
Am 27. Juli kommt die spanische Komödie „Worüber Fremde sprechen“ in die Kinos. Wir erzählen, wie dieser amüsante Film über Wichtiges spricht.
Im Zentrum der Handlung von „Worüber Fremde sprechen“ stehen drei Paare von Fremden, die sich in einem Raum wiederfinden, als sie zu einem weiteren Termin bei ihrem Psychologen kommen. Doch statt des Therapeuten erwarten sie acht Umschläge mit verschiedenen Aufgaben, sowohl individuellen als auch Gruppenaufgaben. Und wenn dieses ganze Unterfangen mit der Gruppentherapie zunächst wie ein amüsantes Experiment wirkt, erwartet die Zuschauer gegen Ende eine ziemlich unerwartete Wendung.
Alle drei Paare sind seit mehreren Jahren zusammen, sie sind ungefähr gleich alt, haben aber völlig unterschiedliche Weltanschauungen. Das gemeinsame Gespräch und die Diskussion von Situationen beginnen mit Gesprächen über Kinder und gehen fließend in andere Probleme und Geheimnisse innerhalb jedes Paares über.
Beim ersten Paar, das erst drei Jahre zusammen ist, scheint alles in Ordnung zu sein, aber es gibt seine Geheimnisse. Das zweite ist schon sehr lange zusammen, und beide haben viele Vorwürfe gegeneinander. Und das dritte Paar ist das geheimnisvollste und interessanteste. Beide sind etwas über vierzig, der Ehemann ist ein aktiver Mann, der nach alten Ordnungen erzogen wurde, und die Ehefrau ist eine stille und sehr bescheidene Frau, die scheinbar nicht einmal eine eigene Meinung hat, aber das ist nur auf den ersten Blick so.
In ihrem Paar ist zweifellos Roberto (Juan Carlos Vellido) der Chef. Er entscheidet alle Fragen, auch mit körperlicher Gewalt. Natürlich nicht zu Hause, sondern im Konflikt mit anderen Eltern. Marta (Malena Alterio) ist still, nicht daran gewöhnt, mit ihrem Mann zu streiten. Aber sie war es, die sich damals an einen Psychologen wandte und dann ihren Ehemann überredete, wenigstens zu dieser einen gemeinsamen Therapiesitzung zu gehen.
Die Umschläge werden einer nach dem anderen geöffnet, ebenso wie die Probleme in jedem Paar. Zur Diskussion steht alles – von den Beziehungen innerhalb der Familie bis zum ersten Kennenlernen und Fragen des Sex. Jedes Mal stellt Marta schüchtern, aber dennoch sehr präzise interessante Fragen. Und hier versteht der Zuschauer, dass diese Frau tatsächlich nicht so einfach ist, wie sie scheint. Genau darin kann man eine Parallele zum zur Schau gestellten „glücklichen“ Familienleben sehen – wenn von außen alles wunderbar ist, aber wenn man tiefer gräbt, kommen viele unangenehme Details ans Licht.
Roberto lässt Marta fast jedes Mal nicht ihre Meinung äußern, und bei der Frage nach dem gemeinsamen Sexualleben gerät er regelrecht in Rage. Dieser Mann zeigt sich von Anfang an als jemand, der in strengen patriarchalischen Rahmen erzogen wurde, in denen nur er der Chef in der Familie sein kann.
Die unglückliche Marta öffnet sich allmählich, nicht ohne die Hilfe von Alkohol, mit dem sie Probleme hat, aber dennoch hat sie den Mut, die Wahrheit zu sagen, so schwer es auch sein mag. Hier passiert dieser unerwartete Moment, auf den die Helden den ganzen Film über zusteuerten.
Die Geschichte berührt tatsächlich nicht nur die üblichen Meinungsverschiedenheiten in Paaren, sondern auch viel ernstere Dinge, über die man normalerweise nicht spricht. In diesem Sinne ist „Worüber Fremde sprechen“ eine mutige Aussage, wenn auch in direkter Rede. Ich wünschte, man würde so viel wie möglich darüber sprechen.
„Worüber Fremde sprechen“ kommt dank der Bemühungen der Firma Pro: Vzglyad am 27. Juli in die Kinos.
Trailer:
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