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Wie auch immer Sie zu Kenneth Branaghs Version von Hercule Poirot stehen – „Mord in Venedig“ hat auf jeden Fall viele Filmliebhaber interessiert. Aber ob das Endergebnis Ihre grauen Zellen erfreut…

Wie auch immer Sie zu Kenneth Branaghs Version von Hercule Poirot stehen – „Mord in Venedig“ hat auf jeden Fall viele Filmliebhaber interessiert. Ein wenig bekannter Fall mit Horrorelementen? Ja, bitte! Aber ob das Endergebnis Ihre grauen Zellen erfreut…

Kurze Zusammenfassung

Der weltberühmte Privatdetektiv Hercule Poirot (Kenneth Branagh) geht in den Ruhestand und genießt die Schönheit und Ruhe der venezianischen Straßen. Doch alles ändert sich, als eine alte Freundin, die beliebte Schriftstellerin Ariadne Oliver (Tina Fey), an seiner Tür auftaucht.

Ariadne schlägt Poirot vor, an einer ungewöhnlichen Séance teilzunehmen, deren Geheimnis sie allein nicht lüften konnte. Vielleicht ist selbst unser genialer Detektiv dem nicht gewachsen. Kann Poirot das Medium entlarven oder wird er selbst an übernatürliche Kräfte glauben? Gibt es wirklich Geister in Venedig?

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Das Phänomen Kenneth Branagh

Um zu verstehen, was und wann schiefgelaufen ist – man muss wissen, was Sir Kenneth Branagh als Regisseur ausmacht. Denn als Schauspieler kennen und lieben wir ihn gut.

Sir Kenneth fühlt sich im Kontext von grellen, „überladenen“ Filmen sehr wohl. Das einzige halbwegs gute Disney-Real-Remake, „Cinderella“ von 2015, wurde von ihm inszeniert. Der erste „Thor“ stammt ebenfalls aus seiner Hand.

Zu welchem Schluss können wir kommen? Auch wenn seine Filme nicht großartig sind, erfüllen sie zumindest die Aufgabe, den Zuschauer zu unterhalten. Das nächste Äquivalent, das mir einfällt, ist der brasilianische Karneval. Federn, Glitzer, alles schön, alles in Bewegung. 

Und die ersten beiden Filme („Mord im Orient Express“ und „Tod auf dem Nil“) konnten sich vor allem dadurch auszeichnen. Sie waren auffällig und einprägsam, dynamisch und farbenfroh. Das kann man Branagh nicht absprechen.

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Warwara Uljanenok
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Der Horror in „Mord in Venedig“

Doch „Mord in Venedig“ schlug einen anderen Weg ein. Branagh beschloss, einen echten Coup zu landen und seinem neuen Film eine völlig andere Stimmung zu verleihen. Nein, Poirot läuft immer noch mit bedeutungsvoller Miene herum und sammelt Beweise. Aber die sehr begrenzten Innenräume eines alten, düsteren Schlosses und die Thematik selbst entsprechen überhaupt nicht dem, was wir gewohnt sind.

Leider sind genau das neue Setting und die neue Atmosphäre die Schwachstellen dieser Agatha-Christie-Verfilmung. Der Horror ist rein nominell, die Balance zwischen Poirots Pragmatismus und dem allgemeinen Mystizismus hinkt stark, und die begrenzte Kulisse lässt keine Entfaltung zu.

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Wie wirkt sich all das auf den Zuschauereindruck aus? Es wird einfach langweilig. Denn es fehlen zumindest die atemberaubenden Einstellungen, die die vorherigen Filme auszeichneten, wenn die Kamera über verschneite Ebenen oder ägyptische Landschaften fuhr. In „Mord in Venedig“ bekommen wir uninteressante Spaziergänge durch uninteressante Räume mit uninteressanten Figuren. Selbst Branaghs Charisma reicht nicht aus, um diese endlosen Spaziergänge abwechslungsreich zu gestalten.

Leider braucht man, um eine solche Geschichte fesselnd zu machen, bestimmte Fähigkeiten, die Branaghs Stärken zuwiderlaufen. Das Ergebnis: Die Gruselmomente erschrecken nicht, die Ermittlungen fesseln nicht, und die Klaustrophobie nervt.

Nicht ohne Pluspunkte

Die relative Unbekanntheit von Agatha Christies Roman „Die Halloween-Party“ verleiht der Verfilmung Pluspunkte, da viele „blind“ hineingehen. Hilfreich ist auch, wie viele Änderungen das Material erfahren hat (ich würde sagen, grundlegende Änderungen). Allerdings könnte dies für viele auch ein Minuspunkt sein.

Dennoch kann man dieses Werk nicht als völlig gescheitert bezeichnen. Ich gehe sogar so weit zu sagen: Wenn Sie der Kitsch von Branaghs Stil in den vorherigen Teilen gestört hat, könnte Ihnen „Mord in Venedig“ besser gefallen als „Express“ und „Nil“.

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Ein weiteres charakteristisches Merkmal der neuen Poirot-Filme ist hier vorhanden und trifft voll ins Schwarze – die hervorragende Besetzung. Auch wenn die Figuren selbst sehr blass und hölzern geschrieben sind, wie sie gespielt werden…

Besonders hervorheben möchte ich die wunderbare Michelle Yeoh und Kelly Reilly loben. Und Sir Kenneth ist natürlich immer noch ausgesprochen gut.

Randnotiz: Man sieht diesem Film an, wie sehr Branagh sich selbst liebt!

Fazit

Die Macher von „Mord in Venedig“ standen wieder vor der gleichen schwierigen Aufgabe wie zuvor: einen Film zu schaffen, der sich von früheren Verfilmungen unterscheidet. Ich wette, dass der Lieblings-Poirot der meisten Leser der unvergleichliche David Suchet ist (bei mir übrigens auch).

Aber Branagh erfüllt diese Aufgabe überraschend gut. Dank des Schauspiels und der ungewohnten Atmosphäre könnte „Mord in Venedig“ vielen gefallen.

Auch wenn ich persönlich bedauere, dass der typische Sir Kenneth hier eindeutig gefehlt hat.