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Von Verrückt nach Kino könnte man eine weitere Liebeserklärung von Filmemachern an andere Filmemacher erwarten. Stattdessen bekommen wir ein zugleich amüsantes und trauriges Bild über das Erwachsenwerden. Das auch noch Shrek beschimpft.

Kurze Zusammenfassung

Der unbeholfene und etwas grobe siebzehnjährige Filmliebhaber Lawrence (Isaiah Lehtinen) träumt davon, an der New Yorker Universität zu studieren, um eines Tages selbst in die Welt des Kinos einzutauchen. Doch seine Mutter (Krista Bridges) kann sich die Studiengebühren für ihren Sohn im Ausland nicht leisten.

Also beschließt Lawrence, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und nimmt einen Job in einer Videothek an, wo die Managerin Alana (Romina D’Ugo) ihn unter ihre Fittiche nimmt. Lawrence muss entscheiden, was er im Leben will und ob es das wert ist, seine langjährige Freundschaft mit Matt (Percy Hynes White) und seine geistige Gesundheit zu gefährden.

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„Verrückt nach Kino“ – nicht über Kino

Man könnte meinen, wir hätten es hier mit einem weiteren Insider-Film für die Film-Community zu tun. Die Geschichte eines Jungen, der träumte und seinen Traum verfolgte – klingt sehr vertraut. Doch der Film überrascht, indem er den Fokus auf ganz andere Dinge legt.

Im Mittelpunkt stehen hier die menschlichen Beziehungen. Mal einfach, mal sehr komplex, aber immer sehr nachvollziehbar. Die Versuche herauszufinden, ob die Freundschaft vor einem echt ist oder nur eine Beschäftigung, um die Zeit bis zum College zu überbrücken. Das Unverständnis, ob deinem Chef wirklich etwas an dir liegt oder er nur seinen Job macht.

Natürlich gibt es hier Gespräche über Filme, und sie sind sehr amüsant. Allerdings nutzt Verrückt nach Kino sie nicht so stark aus, wie man es in diesem Setting erwarten würde.

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Anmerkung des Autors: Ich stimme der Empfehlung des Films Glück als gute Komödie für gemeinsames Anschauen nicht zu – ja, er ist klasse, aber sehr spezifisch in seiner Moral. Und die wenig schmeichelhaften Kommentare über Shrek verurteile ich. Hoffentlich ist das nur die Meinung des Protagonisten.

Traumteam

Ein sehr großer positiver Bestandteil des Films ist das Team, das an Verrückt nach Kino gearbeitet hat.

In erster Linie ist das die Drehbuchautorin und Regisseurin Chandler Levack. Wie Chandler selbst zugab, machte sie den Protagonisten männlich, um zu beweisen, dass Frauen gute männliche Charaktere im Zentrum einer Geschichte schreiben können.

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Und Lawrence ist ihr wirklich als interessanter Charakter gelungen. Oft grob, manchmal unangenehm, völlig intolerant – aber sehr berührend und interessant. Trotz all seiner Fehler fiebert man wirklich mit Lawrence mit. Und das ist auch ein großes Verdienst des Schauspielers Isaiah Lehtinen, der in dieser Rolle sehr organisch wirkt.

Kanadische Provinz

Eigentlich ist Verrückt nach Kino ein sehr kammerspielartiger Film, auch wenn seine Handlung nicht auf einen Raum oder einen Ort beschränkt ist.

Auch wenn Lawrence die amerikanische Kultur für die interessanteste hält (indem er jede Woche Saturday Night Live schaut oder „ Love, die einen von den Füßen reißt “ für den besten Film hält), ist der Film dennoch wahnsinnig kanadisch geworden.

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Ivan Kilyakov
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Burlington – eine kleine Stadt in der Nähe von Toronto – und ihre Atmosphäre unterstreicht brillant Lawrences Wunsch, nach Amerika zu gehen und mehr zu sein als nur ein kanadischer Regisseur.

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Menschen sind soziale Tiere

Genau dieser Fokus auf menschliche Beziehungen ist die größte Stärke des Films – aber auch seine größte Schwäche.

Die schwierige Freundschaft, die zwischen der Managerin Alana und Lawrence entsteht, der verrückt nach Kino ist, aber absolut nicht verkaufen kann, was ihm nicht gefällt, wird hier äußerst fesselnd dargestellt. Wenn sie einen jedoch nicht packt, ist der Film für einen verloren.

Durch diese Freundschaft werden nicht nur die Charaktere enthüllt, sondern auch die Themen, die Chandler Levack ansprechen wollte. Darüber, wie junge Menschen um ihre Zukunft bangen. Wie es ist, eine Frau in einem Männergeschäft zu sein. Wie man Menschen letztendlich gefällt.

Und das Hauptthema scheint zu sein, wie man Verantwortung für sich und sein Handeln übernimmt, ohne es auf äußere Faktoren zu schieben.

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Fazit

Verrückt nach Kino mag etwas langatmig oder langweilig erscheinen. Es hängt ganz davon ab, ob man sich während des Anschauens mit der Figur Lawrence identifizieren kann oder nicht.

Denn wenn der Teenager, der Filme als den Eckpfeiler des Universums betrachtet, einem wie ein unerträglicher Snob vorkommt – dann wird man den Film sicherlich nicht zu schätzen wissen.

Wenn man jedoch im Protagonisten einen im Grunde guten jungen Mann sieht, der an einem Scheideweg seines Lebens steht – dann wird diese Dramedy einen definitiv ansprechen.