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Im Online-Streaming ist der spanische Horrorfilm „An der Schwelle des Todes“, bei dem die Erwartung des Finales das Endergebnis deutlich übertrifft.

Die Handlung des Films „An der Schwelle des Todes“ beginnt mit schockierenden Aufnahmen des Selbstmords einer älteren Frau an einem unerträglich heißen Tag in einer kleinen spanischen Stadt. Der unerwartete und unerklärliche Tod von Rosa (Ángela López Gamonal) erschüttert ihre Familie: ihren Sohn Mario (Gustavo Salmerón), seine neue Frau Lina (Irene Anula) und seine Tochter Naya. Und Marios älterer Vater und Rosas Ehemann Manuel (Sorion Egileor) verliert aufgrund des erlittenen Stresses den Verstand. Der Mann beginnt entweder regelmäßig unheimliche Vorhersagen zu murmeln oder verwandelt sich, als ob nichts gewesen wäre, in einen lächelnden Großvater, der freundlich mit seiner Enkelin über seine und die Jugend der Großmutter spricht.

Mario beschließt, seinen Vater zu sich nach Hause zu holen, um sich um ihn zu kümmern, aber Lina, die diesem Plan zunächst zustimmt, beginnt mit der Zeit Angst vor Manuel zu bekommen, der seine feindselige Haltung ihr gegenüber nicht verbirgt.

Allmählich, zusammen mit der Außentemperatur (in der Stadt herrscht eine anomale Hitze von fast 50 Grad Celsius), beginnt sich die Atmosphäre im Haus zu erhitzen: Der Zustand des Großvaters verschlechtert sich und er verhält sich noch beängstigender, Lina macht Skandale und verlangt, den Vater in ein Pflegeheim zu bringen, Mario wehrt sich schwach, aber meistens entzieht er sich einfach dem Problem und verbringt lieber Zeit in der Bar. Und Naya liebt zwar ihren Großvater, will aber ihrer Stiefmutter noch mehr eins auswischen, also stellt sie sich auf die Seite ihres Vaters.

„An der Schwelle des Todes“: ein düsterer Horrorfilm über Altersdiskriminierung und Einsamkeit im Alter
Szene aus dem Film „An der Schwelle des Todes“

Die ziemlich lange Exposition des Films „An der Schwelle des Todes“ mit einigen zweifellos erschreckenden Szenen (was für moderne Horrorfilme bereits üblich ist) soll laut den Machern dazu dienen, die Charaktere genauer zu betrachten, sich an sie zu gewöhnen und ihre Verhaltensmotive zu erfassen. Die Horrorelemente treten irgendwann in den Hintergrund und machen Platz für ganz normale Familienstreitigkeiten in einer schwierigen Lebensphase. Lina ist schwanger und hat mit dem Rauchen aufgehört, deshalb ist sie ständig gereizt, Naya wird erwachsen und will nicht dorthin gehen, wohin ihre Eltern sie schicken, Mario kann vorübergehend nicht für die Familie sorgen, und dann kommt noch diese Tragödie mit der Großmutter hinzu. Der Temperaturzähler im Off-Titel wird ständig den Anstieg der Gradzahl anzeigen, im Einklang mit der sich erhitzenden Atmosphäre in der Familie.

All dies hätte vielleicht so funktioniert, wie es sollte, wenn die spanischen Regisseure Raúl Cerezo und Fernando González Gómez den richtigen Ausgleich gehabt hätten. Indem sie sich kopfüber in Familienstreitigkeiten stürzen, beginnen die Autoren plötzlich ohne Vorwarnung die Register zu wechseln und zwischen Drama und Satire, Science-Fiction und Surrealismus, sozialem Subtext und absurder Komödie hin und her zu springen.

„An der Schwelle des Todes“: ein düsterer Horrorfilm über Altersdiskriminierung und Einsamkeit im Alter
Szene aus dem Film „An der Schwelle des Todes“

Niemand kann letztendlich schlüssig erklären, was im Bild passiert, ebenso wenig wie die Motive des Verhaltens einzelner Familienmitglieder. Mit Ausnahme einer kleinen Szene, in der der Großvater mit Begeisterung erzählt, dass seine Frau ein stolzer Mensch war und sich niemandem unterordnete. Dies wird sich letztendlich als der einzige Umstand erweisen, der gegen Ende hilft zu verstehen, warum am Anfang alles so passiert ist.

Aber bis dahin muss man fast die Hälfte des Films gesehen und einen weiteren denkwürdigen Moment überstanden haben, als Manuel während eines netten Gesprächs beim Abendessen plötzlich den Satz sagt: „Morgen werdet ihr alle sterben.“ Das wirkt eher wie eine weitere Episode aus einer Komödie über den Pechvogel Fantozzi als ein Horrorelement und bleibt auch viel besser im Gedächtnis haften als der Rest.

Anschaulich funktioniert der Film „An der Schwelle des Todes“ als ein ziemlich typischer, klischeebrechender Slowburner mit der obligatorischen Aufarbeitung von Traumata und dem gewichtigen Gedanken, dass das Alter unvermeidlich ist und man sich einfach daran gewöhnen muss, und die junge Generation es besser mit Respekt behandeln sollte, denn Einsamkeit im Alter ist keine angenehme Sache.

„An der Schwelle des Todes“: ein düsterer Horrorfilm über Altersdiskriminierung und Einsamkeit im Alter
Szene aus dem Film „An der Schwelle des Todes“

Die Regisseure übertreiben es nicht mit Jumpscares und heizen die Atmosphäre maßvoll an. Bedrohliche Geigen erklingen, in Türrahmen lauern infernale Schatten, und eine abrupte Kamerabewegung verspricht eine Begegnung mit etwas noch Gruseligerem. Manchmal, angesichts dessen, funktioniert das wie es soll, aber viel regelmäßiger völlig wirkungslos. Zu den Pluspunkten kann man auch das völlig mehrdeutige Ende des Films zählen, das eher verblüfft, als etwas zu erklären.

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Letztendlich ist die Erwartung der Auflösung der einzige Umstand, der einen dazu bringt, „An der Schwelle des Todes“ bis zum Ende zu sehen, aber das Endergebnis rechtfertigt diese Erwartung nicht und enttäuscht sogar in gewisser Weise. Auf Fragen wird in diesem Film irgendwie generell nicht geachtet, weil die Antworten wahrscheinlich niemand einfach kennt.