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Im Januar erschien das Krimidrama von Dinar Garipow mit einer wahrhaft „goldenen“ Besetzung. Einen so prominenten Ensemble gab es lange nicht in einem Projekt. Aber hat sich das Spiel gelohnt und ist aus der Serie „Prelest“ etwas Wertvolles geworden?

„Prelest“ – die Geschichte einer Kleinstadt, aber einer ganzen Welt

Die Handlung spielt in einer Provinzstadt, die im Volksmund sowohl verflucht als auch gesegnet genannt wird. Die Stadt ist dafür bekannt, dass dort bereits zu Sowjetzeiten ein Stadtbauwerk errichtet wurde, das bis heute erfolgreich in Betrieb ist.

Der Protagonist Zygan, der gerade 25 Jahre alt geworden ist, verdient seinen Lebensunterhalt mit Autodiebstählen, stiehlt aber nur von Menschen, die seiner Meinung nach eine Lektion verdient haben. Die größte Ungerechtigkeit in seinem Leben sieht Zygan (Fjodor Fedotow) im Tod seines Vaters, den er vor zwanzig Jahren verloren hat. Die ganze Zeit über treibt ihn der Rachedurst, er träumt davon, die Schuldigen zu finden und sie für den Tod seines Angehörigen zur Rechenschaft zu ziehen. Eines Tages kommt der inoffizielle Herrscher der Stadt, der ehemalige Werksdirektor Leonid Maximowitsch (Oleg Menschikow), in die Stadt. Ihre Begegnung mit Zygan wird zu einem Wendepunkt und beeinflusst das weitere Schicksal beider. Im Zentrum steht ein erbitterter Konflikt zwischen Leonid Maximowitsch und Osinski (Philipp Jankowski).

Goldene Besetzung

Auf dem Bildschirm sieht der Zuschauer eine kleine Anzahl von Schauspielern, aber jeder ihrer Auftritte ist eine brillante Performance. Dies zeigt sich oft in Dialogen, die subtil und scharfsinnig sind und bei denen man keine Sekunde verpassen darf.

Jede Folge beginnt wie mit einer Predigt von Leonid Maximowitsch und taucht allmählich in die Ereignisse der fernen, aber bei Filmemachern heutzutage so beliebten 90er Jahre ein. Und bis zur letzten Folge bleibt unklar, was genau in der Goldfabrik passiert ist, das ganze Chaos verursacht hat.

Gold Prest nach dem Abspann
Szene aus der Serie „Prelest“

Neben dem Hauptdarsteller-Dreieck (Fedotow-Jankowski-Menschikow) ist es erfreulich, die Rückkehr von Maxim Konowalow auf die Bildschirme zu sehen. Sein Charakter Buba sorgt dafür, dass man beim Zuschauen nicht langweilt, und seine Loyalität gegenüber Menschikows Figur ist bewundernswert. Wie ein treuer Hund ist er bereit, seinen Herrn zu verteidigen, und tut dies mit Leichtigkeit, Witzen und fast gangsterhaftem Charme. Sie werden sein Erscheinen in jeder Szene erwarten.

Warum „Prelest“ Aufmerksamkeit verdient

Die Erzählung erinnert deutlich an eine griechische Tragödie, im Sinne der Geschichte von König Ödipus, oder an ein Shakespeare-Drama. Bei Bedarf kann man sogar Motive und Stimmung von „Der Graf von Monte Christo“ erkennen.

Menschikows Figur tritt hier als Geist der Rache auf. Jedes Mal erscheint er leicht gebeugt und erzählt langsam, wie beschwörend, von seiner Rache. Seine Bewegungen, Worte und Handlungen sind wirklich faszinierend.

Gold Prest nach dem Abspann
Szene aus der Serie „Prelest“

Buba, ein typischer 90er-Jahre-Bruder, handelt nach den Regeln und Gesetzen der Zeit und fungiert als eine Art Stimme der Vernunft in dieser chaotischen Welt. Das Ende seiner Figur ist das eindrucksvollste von allen.

Jeder Beteiligte an dem Verbrechen aus der fernen Vergangenheit verkörpert in der Serie eine eigene Sünde, mit der Zygan kämpfen muss, um etwas über seinen Vater zu erfahren. Interessant ist, dass Jankowskis Figur als verängstigter Herrscher erscheint, der seine Tochter zärtlich und liebevoll liebt und auf den plötzlich das Schwert der Vergeltung niedersaust. Er versucht auf jede Weise, sich zu rechtfertigen, und weckt nur Mitleid.

Nicht weniger interessant ist die junge Generation – Zygan selbst, Osinskis Tochter Arina (Jelisaweta Kononowa) und Maxim, ein Vertreter der goldenen Jugend der Stadt. Der Protagonist, wie Hamlet, will Rache und die Wahrheit über den Tod seines Vaters. Er lebt nach seinen eigenen Prinzipien und nutzt alle Mittel, um seine Ziele zu erreichen.

Gold Prest nach dem Abspann
Szene aus der Serie „Prelest“

Die Rolle von Lyosha Zygan ist für mich ein Geschenk. Dieser Typ ist ein Autodieb, verschlossen, ruhig, schweigsam, streng, immer in Schwarz. Für mich ist das eine völlig unerwartete Rolle. Ich hätte nicht gedacht, dass so eine Besetzung in meinem Leben passieren würde, und die gesamte Arbeit an dieser Rolle war eine sehr wichtige schauspielerische Erfahrung für mich.

Fjodor Fedotow, Darsteller von Zygan

Neben interessanten Charakteren kann „Prelest“ mit stilvollen Bildern, gotischen Interieurs und einer bedrückenden Atmosphäre einer hoffnungslosen Zukunft aufwarten.

Über die Nachteile des Projekts

Der Nachteil hier ist vielleicht nur einer, der aber die Wahrnehmung der Serie stark beeinflusst – das Format. Sechs Folgen waren zu viel. Manchmal zieht sich die Handlung, ohne etwas zu enthüllen. Das Liebesdreieck der jungen Generation ruft keine Emotionen hervor, und viele Geheimnisse der Vergangenheit bleiben Geheimnisse. Dadurch entsteht ein unangenehmes Gefühl der Unausgesprochenheit. Bei einer so großen Laufzeit wünscht man sich mehr Geschichte über Zygans Leben und seine Taten, darüber, wie die verschiedenen Machenschaften abliefen, wie Osinski an die Macht kam. Auch über das Leben der Stadt insgesamt würde man gerne mehr erfahren – manchmal scheint es, als ob dort nur die 6 Charaktere leben, die wir auf dem Bildschirm sehen.

Gold Prest nach dem Abspann
Szene aus der Serie „Prelest“

Wenn Sie „Prelest“ sofort am Stück gesehen haben, haben Sie Glück. Wenn Sie das Projekt jedoch mit dem Erscheinen der Folgen verfolgt haben, könnte die Geschichte langweilig geworden sein. Es gibt sogar die Vermutung, dass eine ideale Lösung für diese Handlung ein normaler 90-minütiger Film gewesen wäre.

Trailer: