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Am 29. Dezember fand die Online-Premiere des skandalösen Films „Nina“ von Oxana Bytschkowa statt, der die Regisseurin des Kultfilms „Piter FM“ mit der Produzentin entzweite, es aber dennoch schaffte, aus künstlerischen Gründen ein interessantes Proje...

Ein nächtlicher Anruf. Nina (Julia Peressild) hebt ab, am anderen Ende ihr Ex-Geliebter Ruslan (Jewgeni Zyganow), der ihr mitteilt, dass er unheilbar krank sei und sie ein letztes Mal sehen möchte. Trotz der Umstände – Nina ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Moskau – macht sie sich auf den Weg nach Tiflis.

Die Situation ist absurd, aber sowohl Nina als auch ihr Ehemann nehmen sie irgendwie alltäglich hin. Und ebenso alltäglich verläuft das erste Wiedersehen mit Ruslan im nahen, aber dennoch fremden Georgien. Dann beginnt eine Reihe von Spaziergängen, Gesprächen, Begegnungen, Tänzen, Weingläsern – und das alles vor der Kulisse des malerischen Tiflis.

Nina 2023
Szene aus dem Film „Nina“

Irgendwann könnte man sogar meinen, man sähe den guten alten „Piter FM“ – derselbe Zyganow im Bild, dasselbe Paar, das scheinbar nah beieinander, aber doch fern ist. Nur dass statt des Petersburger Rap georgische Klänge erklingen.

Aber dieser Eindruck ist zwar stark, aber nicht ganz richtig. „Nina“ ist eher „Lost in Translation“. Und es geht nicht einmal so sehr darum, dass die Figuren in einem anderen Land sind, sondern darum, wie sie diese Einsamkeit vermitteln, die in den wenigen Momenten in den Hintergrund tritt, in denen sie einfach tanzen oder die nächtliche Stadt betrachten können.

Nina ist wie jener Held von Bill Murray bei Coppola, der sich überall fremd und nirgendwo zugehörig fühlt. Und dieses Gefühl führt unweigerlich ins Tragische.

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Szene aus dem Film „Nina“

Regisseurin Oxana Bytschkowa arbeitet mit einem feinen, aber wie unvollendeten Drehbuch von Ljubow Mulmenko (das holprige Ende wird Sie offensichtlich mit unbeantworteten Fragen zurücklassen) und konzentriert sich auf Details, auf die Atmosphäre der Stadtspaziergänge.

Im heimischen Kino gab es lange kein so sanftes Eintauchen in die Stimmung eines Films, dank der natürlichen Kamera von Michail Chursewitsch, die durch ihre Einfachheit täuscht, aber alle Schönheiten vorteilhaft hervorhebt, dank Mumble-Dialogen ohne besonderen Sinn, aber nicht ohne Nerv.

Nina Film
Szene aus dem Film „Nina“

Zurück zum „seltsamen“ Ende: Man kann nicht umhin, das Medienecho zu erwähnen, das die Regisseurin Oxana Bytschkowa und die Produzentin Jekaterina Filippowa auslösten, die sich gegenseitig Vorwürfe machten und erzählten, dass Bytschkowa am endgültigen Schnitt des Films nicht beteiligt war. Die Wahrheit werden wir, wie in solchen Fällen üblich, nicht erfahren, aber Tatsache ist, dass der Film offensichtlich etwas unfertig wirkt. Aber selbst eine gewisse Abgehacktheit sollte nicht in die Irre führen – „Nina“ anzusehen ist interessant und in gewissem Maße angenehm.

Trailer: