
Die Filmfirma Russian World Vision bringt am 21. März die lyrische Komödie „Sommer. Nullerjahre“ in den heimischen Verleih. Elemente der Popkultur der Ära, Erinnerungen an unbeschwerte Abende der heißesten Monate des Jahres und die erste Liebe – all...
Der 15-jährige Sascha (Timofei Kotschnjow) lebt in einer Kleinstadt an der Wolga, und dieser Sommer wird sein Leben verändern. Mit seinen Freunden baut er ein kleines Geschäft auf, um eine Sony PlayStation zu kaufen, das Haus des Nachbarmädchens wird zum Objekt intensiver Beobachtung, und die Disco wird zum Schauplatz der ersten Schlägerei. Beim Erwachsenwerden muss er den Wert fremder Leben erkennen, den Schmerz des Verlusts spüren und lernen, wirklich ernste Entscheidungen zu treffen.
„Na gut, du liebst mich!“
Sonnenlicht flutet einen kleinen Internetcafé, in dem eine Gruppe Jungen in die für jeden von ihnen wichtige „Sony“ vertieft ist. Der Held Sascha zieht clever die Schulden des Cafébesitzers für eine Reparatur ab, wovon ein Teil in die gemeinsame Kasse für die eiserne Kiste fließt, ein Teil für Cracker. Damit locken sie eine Ziege an, die sowohl die Pläne der Gruppe als auch die Wahrnehmung der weiteren Handlung verändert. Ein emotionales Ereignis verändert die Geschichte und Sascha selbst, aber es entfaltet nicht die gewünschte Wirkung – man hat einfach nicht genug Zeit, sie in diesen wenigen Minuten der Exposition zu lieben und sich mit ihnen zu identifizieren.

Die unebene Handlung wird zu Beginn des zweiten Akts schmerzlich spürbar, wenn der Held den Hauptteil seiner Abenteuer erlebt. Saschas Charakter ändert sich abrupt: Statt des cleveren Geschäftsmanns haben wir jetzt einen Tollpatsch. Seine Liebesaffäre Swetka (Anastassija Zybulskaja) ist wohl die rätselhafteste und unlogischste Figur im Film „Sommer. Nullerjahre“. Ihre Beziehung beginnt abrupt und entwickelt sich übermäßig emotional, selbst für Teenager. Statt eines interessanten Handlungsstrangs über die erste Liebe zu einem unerreichbaren, ehrgeizigen älteren Mädchen entsteht ein freundlicherer „Der beste Tag“ mit allen Konsequenzen wie absurden Dialogen und Overacting. Saschas Eltern und Freunde tauchen auf und verschwinden nur dann, wenn es der Handlung dient, was ein Gefühl der Künstlichkeit erzeugt.
Nominelle Nostalgie in „Sommer. Nullerjahre“
Im Rückblick werden die Nullerjahre als eine fruchtbare Zeit mit eigenen Schwierigkeiten wahrgenommen, daher gewinnt die Mode der Neuinterpretation der späten 1990er und frühen 2000er Jahre neuen Schwung und findet auch im Kino Widerhall. Die angekündigte Atmosphäre und die Verweise auf die Popkultur sind natürlich im Film vorhanden: Poster von „Matrix“, „Star Wars“, „Max Payne“, „GTA“ usw. hängen ordentlich an den Wänden des Internetcafés, in den Zimmern der Helden und in Garagen, Mama gibt ein Klapphandy, Zeitungen werden noch als Hauptinformationsquelle genutzt. Dabei spürt man in manchen Szenen die Wärme der Sommersonne, das Lied „Zveri“ auf der Disco erfreut, sogar alte Busse lassen das Herz schneller schlagen, aber das ist punktuell, wiederum im ersten Drittel des Films.

Am fehlenden erzählerischen Eintauchen scheinen die abgehackten Erinnerungen des Regisseurs Sergej Iljutin und des Drehbuchautors Kirill Kusnezow schuld zu sein, die den Film im Rückblick auf ihre Jugend schrieben. Es gibt viele ähnliche Filme, in denen die Macher erfundene Figuren, autobiografische Nuancen und die Zeit des Erwachsenwerdens kombinieren. Man muss nicht weit gehen: „Die Fabelmans“ von Steven Spielberg und „Mid90s“ von Jonah Hill basieren teilweise auf der Kindheit der Regisseure, sind aber strukturierter aufgebaut, in ihnen spürt man die Magie der Erinnerungen an Vergangenes.
Steven Spielbergs neuer Film über das Erwachsenwerden eines Jungen, der das Kino sehr liebte. Warum dieses Drama mit autobiografischen Elementen einer der besten Filme des Klassikers im 21. Jahrhundert ist, erzählt
Open materialÜber „Sommer. Nullerjahre“ etwas zu sagen, ist schwierig: Einerseits ist es ein ordentliches Debüt junger Autoren, andererseits fühlt sich der Film wie eine erdachte, unausgearbeitete Geschichte mit Phantom-Erinnerungsblitzen an.
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