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Im Netz erfolgte die digitale Veröffentlichung des lang erwarteten Solofilms über den Superhelden The Flash. Warum der Film von Andy Muschietti mit aller Kraft in die Zukunft strebt, aber letztlich auf der Stelle läuft – in unserer Rezension.

Nach den Ereignissen von „Justice League“ führt Barry Allen (Ezra Miller), auch bekannt als The Flash, wie alle Superhelden ein Doppelleben: De jure arbeitet er als Kriminaltechniker im Labor und versucht, seinen Vater aus dem Gefängnis zu holen, de facto rettet er gelegentlich Menschen. Nun, genauer gesagt, retten Batman (Ben Affleck), Superman und Wonder Woman (Gal Gadot), während Barry immer die Absicherung ist. Aber er meistert seine Rolle erfolgreich.

Bei einem so hektischen Leben, wo er nicht einmal Zeit zum Essen hat, lässt Barry der Gedanke an die Tragödie nicht los, die sich vor vielen Jahren ereignete, als er ein Kind war. Damals wurde seine Mutter von einem unbekannten Verbrecher getötet, während niemand zu Hause war. Durch eine tragische Verkettung von Umständen wurde genau Barrys Vater des Mordes an seiner Frau beschuldigt und für 20 lange Jahre ins Gefängnis gesteckt. Seitdem lebt The Flash allein und wurde in dieser Zeit vom Blitz getroffen, was ihn zum schnellsten Menschen auf dem Planeten (oder im ganzen Universum) machte.

Im Netz erfolgte die digitale Veröffentlichung des lang erwarteten Solofilms über den Superhelden The Flash. Warum der Film von Andy Muschietti mit aller Kraft in die Zukunft strebt, aber letztlich auf der Stelle läuft – in unserer Rezension.
Standbild aus dem Film „The Flash“

Genau diese Fähigkeit half Barry eines schönen Moments zu erkennen, dass er nicht nur jeden überholen, sondern auch durch die Zeit reisen kann. Also beschließt er, 20 Jahre zurückzugehen, seine Mutter zu retten und sein Schicksal zu ändern. Doch als er zurückkommt, stellt The Flash fest, dass sein eigenes Universum nicht mehr dasselbe ist. Und Batman ist nicht derselbe, und Aquaman (Jason Momoa) existiert überhaupt nicht.

Man könnte sagen, der neue „Flash“ sei von den Warner-Bossen direkt im Anschluss an den Disney-Hit „Spider-Man: No Way Home“ veröffentlicht worden, aber seit dessen Kinostart sind bereits zwei Jahre vergangen. In dieser Zeit donnerte „Everything Everywhere All at Once“ über die Leinwände, und zwei Teile der „universellen Spider-Men“ blitzten hell auf. Diese Filme haben die wichtigsten Tropen über das Multiversum gründlich ausgeschlachtet, und sie wirken nicht mehr frisch oder neu. An das Gute gewöhnt man sich schnell.

In gewisser Weise kam „The Flash“ einfach zu spät zur Preisvergabe, denn bei WB konnte man sich zunächst nicht einigen, wen man als Regisseur einsetzt, dann wurde der Veröffentlichungstermin des noch nicht gedrehten Films ständig verschoben, und es gab noch eine Menge anderer Missverständnisse (einschließlich der Eskapaden von Ezra Miller). Diese ganze Produktionshölle hat die Qualität des Films stark beeinträchtigt, dessen Hauptkritikpunkte die Zweitrangigkeit der Handlung und das Fehlen von Neuheit sind.

Laufen auf der Stelle: Rezension zum Film „The Flash“
Standbild aus dem Film „The Flash“

Zudem ist der Solofilm über The Flash (immerhin lang erwartet) grundlegend überladen. In die wirklich bewegende Geschichte einer Zeitreise zur Rettung seiner Familie und seiner selbst brechen ständig neue und immer mehr Charaktere ein, die es nicht erlauben, Barry Allen, den Protagonisten des Films, richtig in den Blick zu nehmen, der zudem für sich und den anderen Kerl spielen muss (aber Ezra gibt sich große Mühe – das ist sichtbar).

Die Superheldenschlachten nehmen Fahrt auf, Supergirl (Sasha Calle) weigert sich zunächst, die Erdlinge zu retten, stimmt dann aber plötzlich zu, Batman lenkt die Situation, und General Zod (Michael Shannon) versucht erneut, die Erde zu vernichten, sieht dabei aber äußerst erschöpft aus.

Und die buchstäblich aus der Vergangenheit auferstandenen Helden des DCEU, die für Sekundenbruchteile in den Film gequetscht wurden (sogar die, die nominell nur auf dem Papier existierten), drängen Barrys Geschichte völlig in den Hintergrund. Und außer ihr gibt es im Film im Grunde nichts, worauf man sich stützen kann, denn die ziemlich typischen Auseinandersetzungen mit Außerirdischen wirken lasch, ohne kreativen Funken, völlig formell, und dazu stellenweise schlecht gezeichnet.

Der Einzige, über den man sich in dieser plastikhaften Welt freuen kann, ist seltsamerweise Michael Keaton. In „The Flash“ ist er buchstäblich der good-old-days-Held, der kein Gramm seines Charismas und Talents verloren hat. Ja, auch er ist nicht mehr jung, und einige Falten lassen sich nicht mehr unter der Fledermausmaske verbergen, aber in seinen Augen brennt immer noch das Feuer, er spielt mit dem Gesicht und scheint der Einzige zu sein, der Freude am Prozess hat, und zieht die Aufmerksamkeit von den Hauptfiguren ab. Man sieht, dass er die Batcave vermisst hat.

Letztlich rettet „The Flash“ die Superheldenwelt keineswegs, sondern treibt sie im Gegenteil noch tiefer in einen lethargischen Schlaf, indem es nur die pflichtgemäße Funktion eines weiteren wenig sinnvollen Solofilms über einen Metamenschen erfüllt, der möglicherweise keine Zukunft hat. So sehr Barry auch danach strebt, es ist nur ein Laufen auf der Stelle.