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Valérie Donzelli dreht schöne, ergreifende und provokante Filme („Kriegserklärung“, „Marguerite et Julien“), und dieses Mal ist ihr ein echtes Sozialdrama gelungen, das auf dem Buch „Liebe und Wälder“ von Éric Reinhardt basiert. Der Film „Nur du und ich“ ist nicht weniger großartig als Donzellis frühere Werke, und er ist zudem eine notwendige und wichtige Aussage zum Thema häusliche Gewalt.

Heutzutage gibt es überall sehr viele Informationen und sogar Bücher darüber, wie man einen Tyrannen und die besagten Warnsignale und roten Flaggen erkennt, die er unbewusst sendet. Die Protagonistin Virginie Efira, Blanche, lebt mit ihrer Zwillingsschwester Rose und ihrer Mutter im sonnigen Normandie und scheint noch nie mit ernsthaften Lebenssituationen konfrontiert gewesen zu sein, sie las nur klassische französische Literatur und unterrichtete sie auch.

Es scheint, dass ihr Geliebter Greg (Melvil Poupaud) fast sofort zu verstehen gibt, wer er wirklich ist. Allerdings sieht das der moderne Zuschauer, und die verliebte Frau bemerkt es überhaupt nicht.

Nur du und ich 2023
Standbild aus dem Film „Nur du und ich“

Von außen mag jeder sagen, dass Missbrauch offensichtlich sein sollte, aber tatsächlich ist das für beide Seiten überhaupt nicht der Fall. Blanche lernt Greg auf einer Party im Halbdunkel roter Beleuchtung kennen (vielleicht symbolisiert dies für die Heldin die allererste rote Flagge) und ist völlig fasziniert von einem Menschen, der sofort alles über sie erfahren will. Würde eine so zarte Herangehensweise nicht den Kopf verdrehen? Und eine unerwartete Schwangerschaft sowie die berufliche Versetzung des frischgebackenen Ehemanns zwingen die Heldin sogar dazu, in die Einöde zu ziehen – in genau jene Wälder, in denen sich diese kranke Liebe abspielt.

Blanche erfährt zufällig von der ersten großen Lüge ihres Mannes, aber selbst dann ahnt sie noch nicht, in welche Falle sie geraten ist. Die Kamera erfasst sie oft hinter dem Gitter einer Holztreppe in einem dunklen Waldhaus und unterstreicht damit, dass dieses für sie zum Gefängnis geworden ist.

Nur du und ich Rezension
Standbild aus dem Film „Nur du und ich“

„Nur du und ich“ ist ein vielsagender Titel, aber für eine Frau, die in eine so schwierige Situation geraten ist, scheinen diese Worte sehr lange wie eine Manifestation wahrer, alles verzehrender Liebe. Sie ist bereit, viel zu ertragen, um dieser Liebe und der Kinder willen, ohne zu erkennen, dass sie sich bereits seit langem in einem Teufelskreis der Gewalt befindet.

Nach und nach begreift die Ehefrau und bereits Mutter von zwei Kindern, dass alles zu weit gegangen ist. Sie ist es, die einer Dame in einem strengen Kostüm (sei es eine Psychologin oder eine Sozialarbeiterin) immer wieder alle Details erzählt, die sie nicht sofort bemerkt hat, und dem Zuschauer so zu verstehen gibt, dass es ihr irgendwie gelungen ist, dem sich schnell zuziehenden Sumpf des Missbrauchs zu entkommen.

Und tatsächlich, Blanche konnte diese unsichtbaren Ketten letztendlich sprengen, aber fast um den Preis ihres Lebens. Und es ist gut, dass in diesem Film praktisch alle Phasen einer ungesunden Beziehung gezeigt werden. Efira und Poupaud ist es gelungen, sehr feinfühlig und dennoch präzise genau jenes Paar darzustellen, das von außen wie das Vorbild einer idyllischen, perfekten Familie wirkt.

Trailer:

Ab dem 24. August im Kino dank der Bemühungen der Firma PRO: Vzglyad.