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Im Netz ist der mäßig lustige Slasher „Totally Killer“ erschienen, darüber, wie schwer es Zoomer haben, in den Achtzigern zu überleben. Warum diese Mischung aus „Scream“ und „Zurück in die Zukunft“ im Grunde jedes Halloween versüßen kann – in unserer...

Vor 35 Jahren tötete ein maskierter Wahnsinniger in einer kleinen amerikanischen Stadt drei beliebte Mitschülerinnen. Jede mit 16 Messerstichen an ihrem 16. Geburtstag. Die überlebende vierte Freundin zieht heute mit einem liebevollen Ehemann eine sechzehnjährige Tochter groß und kennt Selbstverteidigungstechniken.

Das rettet sie nicht vor dem Messer desselben Mörders in der Halloween-Nacht, woraufhin ihre Tochter Jamie (Kiernan Shipka, unsere neue Scream Queen) mit einer Zeitmaschine (ja, dieses wundersame Gerät wurde von ihrer Mitschülerin für die Schulmesse erfunden, fragen Sie nicht) ins Jahr 1987 reist, als die drei Morde geschahen. Die Logik ist dieselbe wie in „Zurück in die Zukunft“, das im Film oft erwähnt wird: in die Vergangenheit zurückkehren, alles korrigieren, zurückkommen.

Alles geht natürlich schief: Es stellt sich heraus, dass sich die Schüler in 35 Jahren stark verändert haben, und Jamie überlebt nur schwer in der Umgebung von Teenagern der Achtziger. Und sie muss irgendwie zu allen Partys gelangen, auf denen die Morde stattfanden, sich dafür mit ihrer Mutter (dem coolsten Mädchen der Schule, der lokalen Regina George) anfreunden und nichts so verändern, dass die Zukunft schlechter wird. Kurz gesagt: unterhaltsam, mäßig blutig und ziemlich atmosphärisch.

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Standbild aus dem Film „Totally Killer“

Natürlich ist „Totally Killer“ nicht der bahnbrechendste Film der Welt, und die Idee, Slasher und Zeitreisefilm zu kombinieren, lag wohl schon lange in der Luft. Der Slasher wurde bereits Ende des letzten Jahrhunderts zum Meta-Genre: Es ist fast unmöglich, ihn ernst zu drehen, daher wanderten maskierte Mörder in andere Genres ab, genauer gesagt in andere Filme. Durch die Kombination von Slasher und „Groundhog Day“ entstand „Happy Death Day“. Die Frucht einer schrecklichen Verbindung von „Freitag der 13.“ mit Science-Fiction war „Jason X“, und mit Southern Gothic „Jason Goes to Hell: The Final Friday“. Inzucht mit Verschwörungshorror überlebte der Slasher nur knapp, aber es gelang – „Halloween: Die Saat des Bösen“ kam heraus. Sogar mit historischem Melodram kam der Slasher irgendwie zurecht, und der letztjährige „Pearl“ war .

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Mit „Zurück in die Zukunft“ war es sogar einfacher als zum Beispiel mit Southern Gothic, weil diese Handlung funktional das Hauptbedürfnis moderner Horror-Drehbuchautoren erfüllt: Einerseits das Genre in die 80er zurückzubringen, die einzige Zeit, in der es nicht lächerlich wirkt, andererseits doch die Probleme und Charaktere der Gegenwart zu zeigen, nicht die von vor vierzig Jahren. Und in diesem Sinne ist alles gelungen: Die Hauptfigur ist tolerant, gegen Mobbing, Gewalt und Schulhierarchie, dabei jammert sie nicht ständig über das Fehlen von Twitter, sondern versucht, Probleme zu lösen – der Film wurde also von Leuten gedreht, die moderne Teenager nicht nur von anekdot.ru kennen, auch wenn sie die Möglichkeiten des sozialen Fortschritts überschätzen.

Normalerweise sind Filme dieser Art immer noch nostalgisch: Reisen in die Vergangenheit ermöglichen es, sich selbst besser zu verstehen, etwas in der Vergangenheit zu sehen, das es in der Gegenwart nie wieder geben wird. Hier sind die Achtziger ein bunter Albtraum mit Klausuren über Reaganomics, in dem alle dumm, böse, verantwortungslos sind und Wodka trinken. Dies ist jedoch ein Anlass, nicht nur die Typen aus John-Hughes-Filmen (und alle Schüler im Film stammen natürlich direkt ) zu bewerten, sondern zu sehen, woher wir kamen und wohin wir gegangen sind.

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Totally Killer Kiernan Shipka
Standbild aus dem Film „Totally Killer“

Obwohl „Totally Killer“ als Komödie über den Epochenwechsel und Zeitreisende recht gut funktioniert, reißt es als Slasher keine Bäume aus. Die Detektivhandlung ist recht ordentlich, aber das Thema der Maske wird nicht enthüllt, es gibt keine einzige Szene aus der Perspektive des Mörders (womit man einst am meisten erschreckte), aufgrund der Vorherbestimmtheit der Morde bangt man um niemanden ernsthaft, und das ist alles in allem mehr „Zurück in die Zukunft“ als „Scream“.

Dem Film von Zemeckis ist „Totally Killer“ verpflichtet, und er gibt das auch selbst zu, auch in seinem Hauptgedanken. Filme über Zeitreisen haben ja im Grunde zwei Hauptrichtungen der Handlung. Die erste ist optimistisch, wenn der Held in die Vergangenheit zurückkehrt und es sich herausstellt, dass es ein Ereignis gibt, das geändert werden muss, damit das Leben in der Zukunft besser wird. Die zweite ist entsprechend pessimistisch, wenn die Rückkehr in die Vergangenheit zeigt, dass die Zukunft nicht geändert werden kann – alles muss so geschehen, wie es geschehen ist.

„Totally Killer“ ist ein klarer Vertreter der optimistischen Tradition. Einerseits nervt das: Der Wert der Handlung wird zerstört, die Tragödie der Unvermeidlichkeit verwischt, niemand lernt, für seine Fehler einzustehen. Andererseits ist es menschlich angenehm zu sehen, wie jemandem, sei es in der Vergangenheit, Zukunft oder Gegenwart, einfach Glück hatte: hätte sterben können, ist aber nicht gestorben, hätte ein Mörder werden können, wurde es aber nicht. Infantil natürlich, aber manchmal sollte selbst ein nicht so guter Film uns das Beste versprechen.