Details der längst vergangenen Tage vollständig zu klären, sondern Isaac einfach zum Schuldigen erklärte. Freeman beginnt langsam, in der Vergangenheit zu stöbern und die an den Ermittlungen Beteiligten aufzuwühlen. Und denen gefällt es gar nicht, dass der pensionierte Detective dort gräbt, wo er nicht sollte.

„Schlafende Hunde“: Stilvoller Noir, in dem Russell Crowe sich an einen Mord erinnert
Standbild aus dem Film „Schlafende Hunde“

Die Produktivität des oscarprämierten Schauspielers Russell Crowe, dessen Filme mehrmals im Jahr regelmäßig in die Kinos kommen, lässt sich dadurch erklären, dass der charakteristische Australier, der alles bewiesen hat, jetzt einfach zu seinem Vergnügen dreht, ohne sich zu scheuen, sowohl an großen Projekten teilzunehmen als auch großzügig Regisseuren, die Neulinge sind, freie Hand zu lassen, darunter auch der Regisseur von „Schlafende Hunde“, Adam Cooper.

Ganz als Neuling kann man Cooper natürlich nicht bezeichnen. In seiner Vita stehen über ein Dutzend geschriebener Drehbücher für Filme, darunter: „Wie man einen Wolkenkratzer stiehlt“, „Transporter: Legacy“ und der vielbeachtete, aber verrissene „Assassin's Creed“. Aber gerade „Schlafende Hunde“ wurde seine erste Regiearbeit und sein erstes Drehbuch. Übrigens übernimmt Crowe selbst auch ab und zu die Regie und dreht Filme, aber diese Erfahrung kann man noch nicht als allzu erfolgreich bezeichnen, und sein letzter (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Serie) ist sogar im Zorn der Kritiker untergegangen, die dem Film Ungeschicktheit der Handlungsstränge vorwerfen.

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„Schlafende Hunde“ greift auch nicht nach den Sternen. Es ist ein ziemlich altmodischer, einfacher, etwas schwerfälliger Noir mit einer unveränderlichen und namenlosen Femme fatale (in dieser Rolle ist die wunderschöne Karen Gillan), stilvollen halbdunklen Bars mit Alkohol, einer klassischen Wand mit Beweisen und besorgniserregend leuchtenden Autoscheinwerfern in der Nacht. Fans von Detektivgeschichten werden hier nicht durch das Fehlen von Antworten auf die Hauptfragen genervt – alles wird pedantisch in Schubladen einsortiert, einschließlich der völlig kindisch naiven Schießereien. Aber diejenigen, die so etwas wie „Memento“ von Nolan oder „L.A. Confidential“ mit demselben Crowe in der Hauptrolle sehen wollen, werden etwas enttäuscht sein. Schon allein deshalb, weil die Auflösung im Stil von „der Gärtner war der Mörder“ trotz der Fülle an Verdächtigen bereits nach etwa 30 Minuten Leinwandzeit klar wird.

„Schlafende Hunde“: Stilvoller Noir, in dem Russell Crowe sich an einen Mord erinnert
Standbild aus dem Film „Schlafende Hunde“

Der einzige Trost werden die Motive des Verbrechens sein, über die man bis zum Ende rätselt, aber auch dort wird es keine großen Überraschungen geben. Und nebenbei kann man einfach beobachten, wie der ehemalige Cop die Ermittlungen wie ein Puzzle neu zusammensetzt. Übrigens, damit alle diese Metapher verstehen, setzt Crowes Figur nebenbei tatsächlich ein riesiges Puzzle zusammen, während sie die verordnete Behandlung durchläuft. Vor 20 Jahren wäre ein solcher Film zumindest einprägsam gewesen, aber leider sieht das in einer Welt, in der es bereits vier Staffeln von „True Detective“ gibt, schon ziemlich blass aus.

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Allerdings schludert der australische Schauspieler auch hier nicht, sondern unterstreicht scheinbar nicht ohne Vergnügen die alte Schule. Er ist wieder, wie in den meisten seiner früheren Arbeiten, ziemlich überzeugend. In der Gestalt des verlorenen, verwirrten Detectives Freeman, der niemanden von seinen alten Bekannten wiedererkennt, zeigt sich mal ein einfältiger, aber aufmerksamer Ermittler, ähnlich wie Lieutenant Columbo. Und in Rückblenden taucht mal ein tyrannischer Ehemann, mal ein aggressiver Alkoholiker auf, mal einfach ein Mensch, der am Tatort vorbeigeht und stehenbleibt, um das Geschehen zu begaffen. Die ganze Widersprüchlichkeit seiner Figur wirkt nicht gespielt.

„Schlafende Hunde“: Stilvoller Noir, in dem Russell Crowe sich an einen Mord erinnert
Standbild aus dem Film „Schlafende Hunde“

Wie ehrlich war er bei diesen Ermittlungen? Warum bittet sein Partner ihn so eindringlich, nicht in der Vergangenheit zu stören, also buchstäblich „den schlafenden Hund nicht zu wecken“ (eine Anspielung auf den Filmtitel)? Warum hat Isaac das Verbrechen sofort gestanden und es dann widerrufen? „Schlafende Hunde“ ist eine Welt voller Dienstgeheimnisse, schicksalhafter Entscheidungen, hinterhältiger Manipulationen, Liebesleidenschaften und gegenseitiger Deckung. Ob Freeman ein Teil dieser Welt war oder im Gegenteil irgendwie abseits lebte – das ist eine Frage, die ihn und den Zuschauer bis zum Abspann quälen wird.