
Am 14. Dezember kommt „Krețul“ in die Kinos, eine biografische Leinwandgeschichte über das Leben des Judokas Oleg Krețul, der sein Augenlicht verlor, aber nicht seinen Meistergeist.
Wir schreiben das Ende der 90er Jahre. Oleg Krețul (Nikita Wolkow) wird Europameister im Judo, kehrt in seine Heimatstadt Chișinău zurück und heiratet seine Geliebte. Doch das Glück soll nicht lange währen – buchstäblich wenige Tage später verunglücken sie, wobei Oleg sein Augenlicht verliert und seine Frau stirbt. In diesem Moment bietet ihm sein enger Freund Vitalik (Sergei Wolkow) seine Schulter (nicht nur im übertragenen Sinne) an, der bereit ist, alles zu opfern, um dem Sportler zu helfen, weiterzuleben.

Ein Film mit einer solchen Prämisse hätte durchaus den ausgetretenen Pfad vieler erhebender Sportdramen gehen und zeigen können, wie der Held nicht zusammenbricht, sondern trotz der Umstände stärker wird und beweist, dass wir das alle auch können. Und am Ende gäbe es ein unvermeidliches Happy End mit Freudentränen in den Augen.
Stattdessen wählte Alexandra Lichatschowa, für die dieser Film das Spielfilmdebüt als Regisseurin darstellt, einen anderen Ansatz. „Krețul“ ist näher an „Foxcatcher“ als an „The Blind Side“. Der Sport steht hier im Hintergrund, als Katalysator für das, was die Regisseurin mehr interessiert – die Beziehung zwischen Freunden. Ja, es gibt Aufnahmen von Wettkämpfen und einen gewissen sozialen Subtext, nicht umsonst gibt es im Film Szenen, in denen die Helden buchstäblich kein Geld für Tee haben. Aber das sind nur einige wenige Puzzleteile im Gesamtmosaik der Umstände, unter denen sich die Beziehung zwischen Oleg und Vitalik entwickelt.

Bemerkenswert ist auch, wie diese Interaktionen von einer Regisseurin dargestellt werden, und zwar sehr männlich. Da beide Jungs in den 90ern aufgewachsen sind und viel gesehen haben, sind sie es nicht gewohnt, Emotionen offen zu zeigen oder offene Gespräche zu führen. Daher basiert das Schauspiel hier auf Nuancen, und die Dialoge sind eher von Witzen und Spitzen geprägt, als dass sie über das Wesentliche sprechen. Das ist auch nicht wichtig, denn wenn eine freundschaftliche Schulter in der Nähe ist, ist jedes Meer nur knietief.

Das Drehbuch des Films ist sehr „lebendig“ und „authentisch“ geworden – bei seiner Vorbereitung halfen die realen Vorbilder der Helden, die ihre Geschichten und Anekdoten teilten, die „Krețul“ zu einer fast dokumentarischen Skizze machten. Dieses Gefühl wird durch die dynamische und lebhafte Kameraarbeit von Kameramann Marius Panduru verstärkt.
Zusätzliche Tiefe erhält die Erzählung durch das Eintauchen der Hauptdarsteller in ihre Rollen. Wenn Sie Nikita Wolkow nicht zum ersten Mal auf der Leinwand sehen, werden Sie von seinen Veränderungen in der Körpersprache, der Sprechweise (der Schauspieler selbst scherzt, dass das „Schoken“ ihn noch lange nach Drehschluss verfolgte) und seiner Selbstinszenierung beeindruckt sein. Ihm ebenbürtig ist Sergei Wolkow, auf dessen Schultern die Hauptlast der Vermittlung der Geschichte liegt, denn größtenteils ist dies kein Film über Don Quijote, sondern über Sancho Pansa.
„Krețul“ ist ein solide inszeniertes, sehr aufrichtiges und wahrhaftiges Kino über Männerfreundschaft, in dem es vielleicht keine hochtrabenden Reden gibt, aber Platz für gegenseitigen Respekt und Unterstützung unter allen Umständen.
Trailer:
„Krețul“ ab 14. November im Kino
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