
Wir erzählen von dem neuen ungarisch-slowakischen Projekt „Weißer Plastikhimmel“, einem vielschichtigen Animationsfilm, der dem anspruchsvollen Publikum etwas zu bieten hat.
Der ungarische Animationsfilm-Dystopie „Weißer Plastikhimmel“ erzählt von einer Zukunft, die in nur 100 Jahren – im Jahr 2123 – eintreten wird. Und diese Zukunft ist alles andere als rosig. Die Erde ähnelt eher dem Mars. Sie ist bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, und für alles Lebendige gibt es keinen Platz mehr. Übrig geblieben sind nur Sauerstoff, eine kleine Stadt unter einer Plastikkuppel und eine besondere Plantage, auf der eine neue Baumart gezüchtet wird.
Die Menschen unter der Kuppel, oder besser gesagt, unter der Glocke, führen ein gutes Leben: Sie essen in einem Restaurant mit Aussicht, amüsieren sich im Club und wohnen in minimalistischen, technisch auf dem neuesten Stand ausgestatteten Wohnungen. Sie haben eine hervorragende medizinische Versorgung, die ganze Familie oder nahestehende Personen sind in der Nähe. Das erinnert an das moderne Moskauer Leben im Jahr 2023.

Im Jahr 2123 ist das Leben der Menschen jedoch streng begrenzt – sie leben genau 50 Jahre, danach gehören ihre Körper der Stadt. An ihrem 50. Geburtstag ist jeder Bewohner verpflichtet, seinen gesamten Körper zu spenden. In sein Herz wird ein Samen eingepflanzt, und das Fleisch dient als fruchtbarer Boden für Pflanzen, aus denen Nahrung für diejenigen gewonnen wird, die noch leben oder leben werden. Erstaunlicherweise geht das Leben weiter, wenn auch in anderer Form.
Die Plantage ist eine direkte Hommage an „Matrix“, wo die Menschheit ebenfalls eine Ressource war. Und die Implantationsprozedur ähnelt stark der Initiation von Paul Atreides in . Vielleicht bemerken aufmerksamere Cineasten noch weitere Anspielungen auf bekannte Werke der Weltkinematographie.
Wir sprechen über „Dune“ von Denis Villeneuve aus zwei Perspektiven: derjenigen, die die Bücher von Frank Herbert gelesen hat, und derjenigen, die zum ersten Mal mit dem Planeten Arrakis und dem Konflikt um ihn in Berührung kommt.
Open materialEine Familie sollte man in dieser wunderbaren neuen Welt am besten in der Jugend gründen, um bis zum eigenen Ende noch die Enkel sehen zu können. Ja, die Familienwerte der Zukunft unterscheiden sich nicht von den heutigen. In „Weißer Plastikhimmel“ wird viel Raum für Familie und Beziehungen eingeräumt.

Die Hauptfiguren sind der Ehemann Stefan und die Ehefrau Nora, die ein Unglück erleiden, und ihr gesamter Konflikt dreht sich darum. Die Frau wirkt egoistisch, sie ist zutiefst unglücklich und sieht keinen Sinn im irdischen Dasein. Für sie ist die freiwillige Implantation eine Art Suizid, weil sie den Verlust nicht ertragen kann.
Der Mann hingegen ist hier der Retter. Und der Genetikprofessor, der die Idee hatte, Menschen in Bäume zu verwandeln, spielt die Rolle Gottes. Nora und Stefan in seinem Garten sind Adam und Eva, die dem Schöpfer nicht gehorcht haben.
Liebe und enge Beziehungen können in diesem Film ein menschliches Leben retten oder es endgültig zerstören. Jeder entscheidet selbst, wie er das Ende dieses Films betrachtet. Vielleicht sehen wir die nächste Stufe der Evolution.
Auf jeden Fall ist „Weißer Plastikhimmel“ eine Erinnerung daran, dass wir nicht viel Zeit haben und nur wir selbst entscheiden können, wofür wir sie aufwenden: für Leiden, fremde Wünsche und Sorgen darüber, was andere denken, oder für das, was für uns wertvoll ist, was uns Freude bereitet und unserem Leben Sinn verleiht.
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